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Fabian Hambüchen: Turn-Verband gesteht "unerfreulichen" Fehler ein

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Turn-Verband gesteht Fehler ein

22.05.2013, 15:13 Uhr | sid

Fabian Hambüchen: Turn-Verband gesteht "unerfreulichen" Fehler ein. Fabian Hambüchen ist mit der Bewertung seiner Bodenkür nicht zufrieden. (Quelle: imago/Sportsword)

Fabian Hambüchen ist mit der Bewertung seiner Bodenkür nicht zufrieden. (Quelle: Sportsword/imago)

Erst kurz vor Mitternacht war die Boykott-Drohung wieder vom Tisch. "Ich muss jetzt ins Bett, ich muss weiterturnen", sagte Fabian Hambüchen am Ende eines turbulenten Turnfesttages. Die Vernunft setzte sich wieder gegen die Emotionen durch, die den ehemaligen Reck-Weltmeister und vor allem dessen Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen zuvor mächtig in Rage gebracht hatten. Durchaus nachvollziehbar, denn der Hambüchen-Clan wurde bei der Entscheidung um den deutschen Meistertitel am Boden Opfer einer falschen Berechnung der Kampfrichter.

"Rein sportlich hat Fabian gewonnen. Aber das Kampfgericht hat Fehler gemacht, das ist natürlich immer unerfreulich", musste Holger Albrecht, Supervisor des Technischen Komitees, zerknirscht einräumen.

Einspruch kommt zu spät

Was war passiert? Albrecht hatte einen Protest des Athleten gegen den Schwierigkeitsgrad seiner Übung angenommen, positiv entschieden und ihn damit vor den bis dahin führenden Hallenser Matthias Fahrig gesetzt. Eine fatale Kette von Irrtümern, denn ein solcher Einspruch kann nur vom Trainer eingelegt werden. Zudem kam er erst nach Fahrigs Übung und damit gemäß den Regularien zu spät.

Fahrig konterte mit einem formalen Gegenprotest und hatte dem Reglement entsprechend auch Erfolg. Sportjuristische Feinheiten, von denen die tief enttäuschten Hambüchens zunächst nichts hören wollte. "Ich bin stinksauer, weil ich mich von den Kampfrichtern um den Lohn meiner Arbeit betrogen fühle. Wenn die Kampfrichter zu blöd sind zu werten, muss ich überlegen, ob ich hier überhaupt noch einmal antrete", sagte Hambüchen wutentbrannt.

"Das war klassischer Betrug"

Für den streitbaren Coach Hambüchen senior war dieser verkorkste Abend nur ein weiteres Indiz für die Unfähigkeit des Deutschen Turner-Bundes (DTB), er zog verbal den schweren Säbel: "Das war klassischer Betrug, das war Schiebung, das hatte sportpolitische Gründe. Wir passen eben nicht ins DTB-System." Ein Dauerkonflikt, der die Karriere seines Sohnes seit mittlerweile zehn Jahren begleitet.

DTB-Präsident Rainer Brechtken wies diese Anschuldigungen zurück. "Ich kann verstehen, dass jemand in einer solchen Situation mal über Idioten schimpft und Dampf ablässt. Aber ich halte auch fest, dass niemand bewusst betrogen oder politisch verfolgt wurde. Daher gibt es auch keinen Grund, diese Sache verbandspolitisch aufzuladen", sagte der Verbandsboss.


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