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Neue Hoffnung für Ringer im olympischen Überlebenskampf

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Neue Hoffnung für Ringer im olympischen Überlebenskampf

29.05.2013, 19:11 Uhr | dpa

Neue Hoffnung für Ringer im olympischen Überlebenskampf. Am 8.

Am 8. (Quelle: dpa)

St. Petersburg (dpa) - Ringen hat im olympischen Überlebenskampf den nächsten Punktsieg gefeiert. Der Traditionssport überstand neben Baseball/Softball und Squash die letzte Ausscheidungsrunde vor der Abstimmung um einen freien Platz im Olympia-Programm am 8. September in Buenos Aires.

Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) legte in St. Petersburg die Sportarten fest, die sich in der argentinischen Hauptstadt ein letztes Mal vor dem Votum präsentieren dürfen. Dabei schieden Klettern, Karate, Rollschuhsport, Wakeboarden und die chinesische Kampfkunst Wushu aus.

"Das ist eine gute Mischung zwischen Kampfsport, Mannschaftssport und Teamsport. Die Session hat eine breite Auswahl. Ringen hat seine Reformen sehr überzeugend vorgestellt", erklärte IOC-Vize Thomas Bach. Nur dreieinhalb Monate nach der umstrittenen Empfehlung der IOC-Exekutive, Ringen von 2020 an den Olympia-Status abzuerkennen, bekamen die Comeback-Hoffnungen der Mattenkämpfer in der Zarenstadt einen großen Schub. Mit einem Reformpaket, Neuwahlen und einer weltweiten PR-Kampagne hatte sich der Weltverband FILA innerhalb kürzester Zeit runderneuert.

"Die letzten Wochen waren eine große Reifeprüfung für uns. Wir freuen uns, dass wir auf dieser Shortlist dabei sind. Alles andere warten wir ab und bleiben vorsichtig optimistisch", sagte der deutsche Verbandspräsident Manfred Werner der Nachrichtenagentur dpa. "Selbstverständlich bleiben wir auch weiterhin auf unserem Reformkurs - wir werden alles daran setzen, auch die IOC-Exekutive im September von unserem Sport zu überzeugen."

Olympiasieger Maik Bullmann meinte: "Es wäre ein Hohn gewesen, wenn es Ringen nicht auf die Shortlist geschafft hätte. Ringen ist für mich einfach Olympia und Olympia ist Ringen. Am Ende zählt aber, was im September rauskommt." Bereits nach dem ersten Wahlgang war Ringen mit acht Stimmen durch.

Der frisch gekürte FILA-Präsident Nenad Lalovic jubelte nach der IOC-Entscheidung. Erleichtert umarmte der serbische Hüne mehrere Funktionärskollegen. "Ich bin glücklich, aber damit ist unsere Mission noch nicht beendet. Das war erst der erste Kampf", sagte Lalovic. "Wir werden solange weiterkämpfen, bis wir auch in Buenos Aires siegen."

Jeder Verband hatte 20 Minuten Zeit, sich vor der 15-köpfigen IOC-Exekutive zu präsentieren. Die Ringer bekamen insgesamt drei Nachfragen zu ihrer Athletenkommission, der stärkeren Einbindung von Frauen und den neuen Regeln - das war's. Bedroht vom Olympia-Aus, hat Lalovic in Zusammenarbeit mit der internationalen Ringer-Familie die überfälligen Modernisierungsmaßnahmen in Rekordtempo vorangetrieben. Zweieinhalb Millionen Dollar investierte allein die FILA in die globale Marketingstrategie.

"Der Verband hat die Gründe für die Streich-Empfehlung verstanden und gut reagiert. Das garantiert ihnen keinen Platz im Programm, aber sie haben ihre Probleme adressiert", hatte IOC-Präsident Jacques Rogge bereits vor dem Votum in St. Petersburg gelobt. An diesem Donnerstag kann er sich bei einem Treffen mit Kampfsport-Fan Wladimir Putin über die Zukunftsaussichten des traditionsreichen Sports austauschen. Der Kremlchef hatte sich persönlich für die Ringer stark gemacht. Auch Wolfgang Schäuble, Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Ex-US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sogar Franz Beckenbauer zürnten dem IOC.

Jetzt hat die internationale Ringerfamilie wieder berechtigte Hoffnungen, doch im Programm bleiben zu dürfen. Ohne die olympischen IOC-Gelder wäre die Zukunftsfähigkeit des Sports auch massiv gefährdet. Die Ringer kassierten aus dem Pool der IOC-Einnahmen für den Olympia-Zyklus von 2008 bis 2012 immerhin elf Millionen Dollar. Lalovic wollte sich deshalb auch nicht allzu lange mit dem erreichten Zwischenziel aufhalten. "Jetzt geht der Spaß erst richtig los", kommentierte Lalovic. Die Vertreter der ausgeschiedenen Verbände schlichen unterdessen frustriert aus dem Lenexpo Center.

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