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FC Basel stürmt ins Halbfinale: "Eine unglaubliche Geschichte"

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FC Basel stürmt ins Halbfinale: "Eine unglaubliche Geschichte"

12.04.2013, 12:02 Uhr | Patrick Kleinmann, sid

Vor sageundschreibe 35 Jahren stand letztmals ein Fußballverein aus der Schweiz in einem Europapokal-Halbfinale. Dass der FC Basel jetzt den Sprung unter die letzten Vier in der Europa League schaffte, ist erstaunlich – wie sie es schafften, für die unterlegenen Briten allerdings nicht.

Als Marcelo Diaz um 23.43 Uhr den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte, stürzten nicht nur sintflutartige Regenfälle auf ihn ein. Zwei Sekunden konnte der Chilene in Diensten des FC Basel seine Faust noch in Richtung Tribüne des ausverkauften St. Jakob-Parks strecken, bevor er unter seinen Mitspielern in einem rot-blauen Jubelknäuel versank. Der Strafstoß von Diaz besiegelte nicht nur das 4:1 im Elfmeterschießen im Achtelfinalrückspiel gegen Tottenham Hotspur, sondern mit dem erstmaligen Einzug Basels in ein Europapokal-Halbfinale auch ein Stück Schweizer Fußballgeschichte.

FC Basel schreibt "unglaubliche Geschichte"

"120 Jahre und noch nie im Halbfinale. Es ist eine unglaubliche Geschichte", fasste der ehemalige Kölner und Stuttgarter Stürmer Marco Streller den Triumph fast schon schockiert zusammen. Sein ebenfalls bundesligaerfahrener Mitspieler Philipp Degen gibt sich dagegen betont selbstbewusst: "Jetzt haben wir den Anspruch, ins Finale zu kommen und den Pott zu gewinnen. Alles andere wäre fehl am Platz."

Selbstbewusstsein, das harte Arbeit war. Denn es ist lange her, dass sich die Schweiz zuletzt über einen heimischen Verein unter den besten Vier eines europäischen Wettbewerbs freuen durfte. 1978 schlugen die Grashoppers Zürich im Viertelfinale des UEFA-Cups Eintracht Frankfurt, um eine Runde später gegen den SEC Bastia auszuscheiden - danach fanden die entscheidenden Spiele um internationale Titel 35 Jahre lang ohne Schweizer Beteiligung statt.

Aderlass schwächte den kleinen FCB

Dass der FC Basel ausgerechnet in dieser Saison erstmals den Durchbruch schafft, kommt überraschend. Zwar standen die Rot-Blauen aus dem Dreiländereck bereits im vergangenen Jahr im Achtelfinale der Champions League, nach den überzeugenden Auftritten in der europäischen Königsklasse - unter anderem wurde Englands Rekordmeister Manchester United in der Gruppenphase ausgeschaltet - begann der Ausverkauf. Granit Xhaka zog es nach Mönchengladbach, Xherdan Shaqiri schloss sich Bayern München an, Verteidiger David Abraham landete über den Umweg Getafe in Hoffenheim.

Es folgten ein schwacher Start und nach dem Trainerwechsel unter dem ehemaligen Bundesligaprofi Murat Yakin eine starke Wende - die nur für einen zu spät kommt: Stürmer Alex Frei wird die Krönung seiner Karriere verwehrt bleiben, der ehemalige Dortmunder wechselt am kommenden Montag als Sportdirektor zum Ligakonkurrenten FC Luzern.

Lineker verhöhnt Adebayor

Für die unterlegenen Briten aus London blieb da nur Häme. "Ich habe zum Golf umgeschaltet - und Adebayors Ball ist auf dem 13. Grün gelandet. Er hat sicher auch den Putt vermasselt", twitterte Fußball-Legende Gary Lineker nach dem aufreizend lässig verschossenen Elfmeter des togoischen Stürmers. Die verlorene Ehre muss jetzt der FC Chelsea retten, der letzte verbliebene britische Verein in Europa.

Die sollten ihre möglichen Siege gegen Basel, Fenerbahce Istanbul oder Benfica Lissabon allerdings spätestens in der Verlängerung einfahren. Elfmeterschießen liegt den Vereinen von der Insel nicht - erkannte auch Tottenhams Lewis Holtby nach nur zehn Wochen bei den Spurs: "Das", sagte der Deutsch-Brite, "war typisch englisch."

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