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Ringen vor Punktsieg im olympischen Überlebenskampf

28.05.2013, 14:37 Uhr | dpa

Ringen vor Punktsieg im olympischen Überlebenskampf. Alexander Leipold ist zuversichtlich, dass Ringen olympisch bleibt.

Alexander Leipold ist zuversichtlich, dass Ringen olympisch bleibt. (Quelle: dpa)

St. Petersburg (dpa) - Auch Wladimir Putins Grollen hat Eindruck gemacht: Nach dem weltweiten Aufschrei geht Ringen als klarer Favorit in den vorletzten Qualifikationswettbewerb für das olympische Programm 2020.

Mit zahlreichen Modernisierungsmaßnahmen und einer weltweiten PR-Kampagne hat sich der jahrtausendealte Traditionssport innerhalb von nur drei Monaten praktisch neu erfunden - und steht vor dem nächsten Punktsieg im olympischen Überlebenskampf.

Die IOC-Exekutive legt am Mittwoch in St. Petersburg die Sportarten fest, die der 125. Vollversammlung Anfang September in Buenos Aires zur endgültigen Abstimmung vorgelegt werden. Neben den Mattenkämpfern können auch Squash und Karate der Entscheidung in der Zarenstadt optimistisch entgegenblicken.

"Ich bin sehr zuversichtlich. Ringen muss olympisch bleiben. Jede anderslautende Entscheidung wäre eine Schulterniederlage für den olympischen Gedanken", forderte Alexander Leipold, Doppelweltmeister und Ex-Bundestrainer Freistil. Weltverbandspräsident Nenad Lalovic zeigte sich ebenfalls hoffnungsfroh. "Mehr hätten wir in dieser kurzen Zeit nicht machen können. Es ist praktisch ein neuer Verband", sagte der FILA-Boss. Die Ringer kämpfen mit den sieben Ersatzkandidaten Baseball/Softball, Klettern, Karate, Squash, Rollschuhsport, Wakeboarden und der chinesischen Kampfkunst Wushu um einen freien Platz im Olympia-Programm.

Selbst Kampfsport-Fan Putin hatte dem Internationalen Olympischen Komitee gezürnt und die Empfehlung der Exekutive gerügt, Ringen von 2020 an streichen zu lassen. Am Donnerstag will sich der Kremlchef beim Besuch in St. Petersburg persönlich von IOC-Präsident Jacques Rogge über die Zukunftsaussichten des Sports informieren lassen. "Der Verband hat die Gründe für die Streich-Empfehlung verstanden und gut reagiert. Das garantiert ihnen keinen Platz im Programm, aber sie haben ihre Probleme adressiert", lobte Rogge.

Bedroht vom Olympia-Aus hat allein der internationale Verband (FILA) seit Februar zweieinhalb Millionen Dollar in globale Marketingstrategien gesteckt. Dazu kamen weitere zwei Millionen Dollar, die der US-Verband USA Wrestling investierte.

Die Ringer-Nationen USA, Iran und Russland bildeten eine bemerkenswerte Allianz, um ihren Sport zu retten. Sogar bei den Vereinten Nationen warben Lalovic und Co. für ihre Interessen. Mit einem Reformpaket und umfassenden Regeländerungen haben die Ringer ihre Neuausrichtung schließlich entscheidend vorangetrieben.

Das neue Reglement wurde bei zahlreichen Wettkämpfen bereits angewendet. In Zukunft wird wieder in zwei Runden à drei Minuten und nicht mehr wie bisher in drei Runden à zwei Minuten gekämpft. Es soll mehr weibliche Gewichtsklassen geben, eine Frauen-Kommission, und eine Frau soll künftig als Vizepräsidentin der FILA fungieren.

Showelemente wie Ringen mit freiem Oberkörper oder öffentliches Wiegen werden derzeit diskutiert. "Wir waren sogar bereit, unsere Büros zu verkaufen", sagte Lalovic und gab zu, die traditionsreiche Sportart wäre ohne die olympischen IOC-Gelder kaum überlebensfähig. Aus dem Pool der IOC-Einnahmen bekamen die Ringer für den Olympia-Zyklus von 2008 bis 2012 immerhin elf Millionen Dollar.

Die konkurrierenden Verbände werteten diese Ausgangssituation als Wettbewerbsnachteil, wollten sich aber nicht auf eine öffentliche Neiddebatte einlassen. "Es steckt eine gewisse Unfairness darin, dass Ringen durch die Spiele in London Millionen eingenommen hat und nun so viel Geld für seine Kampagne ausgeben kann. Das können sich die anderen nicht leisten. Es sind Sportarten dabei, die ein jährliches Budget von vielleicht 200 000 oder 500 000 Euro haben. Da fallen schon ein paar hunderttausend Euro schwer ins Gewicht", analysierte Jan Fransoo, scheidender Präsident der Vereinigung der vom IOC anerkannten internationalen Sportverbände (ARISF).

Diese Kritik prallte an Lalovic ab. "Ich kann verstehen, dass die anderen Verbände sauer sind", sagte der Serbe, "aber was soll ich machen? Wir müssen kämpfen, so ist das bei Ringern nun mal."

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