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Kanu: Gold-Duo Kuschela/Kretschmer unter Zugzwang

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Kanu: Gold-Duo Kuschela/Kretschmer unter Zugzwang

14.06.2013, 19:30 Uhr | dpa

Kanu: Gold-Duo Kuschela/Kretschmer unter Zugzwang. Kurt Kuschela (l) und Peter Kretschmer gewannen 2012 Olympia-Gold.

Kurt Kuschela (l) und Peter Kretschmer gewannen 2012 Olympia-Gold. (Quelle: dpa)

Montemor-o-Velho (dpa) - Das Siegerlächeln von den Olympischen Spielen ist Kurt Kuschela und Peter Kretschmer vergangen. Der sportliche Zwang, nach einem schwachen Saisonstart jetzt Leistung bringen zu müssen, hat bei den Canadier-Kanuten die Lockerheit des Erfolgsjahres 2012 erst mal verdrängt.

"Wir haben gemerkt, dass es im nacholympischen Jahr schwer geworden ist. Wir wissen, dass wir nachgelassen haben", gesteht Kretschmer. Die Quittung ist, dass die beiden bei der EM an diesem Wochenende in Portugal nicht über ihre olympische 1000-Meter-Paradestrecke antreten dürfen.

Das Problem ist hausgemacht - und hat auch mit den Folgen des steilen Aufstiegs im vergangenen Sommer zu tun. Erst seit drei Jahren sitzen die beiden Potsdamer zusammen im Canadier-Zweiter - von Anfang hatten sie einen großen Wunsch: die Olympia-Teilnahme. Daheim in Potsdam reihten Kretschmer und Kuschela Trainingskilometer an Trainingskilometer, "die Aufmerksamkeit und der Einsatz waren riesig", sagt Heimtrainer Ralph Welke. Tatsächlich lösten sie trotz starker nationaler Konkurrenz nicht nur das London-Ticket, sondern überraschten sich dann auch selbst mit Gold auf dem Dorney Lake.

20 war Kretschmer zu diesem Zeitpunkt erst, Kuschela 23 - in ganz jungen Jahren hatten die beiden mit einem Mal das vermeintlich größte sportliche Ziel schon erreicht, obwohl sie noch ganz am Anfang ihrer Karrieren standen. Sie versuchten, das einzigartige Erlebnis zu konservieren, zu feiern und sich feiern zu lassen. Auf einmal waren die beiden gefragt bei Events und Abendveranstaltungen, wurden eingeladen und dienten als Gäste, mit denen sich Sponsoren und VIPs äußerst gerne umgaben. "Das Genießen stand klar im Vordergrund, die Prioritäten hatten sich verschoben", meint Heimcoach Welke.

Natürlich paddelten die beiden auch wieder. Aber als die nationale Konkurrenz im Herbst und Winter mit Blick auf die neue Saison schon wieder richtig Gas gab, ließen es Kuschela und Kretschmer etwas lockerer angehen. "Intensität und Aufmerksamkeit waren nicht vergleichbar mit dem Jahr zuvor, als sie das große Ziel Olympia vor Augen hatten", so Welke.

Keine Überraschung, dass die deutschen Ausscheidungen mies liefen. Beim Weltcup Mitte Mai im tschechischen Racice ließ es Bundestrainer Reiner Kießler im C2 dann zum direkten Duell kommen: Kretschmer und Kuschela mussten gegen ein weiteres Duo ran, das mit starken Leistungen überzeugt hatte: Ronald Verch/Sebastian Hennig. Die Olympiasieger verloren das Rennen - und die EM-Teilnahme über 1000 Meter.

Inzwischen erkennt Chefcoach Kießler ein "Bemühen, aber noch keine Topform". Kießler: "Man denkt halt, nach so einem Olympiasieg geht es von alleine weiter. Aber das tut es nicht." Fallen lassen wollte er seine talentierten Kanuten freilich trotzdem nicht. Bei der EM im portugiesischen Montemor-o-Velho sollen sie sich jetzt über zwei nicht-olympische Distanzen neu profilieren: Im C2 über 500 Meter und im C4 über 1000 Meter. Darauf dürfte es dann auch bei der Heim-WM im August in Duisburg - dem Saisonhöhepunkt - hinauslaufen.

Allein, wenn Verch und Hennig über 1000 Meter noch mal patzen sollten, könnte Kießler bei der Besetzung der Canadier-Paradestrecke für Duisburg ins Grübeln kommen. Am Freitag zum EM-Auftakt sah es nicht danach aus, als Verch/Hennig souverän die Qualifikation fürs Finale an diesem Samstag gelang. Den beiden Olympiasiegern blieb da nur die Zuschauerrolle. Wenig später hatten sie dann selbst erheblich mehr Probleme, sich fürs 500-Meter-Finale zu qualifizieren, schafften das aber immerhin knapp. "Der Bundestrainer hat gesagt: Jeder ist ersetzbar. Jetzt müssen wir uns wieder ranarbeiten", weiß Kuschela.

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