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Bachs nächster Schritt auf dem Weg zum IOC-Gipfel

04.07.2013, 19:31 Uhr | dpa

Bachs nächster Schritt auf dem Weg zum IOC-Gipfel. Thomas Bach machte Werbung für seine IOC-Präsidentschaftskandidatur.

Thomas Bach machte Werbung für seine IOC-Präsidentschaftskandidatur. (Quelle: dpa)

Lausanne (dpa) - Diese 15 Minuten wird Thomas Bach so schnell nicht vergessen. Hochzufrieden, energiegeladen und erleichtert verließ der IOC-Präsidentschaftskandidat aus Tauberbischofsheim nach seiner Präsentation das Lausanner Kongresszentrum Beaulieu.

In einer sehr persönlichen Rede auf Englisch, Französisch und Spanisch erklärte der 59-Jährige am Donnerstag seinen IOC-Kollegen die Eckpunkte seines Wahlprogramms "Einheit in Vielfalt" und erhielt für eine Anekdote sogar Szenenapplaus.

"Ich bin sehr glücklich. Heute war ein wichtiger Schritt, nicht mehr und nicht weniger", resümierte Bach. "In diesem Wettkampf zählt nur die Goldmedaille." Der IOC-Vize geht im Sechskampf um das wichtigste Amt des Weltsports als Favorit in die letzten 68 Tage vor der Abstimmung am 10. September in Buenos Aires, aber auch sein härtester Rivale Richard Carrion (Puerto Rico) hat mehr als überzeugt.

Erstmals in der IOC-Geschichte durften sich die sechs IOC-Kronprinzen dem Wahlvolk vorstellen und eine Viertelstunde lang ihre Führungsqualitäten präsentieren. Sichtlich nervös liefen die Kandidaten vor ihren Auftritten durch die Halle, wohlwissend, dass in diesem Rennen sogar kleine Fehler große Wirkung haben können. 88 anwesende IOC-Mitglieder wollten sich von der Überzeugungskraft der Bewerber ein Bild machen.

Bach überließ nichts dem Zufall. Bereits um 08.30 Uhr morgens, acht Stunden vor seiner Selbstdarstellung, machte er sich mit den Bedingungen im Saal vertraut. Der 59-Jährige hatte lange an seiner Rede gefeilt, um die richtige Balance zu finden zwischen Versprechungen und Argumenten. "Der IOC-Präsident ist der Dirigent eines Weltorchesters", sagte Bach schließlich und erzählte von seinen Anfängen in der Ringe-Organisation.

Als er 1991 als Neuling ins IOC kam, habe er vom damaligen Doyen folgenden wichtigen Rat bekommen. "Erstens, wenn du sprichst, beginne immer damit, den Präsidenten zu loben. Zweitens, lerne mit offenen Augen zu schlafen. Drittens, wenn Du mit offenen Augen zu schlafen gelernt hast, bewege dabei auch noch deinen Kugelschreiber. Dann wirst Du es in dieser Organisation weit bringen", sagte Bach und wurde für diese Geschichte mit spontanem Beifall bedacht.

"Der IOC-Präsident steht immer unter Dauerdruck, politisch und finanziell. Er muss nicht nur Substanz haben, sondern auch die Fähigkeit, unsere Standpunkte vor der Welt zu vertreten", beschrieb das israelische IOC-Mitglied Alex Gilady das Anforderungsprofil des neuen starken Mannes an der IOC-Spitze. Genau das hatte sich Bach vorgenommen - Führungsstärke demonstrieren, inhaltlich überzeugen und dabei möglichst authentisch bleiben.

Alle sechs Anwärter bezogen sich in ihren Reden auf die entscheidenden Punkte ihres Wahlprogramms. Revolutionäre Ankündigungen blieben aus. Carrion, wichtigster Geldbeschaffer von IOC-Präsident Jacques Rogge, betrat als erster die Bühne, bereit für "einen Kampf Mann-gegen-Mann". Der Vorsitzende der IOC-Finanzkommission gilt neben Ng Ser Miang als größter Konkurrent des deutschen Strippenziehers. Bach war als Dritter dran.

Praktisch im Gleichklang setzten sich die drei aussichtsreichsten Kandidaten für eine Verteidigung der olympischen Werte, die Unterstützung der Jugend, eine Eindämmung des Gigantismus, den Schutz des Premiumprodukts Olympia und eine veränderte Programmpolitik ein. Die drei Außenseiter Wu Ching-Kuo (Taiwan), Denis Oswald (Schweiz) und Sergej Bubka (Ukraine) folgten im Anschluss.

"Der generelle Eindruck ist, dass Dr. Thomas Bach in Führung liegt, aber es sind noch zwei Monate hin", meinte Gilady. Die IOC-Mitglieder haben sich schon bei vielen Abstimmungen als unberechenbar erwiesen. Blöcke wie zu Zeiten des verstorbenen Ex-Präsidenten Juan Antonio Samaranch, der immer für fast 30 Stimmen gut war, sind nicht mehr zu identifizieren. Selbst der vermeintliche Königsmacher Scheich Ahmed-al-Sabah ist schwer zu durchschauen. Bisher hat sich der Kuwaiti deutlich für Bach ausgesprochen. Sein Einfluss wird in der Lausanner IOC-Zentrale als "erheblich" eingeschätzt.

Von den derzeitigen 104 IOC-Mitgliedern dürfen die Landsleute der Präsidentschaftskandidaten beim finalen Votum in Buenos Aires nicht mitabstimmen. Dadurch wird die Zahl der Stimmberechtigten automatisch auf 99 reduziert. Rogge rechnet nach seinem Ausscheiden ohnehin nicht mit einer großen Umwälzung in seiner Organisation. "Es gibt keine Anzeichen einer Revolution. Es gibt Signale einer notwendigen Evolution", hatte der 71 Jahre alte Belgier bereits vor Wochen prophezeit. Gelassen konnte der Ober-Olympier aus Belgien am Donnerstag die Anstrengungen des illustren Sextetts beobachten - auf seinen Nachfolger warten nicht nur die problematischen Spiele in Sotschi und Rio de Janeiro als Herausforderung.

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