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Reifenplatzer in der Formel 1 - Lauda: "Da kannst du tot sein"

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Lauda: "Da kannst du tot sein"

01.07.2013, 07:29 Uhr | pr, sid, t-online.de

Reifenplatzer in der Formel 1 - Lauda: "Da kannst du tot sein". Felipe Massas linker Hinterreifen hängt in Fetzen von der Felge. (Quelle: dpa)

Felipe Massas linker Hinterreifen hängt in Fetzen von der Felge. (Quelle: dpa)

Was für ein Chaos - Beim Großen Preis von Großbritannien sorgten explodierende Reifen für spektakuläre, aber auch gefährliche Szenen, die eine neue Sicherheitsdebatte in der Formel 1 um die empfindlichen Einheitspneus von Pirelli auslösen dürften.

Mit Lewis Hamilton, Sergio Perez, Felipe Massa und Jean-Eric Vergne flog gleich vier Fahrern das schwarze Gold um die Ohren. Kein Wunder, dass die Wut groß ist. "Diese verdammten Reifen, dafür will ich mein Leben nicht riskieren", schimpfte etwa Hamilton. Niki Lauda, Aufsichtsrats-Chef der Silberpfeile, forderte: "Die Teams müssen jetzt gemeinsam Druck auf Pirelli ausüben, damit solche Dinge nicht mehr passieren. Da kannst du tot sein. Irgendwo hört der Spaß auf."

Rennleitung schickt Safety Car auf die Strecke

Polesetter und Lokalmatador Hamilton war der erste, den die "Reifenseuche" erwischte. Nachdem sich sein linker Hinterreifen in Luft aufgelöst hatte, waren alle Hoffnungen auf seinen zweiten Heimsieg nach 2008 beendet. "Die Reifenschäden machen mir große Sorgen. Da muss etwas passieren", sagte Hamilton. "Dass solche Probleme auftreten, ist inakzeptabel."

Auch an Massas Ferrari platzte ein Reifen. Der Brasilianer flog mit hohem Tempo von der Strecke ab, konnte aber einen Einschlag verhindern. Wenig später erwischte es auch Vergnes Toro Rosso. Die Rennleitung war davon derart beunruhigt, dass sie erst einmal das Safety Car auf die Strecke schickte.

Alonso: "Hatte Angst"

Während das Feld hinter dem Auto von Bernd Mayländer seine Runden drehte, suchten etliche Streckenmarshalls den Asphalt nach der Ursache für die platzenden Hinterreifen ab. Sie sammelten zahlreiche Gummiteile auf und nutzten schließlich auch die großen Kehrmaschinen, um die Strecke zu säubern.

Danach blieben weitere Explosionen zunächst aus. Erst gegen Rennende flog Perez im McLaren sein linker Hinterreifen um die Ohren. Mehrere Male verfehlten umherfliegende Reifenteile nur knapp die Hinterherfahrenden. "Ich hatte Angst bei der Perez-Aktion, ich dachte die Reifenteile treffen mich", sagte Fernando Alonso. Auffällig ist, dass bei allen betroffenen Boliden immer der linke Hinterreifen platzte.

Vettel: "Müssen schauen, ob es an den Reifen lag oder an der Strecke"

Ob die Ursache bei den Reifen oder der Strecke zu finden ist, ist nach wie vor unklar. Red Bull spekulierte während des Rennens, dass möglicherweise ein Randstein der Grund dafür gewesen sein könnte. Entsprechend zurückhaltend äußerte sich Weltmeister Sebastian Vettel nach seinem Ausfall bezüglich möglicher Konsequenzen: "Jetzt müssen wir schauen, ob es an den Reifen lag oder an der Strecke."

Auch sein Teamchef Christian Horner warnte vor voreiligen Schlüssen: "Jeder war heute sehr nervös wegen den Reifen. Wir müssen jetzt aber erst mal mit Pirelli darüber reden, bevor wir das beurteilen."

Rosberg: "Habe gezittert"

Auch England-Sieger Nico Rosberg legte angesichts der Gefahr, durch einen Reifenplatzer die Kontrolle über sein rollendes PS-Monster zu verlieren, die Stirn in Falten. "Zu viele Reifen sind kaputt gegangen, das muss analysiert werden", sagte er. "Ich habe auch ein Reifenproblem gehabt und es gerade noch in die Box geschafft. Bei jeder Vibration habe ich gezittert und gedacht: 'Jetzt geht auch bei mir der Reifen hoch.'"

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery wusste kurz nach dem Rennen noch nicht, was die Schäden verursacht hatte. "Was heute passiert ist, war nicht vorherzusehen. Diese Art von Schaden ist für uns neu", sagte der Engländer. "Wir haben mit der Analyse der Schäden begonnen. Erst wenn wir die Fakten kennen, können wir entscheiden, was wir als nächstes tun werden."

Besserung am Nürburgring?

Der Automobil-Weltverband FIA bat Hembery in Silverstone zu einem ersten Krisengespräch. Womöglich werden in der kommenden Woche am Nürburgring bereits jene neuen Reifenmischungen eingesetzt, die eigentlich schon längst hätten im Einsatz sein sollen - wegen zu wenig Testmöglichkeiten bisher aber noch zurückgehalten wurden.

Und so steht der Formel 1 neben der Test-Affäre um Mercedes die nächste Reifendiskussion ins Haus. Die empfindlichen Pneus scheinen mehr und mehr zum Sicherheitsrisiko für die Piloten zu werden.

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