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Fabian Hambüchen unterstellt nach Kampfrichter-Skandal Betrug

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Hambüchen unterstellt nach Kampfrichter-Skandal Betrug

22.05.2013, 14:43 Uhr | dpa

Fabian Hambüchen unterstellt nach Kampfrichter-Skandal Betrug. Fabian Hambüchen und sein Vater Wolfgang konnten bei der Siegerehrung schon wieder lachen.

Fabian Hambüchen und sein Vater Wolfgang konnten bei der Siegerehrung schon wieder lachen. (Quelle: dpa)

Einige Zuschauer skandierten "Schieber, Schieber", Matthias Fahrig ließ kein gutes Haar an den Kampfrichtern, Fabian Hambüchen feuerte Giftpfeile in Richtung Verbandsführung.

Das Deutsche Turnfest in der Rhein-Neckar-Region wird von einem bislang einmaligen Kampfrichter-Skandal überschattet, von dem die Turn-Fans noch lange sprechen werden. "Wenn die Kampfrichter so einen Mist entscheiden, dann sollen sie sich doch gleich am Abend vorher an die Bar setzen und aussaufen, wer gewinnt", brüllte Fabian Hambüchen stocksauer durch die Mannheimer Maimarktarena. "Das war klassischer Betrug. Ich vermute dahinter eine sportpolitische Entscheidung", unterstellte sein Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen nach der chaotischen Boden-Finale vor 5000 Fans.

Was war geschehen? Zunächst hatten die Kampfrichter den Hallenser Fahrig (15,15) knapp vor Hambüchen gesehen (15,10). Doch Hambüchen legte Protest ein, weil seine 1,5 Schraube vorwärts nur als 0,5 Schraube bewertet wurde und damit einen Zehntelpunkt zu niedrig eingestuft worden war: Fehler Nummer 1 des Kampfgerichts.

Doch dann folgte der zweite, folgenschwere Irrtum der Referees: Sie erkannten den Protest an, obwohl Hambüchen ihn zu spät und nicht, wie laut Reglement 8.4. des Weltverbandes verlangt, vor dem Abschluss der Übung des nächsten Turners eingereicht hatte. Hambüchen erhielt den Zehntelpunkt, das Ergebnis wurde korrigiert, der Olympia-Zweite feierte seinen 32. Meistertitel.

"Ein klarer Fehler von meiner Seite", räumte Deutschlands erfahrenster Kampfrichter Holger Albrecht ein. "Ich habe nach sportlichen Kriterien entschieden, nicht nach formalen. Fabian hat eindeutig die bessere Übung geturnt. Ich bin nicht sicher, ob ich nicht beim nächsten Mal genauso entscheiden würde", nahm der Potsdamer die Schuld auf sich. Die Hallenser nutzten den Formfehler, riefen die Jury d'Appell an und bekamen schließlich Recht und Titel.

"Ich bin stinksauer, weil ich mich um den Lohn meiner Arbeit betrogen fühle. Wenn die Kampfrichter zu blöd sind zu werten, muss ich überlegen, ob ich hier überhaupt noch einmal antrete", hatte Hambüchen mit knallrotem Kopf in der ersten Emotion gewettert. Obwohl sich in der Nacht der Groll kaum legte, turnte er am Morgen schon wieder in der Trainingshalle. "Eigentlich hätten wir hier ein Zeichen für die Verbandsführung setzen müssen, dass man so mit uns nicht umspringen kann. Aber die vielen Fans beim Turnfest wollen wir nicht enttäuschen", begründete Wolfgang Hambüchen.

Präsident Rainer Brechtken versuchte am Tag nach dem Eklat, den Imageschaden für den Deutschen Turner-Bund zu begrenzen. "Wo Menschen entscheiden, passieren Fehler. Das ist ärgerlich. Aber ich sehe keinen Anlass, das Thema verbandspolitisch aufzuladen", sagte er nach der unsäglichen Fehlerkette. "Es war die sportlich falsche, aber juristisch richtige Entscheidung."

Für Fabian Hambüchen war die Entscheidung der Jury, in der auch DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam sitzt, eine Retourkutsche, nachdem er einen Tag vorher die mangelnde Unterstützung des DTB bei seiner dualen Karriere angeprangert hatte. "Das Trauerspiel ist, dass der Sportdirektor selbst der Verantwortliche für die Misere ist", kritisierte Wolfgang Hambüchen. "Dass wir den Funktionären nicht ins Verbandssystem passen, ist ja offensichtlich", schimpfte der Trainer. "Von diesen Leuten erwarte ich gar nichts mehr", meinte er. "Unsere Schlussfolgerung ist, den eigenen Weg noch konsequenter zu gehen."

Matthias Fahrig bedauerte die Situation. "Die Zuschauer sind unzufrieden. Dabei haben Fabi und ich miteinander null Probleme. Wir müssen für Fehler der Referees büßen", meinte der Meister. "Am Ende sind immer die Athleten die Leidtragenden", sagte Mehrkampfmeisterin Elisabeth Seitz. "Ich hoffe, dass die Kampfrichter daraus lernen."

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