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Gründe für schlechte Olympia-Bilanz der Schwimmer benannt

15.05.2013, 20:01 Uhr | dpa

Gründe für schlechte Olympia-Bilanz der Schwimmer benannt. Bei den Olympischen Spielen in London holten die deutschen Schwimmer keine Medaille.

Bei den Olympischen Spielen in London holten die deutschen Schwimmer keine Medaille. (Quelle: dpa)

Kassel (dpa) - Falsche Trainingssteuerung und konditionelle Mängel gehören zu den entscheidenden Ursachen für das Olympia-Desaster der deutschen Beckenschwimmer. Zu diesem Ergebnis kam eine Strukturkommission des Deutschen Schwimm-Verbandes.

Deren 21-seitiger Bericht wurde am Mittwoch, sieben Monate nach der ersten Sitzung des Gremiums, auf der DSV-Homepage veröffentlicht. Durch Defizite in Kraftausdauer und Grundlagenausdauer hätten die meisten Beckenschwimmer beim Saisonhöhepunkt in London ihre guten Leistungen der deutschen Meisterschaften nicht wiederholen können.

   "An den Rahmenbedingungen des Verbandes hat das Abschneiden unserer Olympia-Teilnehmer nicht gelegen", heißt es in dem Bericht weiter. Die elf Experten, davon fünf DSV-Funktionäre, beurteilten das Personalkonzept und die Struktur des Verbandes im Prinzip positiv, empfehlen aber für eine erfolgreichere Zukunft mehrere Maßnahmen zur Besserstellung der Trainer.

Die meisten der zentralen Schlussfolgerungen sind bereits bekannt. So soll den fünf Bundesstützpunkttrainern zur Entlastung von administrativen Aufgaben ein Assistenztrainer zur Seite gestellt werden, damit die Übungsleiter sich wieder mehr auf ihre Athleten konzentrieren können. Frankfurt/Main wird kein Bundesstützpunkt der Beckenschwimmer mehr sein, ebenso Aachen für die Wasserspringer und Rostock für die Freiwasserschwimmer. Bemängelt wurde in der Nachwuchsförderung die Zusammenarbeit mit einigen Sportschulen.

Einen den Chefbundestrainern übergeordneten Direktor Leistungssport soll es weiterhin geben. Lutz Buschkow hatte diese neu geschaffene Position nach Olympia 2008 übernommen. Sein Vertrag läuft zur Jahresmitte aus. Buschkow ist schon mehr als vier Jahre gleichzeitig Chefbundestrainer der Wasserspringer, was das Dilemma einer dünnen DSV-Personaldecke demonstriert.

Bei den Spielen in London waren die deutschen Beckenschwimmer erstmals seit 80 Jahren ohne Medaille geblieben. Der DSV-Kommission mit beratendem Charakter gehörte als einziger Sportler Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz an. DSV-intern hatte es für Unmut gesorgt, dass kein Trainer in der Kommission war; dafür in Präsidentin Christa Thiel, Generalsekretär Lutz Fornoff und Buschkow drei hochrangige Verbandsfunktionäre neben zwei Landesverbands-Vertretern.

Der Würzburger Lurz hatte als Zweiter über 10 Kilometer als einziger DSV-Athlet 2012 eine Olympia-Medaille gewonnen. Auch der britische Schwimmverband hatte nach der schlechten London-Bilanz seinen Rat gesucht.

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