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Jason Collins: Kein NBA-Team will den schwulen Basketball-Star

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Jason Collins: Kein NBA-Team will den schwulen Basketball-Star

19.07.2013, 12:58 Uhr | dpa

Jason Collins: Kein NBA-Team will den schwulen Basketball-Star. Jason Collins ist auf der Suche nach einem Verein.

Jason Collins ist auf der Suche nach einem Verein. (Quelle: dpa)

Boston (dpa) - Jason Collins fühlt sich endlich frei. Und er genießt seinen neuen Freiraum. In Talkshows kann der 34 Jahre alte Basketball-Profi offen über seine wahren sexuellen Gefühle reden, Anfang Juni marschierte er stolz neben zehntausenden Schwulen und Lesben bei der Pride-Parade in Boston mit.

Am 29. April hatte sich Collins in einem Artikel der "Sports Illustrated" zu seiner Homsexualität bekannt und somit für ein Novum im nordamerikanischen Profisport gesorgt. Nie zuvor hatte sich ein Athlet während seiner Karriere geoutet.

Das Echo war überwältigend. Barack Obama gratulierte ebenso wie Bill Clinton oder Kobe Bryant. Auf der Internetseite der "Sports Illustrated" lasen 3,713 Millionen Menschen an jenem Montag seine Titel-Story "Ich bin ein 34 Jahre alter NBA-Center. Ich bin schwarz. Und ich bin schwul". Nie zuvor hatte "si.com" so hohe Klickzahlen vermeldet. Doch bald stellten Medien die Frage: "Welches NBA-Team wird Collins nächste Saison verpflichten?" Eine Antwort gibt es knapp drei Monate später noch nicht.

Am 1. Juli begann in der NBA der Zeitraum, in dem vereinslose Spieler verpflichtet werden können. Collins ist einer von ihnen. Zwölf Jahre hat der Center in der NBA gespielt, zuletzt für die Washington Wizards. Zweimal stand er in den Finals, doch das ist lange her. Collins trainiert täglich in Los Angeles, wo er die Saisonpause bei seiner Familie verbringt. Und er wartet darauf, dass sein Berater Arn Tellum irgendwann mit "good news" kommt.

Tellum ist "vorsichtig optimistisch", dass sein Klient zu Saisonbeginn am 29. Oktober einen Club haben wird. Er weiß, dass Collins' Vereinssuche genauer beobachtet als die anderer. Die "New York Times" sieht gar eine "soziologische Signifikanz" darin, ob Collins fündig wird oder nicht. Er selbst fokussiert sich ausschließlich auf Basketball. "Für mich ist es wie in den vergangenen Jahren, als ich vereinslos war. Ich weiß, dass ich Geduld haben muss", sagt Collins.

Einer wie er gilt als 14. oder 15. Mann im Kader. Solche Leute erhalten für gewöhnlich erst einen Kontrakt, wenn Vereine ihre Teams fast komplett haben. Collins kennt das. Vor einem Jahr gaben ihm die Boston Celtics am 31. Juli einen Kontrakt, 2009 dauerte es bei den Atlanta Hawks sogar bis zum 2. September.

38 Spiele hatte der Center für Boston und Washington in der Vorsaison absolviert, kam dabei auf einen Schnitt von 1,1 Punkten und 1,6 Rebounds pro Partie. Dennoch sehen ihn viele als Profi mit Führungsqualitäten. Seine Meinung hat Gewicht, er gilt als intelligent, loyal, harter Arbeiter. Und deshalb sind sich Experten einig: der wahre Wert eines Jason Collins lässt sich nicht an den NBA-Statistiken erkennen.

Doch die Frage ist, ob Manager bereit sind, sich mit seiner Verpflichtung mögliche Nebengeräusche in den Verein zu holen. Wie reagieren Mitspieler, Fans, Medien - vor allem, wenn es nicht läuft oder Collins Fehler unterlaufen? Für Jim Buzinski wäre es "eine Enttäuschung", wenn Collins vereinslos bleiben sollte. Buzinski ist Mitbegründer von "Outsport", einer Internetseite über Homosexuelle und Sport. Collins' nächster Verein, sagt Buzinski, könnte als "Trendsetter" gelten. Allerdings glaubt er nicht, dass jemand Collins verpflichten werde, nur weil er homosexuell sei.

Robbie Rogers hat gezeigt, dass es eine Profi-Karriere nach dem Outing geben kann. Der 25-jährige US-Fußballprofi machte im Februar seine Homosexualität öffentlich und erklärte zugleich sein Karriereende. Nur drei Monate später gab er jedoch für die Los Angeles Galaxy sein Comeback. "Für ein, zwei Wochen war das ein Thema", erinnert sich Collins, "und dann ging's wieder nur um Fußball."

Collins sieht die Chance, dass seine Vertragsunterschrift als nächster Schritt für die Gesellschaft gefeiert werden könnte. Als Zeichen, dass in der Macho-Welt NBA auch Platz für Schwule ist. Sollte er keinen Job finden, bestehe durchaus die Gefahr, dass dies als Rückschritt für Homosexuelle interpretiert wird. Collins selbst setzt sich nicht sehr unter Druck. "Ich habe zwölf Jahre NBA gespielt, das können nicht viele behaupten."

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