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Formel 1: Reifenchaos könnte zu Streik führen

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Reifenchaos könnte zu Streik führen

01.07.2013, 10:17 Uhr | t-online.de

Formel 1: Reifenchaos könnte zu Streik führen. Lewis Hamilton ist der erste Fahrer, dem der Reifen hochging. (Quelle: xpb)

Lewis Hamilton ist der erste Fahrer, dem der Reifen hochging. (Quelle: xpb)

Nach den Reifen-Explosionen beim Formel-1-Rennen in Silverstone fordern die Teams Lösungen. "Es muss etwas getan werden", sagte McLaren-Pilot Jenson Button. "Das hätte schon vor zwei Rennen passieren sollen. Die Situation ist seit Wochen so. Beim letzten Rennen hatten wir einfach nur Glück, dass es keine solchen Schäden gegeben hat", so der Brite. Die Rennställe wollen, dass bis zum Großen Preis von Deutschland am kommenden Wochenende Änderungen durchgesetzt werden. Pirelli muss bis zum nächsten Rennen tun was immer möglich ist", sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh - ansonsten droht sogar Streik.

Deshalb hat FIA-Präsident Jean Todt laut "motorsport-total.com" für Mittwoch eine Krisensitzung einberufen. Alle Teammanager, Rennleiter Charlie Whiting sowie Pirelli-Boss Paul Hembery sind eingeladen.

Rückkehr zum Vorjahresreifen?

Die Sache ist ernst, die Fahrer fürchten um ihre Sicherheit. Und die konnte in England nicht mehr gewährleistet werden. Das Rennen stand hauchdünn vor einem Abbruch. Das gab Whiting zu. "Es war knapp davor, die Roten Flaggen zu zeigen. Dieser Gedanke ging mir schon durch den Kopf", sagte er und forderte eine umfassende Untersuchung: "Wir hatten solche Schäden davor noch nicht. Pirelli hat jetzt viel zu analysieren, inklusive der Reifen, die nicht kaputt gegangen sind. Vielleicht finden wir etwas, was beinahe kaputt gegangen wäre, und vielleicht liefert uns das einen Hinweis."

Möglicherweise werden auf dem Nürburgring wieder die Reifen von 2012 verwendet. Das fordern zumindest Whitmarsh und Lotus-Teamchef Eric Boullier. "Am logischsten wäre es, zu den Pneus des Vorjahres zurückzukehren. Die haben funktioniert, mit denen hatten wir solche Probleme nicht", sagte der Boss des McLaren-Rennstalls. "Die Rückkehr zu den Reifen mit Kevlar-Ring wäre eine Lösung. Ich weiß aber nicht, ob Pirelli noch solche Reifen auf Lager hat oder ob sie diese schnell produzieren können. Das müssten wir bei Pirelli erfragen" sagte Boullier.

Gibt es keine Änderung, droht Streik

Ansonsten könnte es zu einem Streik wie anno 2005 beim Grand Prix der USA kommen. Damals gab es mit Michelin und Bridgestone noch zwei Reifenhersteller. Die Michelin-Gummis hielten den Belastungen der Steilkurve in Indianapolis nicht stand. Nach einem Trainingsunfall von Ralf Schumacher nahmen alle Teams mit Michelin-Reifen nicht am Rennen teil. Das Rennen wurde mit den sechs Boliden ausgetragen, die von Bridgestone mit Reifen beliefert wurden - ein riesiger Skandal und Imageverlust für die Formel 1.

Deshalb muss schnell eine Lösung gefunden werden. "Mancher argumentiert jetzt, dass der Nürburgring weniger belastend für die Reifen ist, aber wenig später fahren wir in Spa. Dort will bestimmt niemand mit den bisherigen Reifen fahren", so Whitmarsh. "Wir wollen kein zweites Indianapolis, eine Absage wäre ein dickes Ding. Wir haben nicht die gleichen Einblicke wie Pirelli. Wir können sie nur bitten, alles Erdenkliche zu unternehmen, um im kommenden Rennen sichere Reifen bringen zu können."

Ursache ist nach wie vor ein Rätsel

Denn nach wie vor ist die Ursache für die vielen Reifenexplosionen unklar. "Wir haben etwas gesehen, dass wir nicht verstehen", sagte Pirelli-Boss Paul Hembery. In den nächsten Tagen will Pirelli herausfinden, ob die ungewöhnliche Häufung gleicher Reifenschäden am Randstein der Strecke oder den Pneus selbst lag.

Der Reifenhersteller hat in Silverstone mehr Klebemittel für die Gummiwalzen verwendet - ein möglicher Auslöser für die Schäden? Laut Pirelli nicht. "Wir können ausschließen, dass der neue Verklebungsprozess, den wir bei diesem Rennen eingeführt haben, die Ursache ist", sagte Hembery.

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