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Roßkopf: Tischtennis-Trainerjob muss lukrativer werden

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Roßkopf: Tischtennis-Trainerjob muss lukrativer werden

16.05.2013, 13:01 Uhr | dpa

Roßkopf: Tischtennis-Trainerjob muss lukrativer werden. Jörg Roßkopf prangert die schlechten Verdienstmöglichkeiten als Trainer an.

Jörg Roßkopf prangert die schlechten Verdienstmöglichkeiten als Trainer an. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Ein Leben ohne Tischtennis ist für Jörg Roßkopf kaum vorstellbar. Der Bundestrainer, der als Jugendlicher im Deutschen Tischtennis-Zentrum (DTTZ) in Duisburg aufwuchs, kehrt bei der WM in Paris an die Stätte seines ersten internationalen Erfolges zurück.

1988 gewann er dort als 18-Jähriger EM-Bronze im Einzel. "Damals war die Halle sehr modern. Heute ist sie etwas in die Jahre gekommen", erinnerte sich Roßkopf im dpa-Gespräch an seinen ersten Auftritt im schon damals mit Gras bedachten Palais Omnisports.

Ansonsten schwelgt der Rekord-Nationalspieler mit 272 Einsätzen nicht so gerne in Erinnerungen. Mr. Tischtennis, wie Roßkopf in der Szene genannt wird, denkt lieber an die Zukunft. "Ich bin gerne Bundestrainer, das ist ein vielseitiger Beruf. Ich möchte die Jungs fit machen für Olympia 2016", sagte der 43 Jahre alte Coach. "Die WM in Paris ist die erste Standortbestimmung für Rio", unterstützte ihn Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig.

Schimmelpfennig ist Roßkopfs direkter Vorgesetzter und hat dessen Verpflichtung vor drei Jahren als Bundestrainer nicht bereut. Unter der Regie des ehrgeizigen Hessen sind die deutschen Herren den übermächtigen Chinesen ein Stück näher gerückt. Rekord-Europameister Timo Boll holte 2011 seine erste WM-Medaille im Einzel, und im Vorjahr kehrten Roßkopfs Männer mit zwei Olympia-Medaillen im Team und Einzel für Dimitrij Ovtcharov aus London zurück.

Zwei Olympia-Plaketten hat Roßkopf auch in seiner Aktivenzeit gewonnen. 1992 Silber mit Steffen Fetzner im Doppel, vier Jahre später Bronze im Einzel. "Von der Erfahrung als Spieler profitiere ich auch bei meiner Arbeit als Bundestrainer", berichtete der Europameister von 1992. "Eigentlich sollten viel mehr erfolgreiche Sportler diesen Schritt machen. Dazu müsste der Trainerjob aber lukrativer werden", fügte er mit Blick auf die Gehälter hinzu.

Als Beispiel aus anderen Sportarten nannte Roßkopf den Rodler Georg Hackl. Tischtennis bietet zumindest in Deutschland den Top-Leuten nach dem Ende der Karriere einige Verdienstmöglichkeiten. Roßkopfs langjähriger Doppel-Partner Fetzner, mit dem er 1989 Sensations-Weltmeister wurde, arbeitet für eine Ausrüsterfirma im Saarland. Mehrere Projekte in Belgien, Frankreich oder Spanien sind dagegen gescheitert. Der deutsche Ex-Meister Peter Engel hat seinen Job als spanischer Verbandstrainer wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise verloren.

Ehemalige Weltklassespieler wie der Belgier Jean-Michel Saive (43) oder der Kroate Zoran Primorac (44), die schon vor 25 Jahren mit Roßkopf im Palais Omnisports um die EM-Medaillen kämpften, sind noch immer lieber als WM-Teilnehmer dabei. Auch Roßkopf fiel der Abschied vom Wettkampf-Zirkus nicht leicht. Damit das Leben weiterhin einen Sinn hat, greift der Bundestrainer, wenn es die Zeit erlaubt, für seinen Heimatclub DJK Blau-Weiß Münster in der Oberliga Hessen zum Schläger. Seine Rückrundenbilanz fällt mit 4:0 makellos aus.

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