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Protestwelle dämpft Istanbuls Olympia-Hoffnungen

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Protestwelle dämpft Istanbuls Olympia-Hoffnungen

03.06.2013, 15:49 Uhr | dpa

Protestwelle dämpft Istanbuls Olympia-Hoffnungen. Istanbul bewirbt sich um die Olympischen Spiele 2020.

Istanbul bewirbt sich um die Olympischen Spiele 2020. (Quelle: dpa)

Istanbul (dpa) - Olympia-Kandidat Istanbul macht sich wegen der gewaltsamen Proteste gegen die türkische Regierung Sorgen um die Chancen seiner Bewerbung für die Sommerspiele 2020.

"Die Ereignisse der vergangenen Tage in Istanbul werfen einen Schatten auf unsere Olympia-Bewerbung", sagte Sportminister Suat Kilic. Die Protestwelle der vergangenen Tage gegen den als autoritär empfundenen Kurs des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bedrohe das Image des Landes - und das drei Monate vor der Olympia-Vergabe am 7. September in
Buenos Aires. "Wir haben ein Bild der Türkei in die Welt transferiert, das sie nicht verdient hat", meinte Kilic.

Neben Istanbul sind auch Madrid und Tokio im Rennen um die Gastgeber-Rolle für 2020. "Wenn wir es diesmal nicht schaffen, dann bekommen wir nicht so leicht eine weitere Chance", warnte der türkische Präsident Abdullah Gül in der Zeitung "Türkiye". Istanbuls Bürgermeister Kadir Topbas klagte via TV: "Wie werden wir die Ereignisse von Istanbul der Welt erklären? Wie können wir nun die Spiele für uns beanspruchen? Ich denke, wir haben hinsichtlich der Bewerbung einige Verluste hinnehmen müssen."

Nach Ansicht von Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, sind durch die Proteste aber keine Auswirkungen auf die Chancen der Olympia-Bewerbung von Istanbul zu erwarten. "Das wird keinen Einfluss auf die Entscheidung der IOC-Mitglieder haben. Sie haben alle genug Erfahrung, um das sachlich richtig einzuordnen und zu berücksichtigen, dass es sich hier um eine Bewerbung für Olympische Spiele in sieben Jahren handelt", sagte Bach am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Bislang war das Selbstvertrauen der türkischen Olympia-Bewerber groß, das Paket konnte sich sehen lassen. Doch nun erschüttern heftige Demonstrationen, Straßenschlachten und hunderte Festnahmen seit Tagen das Land. In Istanbul ist der zentrale Taksim-Platz Hauptschauplatz der Proteste.

Die Organisatoren von Istanbuls Bewerbung vertrauen dennoch weiterhin auf eine breite Unterstützung der Bevölkerung für die Olympia-Pläne. "Die ganze Türkei steht weiter vereint hinter unserem Traum, die ersten Olympischen und Paralympischen Spiele unserer Nation auszurichten", hieß es in einer Mitteilung. Unter Verweis auf das Motto "Gemeinsam Brücken schlagen" erklärten die Organisatoren: "Es gibt den gemeinsamen Willen, sich im olympischen Geist zu vereinen und der Welt zu zeigen, dass wir zusammen für eine bessere Türkei arbeiten können."

Allerdings versicherte das lokale Bewerbungskomitee auch, die Situation weiter "sehr sorgfältig" zu beobachten. Istanbul bewirbt sich bereits zum fünften Mal für Olympische Spiele. "Noch nie war eine Bewerbung der Türkei für die Ausrichtung von Olympia so stark. Diesmal ist es vollständig", befand Staatspräsident Gül und versicherte: "Wir sind auf die Spiele vorbereitet, wie nie zuvor."

Im März hatte die Evaluierungskommission des Internationalen
Olympischen Komitees (IOC) vor Ort Istanbuls Konzept geprüft. Am 25. Juni wird die Kommission einen Bericht mit den Ergebnissen dieser Visite vorlegen. Am 3. Juli dürfen sich die drei Bewerberstädte dann in Lausanne den IOC-Mitgliedern präsentieren. Vergeben werden die Spiele von der IOC-Vollversammlung am 7. September.

Istanbuls Pläne sehen Spiele in vier Zonen der Stadt vor. Für rund 1,9 Milliarden Euro sollen 20 Sportanlagen und eine neue Infrastruktur errichtet werden. In das Konzept sind auch die alte Hafenanlage auf der asiatischen Seite für Wassersport, Wälder im Westen der Stadt und die historische Stadtmauer integriert.

Abhängig vom Zuschlag für Olympia sind die türkischen Chancen für die Ausrichtung von Spielen bei der Fußball-Europameisterschaft 2020.
Istanbul gilt als großer Favorit für die Gastgeber-Rolle bei Halbfinals und Endspiel bei der historischen Pan-Europa-EM - aber nur, wenn die Metropole am Bosporus nicht Olympia bekommt. So hat es UEFA-Präsident Michel Platini bereits verfügt. Vergibt das IOC die Spiele 2020 nach Istanbul, steigen Deutschlands Chancen auf die entscheidenden EM-Partien.

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