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Länder streiten über neuen Strafrahmen für Dopingsünder

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Länder streiten über neuen Strafrahmen für Dopingsünder

08.06.2013, 11:25 Uhr | dpa

Länder streiten über neuen Strafrahmen für Dopingsünder. Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz.

Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz. (Quelle: dpa)

Saarbrücken (dpa) - Im Kampf gegen Doping gibt es zwischen den Bundesländern eine kontroverse Debatte um die künftige Bestrafung von Dopingsündern und ihren Hintermännern.

Das Saarland hat die Einführung eines eigenen Straftatbestandes "Dopingbetrug im Sport" mit einer strafmildernden Kronzeugenreglung für aussagewillige Sportler und Funktionäre vorgeschlagen. "Man will ja nicht nur den Athleten erwischen, sondern das ganze System beleuchten und auch Hintermänner wie Ärzte und Trainer fassen", sagte die saarländische Justizministerin Anke Rehlinger (SPD) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Saarbrücken.

Strittig ist laut Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz jedoch noch das Strafmaß - in der Diskussion stünden Freiheitsstrafen von drei bis fünf Jahren. "Ich habe erhebliche Bedenken hinsichtlich der Anhebung des Strafrahmens", sagte die Grünen-Politikerin der dpa in Hannover.

Es sei juristisch nicht angemessen, den Betrug im Sport dem im normalen Geschäftsleben gleichzusetzen. "Das finde ich nicht richtig. Aber es ist doch Augenwischerei, nur die Ärzte und andere am Doping Beteiligte zu bestrafen", betonte Niewisch-Lennartz. Der Sportler sei schließlich auch derjenige, der den größten wirtschaftlichen Vorteil sowie Ruhm und Ehre durch seine besseren Leistungen infolge des Dopings einheimse - etwa durch Werbeverträge.

Die Justizminister von Bund und Länder beraten auf ihrer am Mittwoch beginnenden Jahrestagung im saarländischen Perl-Nennig über ein Papier auf Grundlage von Vorschlägen des Deutschen Olympischen Sportbundes. Dabei hat SPD-Politikerin Rehlinger den Vorsitz.

"Ich kann gut nachempfinden, wie es ist, wenn ein Athlet auf legalem Weg versucht, eine Höchstleistung zu erbringen, und sich Konkurrenten unlauterer Mittel bedienen", sagte Rehlinger. Die ehemalige Leichtathletin hält nach wie vor den saarländischen Rekord im Kugelstoßen.

Zu klären ist, wofür der Betrugstatbestand gelten soll. "Eine Definition des Begriffs Profisportlers als einem Sportler, der schwerpunktmäßig seinen Lebensunterhalt mit Sport verdient, ist wenig tauglich", sagte Rehlinger: "Der Kreisliga-A-Spieler verdient möglicherweise mehr als der Olympia-Teilnehmer im Bogenschießen."

Nach dem Vorschlag soll Dopingbetrug im Sport mit mindestens einem Jahr Haft bestraft werden. Dadurch würde das Delikt zu einem Verbrechen und Doping auch zu einem "tauglichen Vordelikt von Geldwäsche". Bisher kann Doping, nur nach dem dem Arzneimittelgesetz mit Haft von bis zu drei Jahren bestraft werden.

Eine Verlagerung des Dopingverbotes vom Arzneimittelgesetz in das Strafgesetzbuch ist aus Sicht von Niewisch-Lennartz nicht notwendig. In Deutschland liegt mit der Einnahme von Doping bislang kein Straftatbestand vor, denn laut Paragraf 6a des Arzneimittelgesetzes (AMG) ist nur das Inverkehrbringen, das Verschreiben oder das Anwenden von Arzneimitteln bei anderen zu Dopingzwecken im Sport strafbar.

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