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Keine Ruhe für FIFA nach Reformen: Wahlkampf beginnt

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Keine Ruhe für FIFA nach Reformen: Wahlkampf beginnt

02.06.2013, 12:20 Uhr | dpa

Keine Ruhe für FIFA nach Reformen: Wahlkampf beginnt. Theo Zwanziger (r) verteidigt die Demokratie-Reformen der FIFA.

Theo Zwanziger (r) verteidigt die Demokratie-Reformen der FIFA. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Ob das große Modell-Segelschiff in Joseph Blatters Armen zur Kriegs- oder Handelsflotte gehörte, war auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Keine Zweifel ließen beim Kongress auf Mauritius aber die verbalen Geschütze aufkommen, mit denen sich der FIFA-Präsident in Stellung brachte.

Kaum ist der umstrittene Reformprozess im Fußball-Weltverband zumindest zu Blatters Zufriedenheit prinzipiell abgeschlossen, muss er sich Themen der Zukunft widmen: Nämlich seiner eigenen. Den Gegner hat Blatter instinktsicher erkannt. UEFA-Präsident Michel Platini hat dem Schweizer auf der Insel im Indischen Ozean mehr oder weniger offen den Funktionärs-Fehdehandschuh entgegengeschleudert. Blatter nimmt die Auseinandersetzung an.

"Wenn wir unsere Reformen weiter ausbauen wollen, müssen wir in unserer Regierung, der Exekutive, eine Balance von Mitgliedern und Stimmen haben", forderte Blatter. Soll heißen: Geht es nach Blatter, müssen sich die von Platini geführten Europäer auf eine Beschneidung ihrer Befugnisse in dem wichtigen Gremium gefasst machen.

Realistisch ist eine solche Forderung nicht. Aber in den anderen fünf Konföderationen kommt sie gut an. Und deren Stimmen braucht der Schweizer, wenn er in zwei Jahren entgegen seiner 2011 verkündeten Absicht mit dann fast 80 Jahren für eine fünfte Amtszeit antreten will. Schon vor dem FIFA-Familientreffen hatte Blatter auf seiner Tour zu den Konföderations-Kongressen in Asien und Mittelamerika werbewirksam weniger WM-Startplätze für Europa gefordert.

Weder Blatter noch Platini haben eine Kandidatur für den Wahlkongress 2015 in Zürich offiziell verkündet. Mehr oder weniger subtil in Stellung bringen sich beide dennoch schon seit langem. Der FIFA droht nach den Jahren der ungewollten Selbstentblößung zur Korruptionsbekämpfung nun ein heftiger, eventuell sogar schmutziger Machtkampf um den Präsidententhron. "Ich würde mich auch so verhalten, wenn ich an seiner Stelle wäre", lästerte Platini mit dem ihm eigenen Humor über Blatters Gebaren kürzlich beim UEFA-Kongress.

Als erstes fiel der Auseinandersetzung der Alphatiere auf Mauritius die von Anti-Korruptionsexperten geforderte Alters- und Amtszeitbeschränkung für FIFA-Würdenträger zum Opfer. Da in der Exekutive keine Mehrheit für einen Antrag gefunden wurde, ließ sich Blatter gegen den Willen der Europäer vom Kongress eine Verschiebung bis 2014 genehmigen. Sein Reform-Architekt Theo Zwanziger hat dadurch weiter ein Betätigungsfeld. "Sepp Blatter hat mich beauftragt, nun eine mehrheitsfähige Lösung zu finden. Das wird auch gelingen", sagte der frühere DFB-Präsident der "Bild am Sonntag".

Das schwelende Reformthema kommt Platini gelegen. Mit Verve versuchte er sich als Vorkämpfer für Demokratie und Transparenz aufzuspielen - und von Blatter abzugrenzen. Dieser hält weiter fest zu umstrittenen Figuren wie dem argentinischen FIFA-Vizepräsidenten Julio Grondona, der trotz vieler Vorwürfe wie Blatter unantastbar scheint. Dass die europäischen Fußball-Funktionäre sich mit Prinzipien der guten Regierungsführung leichter tun als ihre Kollegen aus anderen Erdteilen, ist kein Geheimnis. Aber auch Platinis Reformkonzepte (Alterslimit mit 72, maximale Amtszeit von 8 + 4 Jahren) sind letztlich hauptsächlich auf seine persönlichen Interessen zugeschnitten.

Mit Spannung wird weiter der Bericht von Chefermittler Michael Garcia zur skandalumwitterten WM-Vergabe 2022 an Katar erwartet. Mindestens bis zum Herbst hat sich der Amerikaner noch Zeit erbeten. Platini hat als einziger seine Stimmabgabe für das Scheichtum öffentlich gemacht und sich damit angesichts des wirtschaftlichen Engagement seines Sohnes in der Region massiver Kritik ausgesetzt. Findet Garcia tatsächlich Unregelmäßigkeiten, wäre der Franzose in Schwierigkeiten. Für Blatter ist dies eine Win-Win-Situation. Entweder die WM-Vergabe wird von der Ethikkommission für korrekt erklärt oder sein Konkurrent nimmt Schaden.

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