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Kampf der Systeme im Welt-Beachvolleyball

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Kampf der Systeme im Welt-Beachvolleyball

04.07.2013, 14:44 Uhr | dpa

Kampf der Systeme im Welt-Beachvolleyball. Kay Matysik (r) spielt bei der WM mit seinem Partner Jonathan Erdmann zusammen.

Kay Matysik (r) spielt bei der WM mit seinem Partner Jonathan Erdmann zusammen. (Quelle: dpa)

Stare Jablonki (dpa) - Das Olympia-Gold von Julius Brink und Jonas Reckermann schmerzt die großen Beach-Nationen noch immer.

Vor allem Brasilien, neben den USA die Beachvolleyball-Nation Nummer eins, hat längst die Weichen neu gestellt, um die Schmach von London in drei Jahren bei den Olympischen Spielen in der Heimat zu tilgen.

Der brasilianische Verband, der sich mit neun der insgesamt 16 bisher vergebenen WM-Titel schmücken kann, hat eine drastische Zentralisierung der Spitzenathleten eingeführt und die finanziellen Mittel noch einmal aufgestockt. "Die Brasilianer haben eine klare Ausrichtung auf Rio 2016", sagt Kay Matysik, der sich mit seinem Berliner Partner Jonathan Erdmann der mächtigen Konkurrenz stellt.

Der deutsche Spitzen-Beachvolleyball hat einen anderen Weg gewählt als beispielsweise Brasilianer, Chinesen oder Russen mit ihren strengen zentralen Fördersystemen. Während dort die Verbände quasi alle Fäden in der Hand halten, arbeiten die deutschen Topteams größtenteils autark.

"Der holländische Verband pickt sich drei Teams raus, die kriegen alles bezahlt, die bekommen einen Trainer gestellt und tragen kein eigenes Risiko", berichtet der diplomierte Betriebswirt Matysik von einem Konkurrenzbeispiel und vergleicht: "Wir sind ein eigenes Unternehmen mit vollem Risiko, aber auch mit dem Gefühl, dass wir mehr Erfahrung sammeln können." Der 33-Jährige Profi hätte auch Behauptungswillen sagen können, die in dem deutschen System besonders gefragt ist.

"Wir sind bislang gut damit gefahren, die Steuerung größtenteils den Teams zu überlassen. So wird der Wettbewerb untereinander gefördert. Und es hat den Vorteil, jeder kann sich individuell sein eigenes Umfeld schaffen, so wie es zu ihm passt", bemerkt Raimund Wenning, Beachkoordinator des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) bei der WM in Polen. Brink/Reckermann sind mit ihrem EM-Titel, dem WM-Gewinn und der Olympia-Sensation der beste Beweis, dass dieses Unternehmer-System Früchte tragen kann.

Die Förderung des DVV ist für die fünf Nationalmannschaften und weitere A-Kader-Athleten eher ein Zubrot, wenn man von Teametats von 130 000 Euro und mehr ausgeht. "Ein Tropfen auf dem heißen Stein", meint Matysik. 15 Sportförderplätze bei der Bundeswehr hat der Verband derzeit an Beach-Profis vergeben. Dazu kommen Sporthilfe, Reisekostenzuschüsse für Turniere, ein Trainerbudget, ein Leistungsbonus für erreichte Olympia-Platzierungen und neuerdings auch kleine finanzielle Stimulierungen für die Teilnahme an der nationalen Tour, die vom Pay-TV-Sender Sky vermarktet und übertragen wird.

Zu zehn Turnieren im Jahr schickt der DVV einen Arzt, Physiotherapeuten und Spielbeobachter mit, um die Teams zu unterstützen. Und die Teams bekommen die Vermarktungsrechte der Marke Nationalmannschaft komplett übertragen.

Die Ausrichtung der deutschen Beach-Unternehmen heißt weitere Professionalisierung. So leisten sich Erdmann/Matysik und Karla Borger/Britta Büthe in diesem Jahr erstmals Vollzeittrainer, die von ihnen auch bezahlt werden müssen. Beide Trainer sind übrigens Spanier. Atika Bouagaa, ehemalige Hallen-Nationalspielerin, hat beim Stuttgarter Damen-Duo das Management übernommen.

"Es ist auf dem Weg", sagt Karla Borger zur Neuausrichtung: "Man macht jetzt noch mehr mit 100 Prozent." Die entscheidende Abrechnung im Kampf der Systeme wird es noch nicht in diesem Jahr bei der WM, sondern bei Olympia 2016 in Brasilien geben.

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