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CAS-Entscheid in der "Causa Erfurt"

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CAS-Entscheid in der "Causa Erfurt"

22.07.2013, 14:22 Uhr | dpa

Berlin (dpa) - Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat ein Grundsatz-Urteil in Sachen Blutdoping gefällt.

Die UV-Bestrahlung des Blutes war vor dem 1. Januar 2011 keine verbotene Methode, wenn sie nicht zur Erhöhung des Sauerstofftransfers führte, entschieden die Sportrichter in der sogenannten "Causa Erfurt". "Es ist weit mehr als eine Einzelfall-Entscheidung. Es gibt jetzt eine klare Sicht auf die Dinge", sagte Lars Mortsiefer, Vorstand und Justiziar der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA, der Nachrichtenagentur dpa.

Die NADA hatte den Fall des vom Deutschen Sportschiedsgericht DIS im November 2012 freigesprochenen Radsportlers vor den CAS gebracht, um die Sach- und Rechtslage dieser Behandlung für den Zeitraum vor 2011 grundsätzlich zu klären. Der CAS sprach den vom Erfurter Arzt Andreas Franke behandelten Athleten frei und hielt fest, dass es sich bei einer UV-Behandlung von Blut mit anschließender Reinjektion in diesem Fall nicht um eine verbotene Methode gemäß der zum damaligen Zeitpunkt geltenden WADA-Verbotsliste handelte. "Wir wollten Klarheit und Transparenz. Diese sind damit jetzt gegeben", sagte Mortsiefer.

Die NADA hatte bereits im November 2012 die Entscheidung des DIS so gedeutet, dass die umstrittene Behandlungsmethode vor dem 1. Januar 2011 kein Doping-Verstoß gewesen sei. Diese Interpretation hatte das Deutsche Schiedsgericht jedoch zurückgewiesen und von einer Einzelfallentscheidung gesprochen. Der CAS entschied nun, dass die in Artikel M 1.1 der WADA-Verbotsliste genannten Formen des Blutdopings nur insoweit verboten sind, als sie zur Erhöhung des Sauerstofftransfers geeignet sind.

Dies sei im vorliegenden Fall nicht erwiesen, der objektive Tatbestand einer verbotenen Methode nicht erfüllt. Das damalige Regelwerk der WADA verbot demnach nicht die Entnahme von Blut, UV-Behandlung und anschließende Rückführung. Die CAS-Richter hielten fest, dass der Athlet weder fahrlässig noch vorsätzlich gehandelt habe.

Zur Begründung führte der CAS zudem aus, es habe sich nicht um eine verbotene Infusion, sondern um eine Injektion gehandelt. Die NADA prüft nun, ob sie weitere Verfahren in der "Causa Erfurt" einleiten wird. "Es geht um die Prüfung jeden einzelnen Falles", begründete Mortsiefer. Dafür habe man jetzt eine Richtschnur in der Hand.

Für den Zeitraum nach dem 1. Januar 2011 war die Rechtslage bereits im Jahr 2012 geklärt worden. Unbestritten ist die Behandlung ab 2011 durch die damals gültige Regel M 2.3 der Verbotsliste erfasst. Daher hatte die NADA die beiden Fälle der Eisschnellläuferin Judith Hesse und des Radsportlers Jacob Steigmiller vor das DIS gebracht. In beiden Fällen wurde die UV-Behandlung nach dem 1. Januar 2011 als verbotene Methode klassifiziert, ein Verschulden der Athleten aber verneint.

Der CAS setzte sich mit seiner Grundsatzentscheidung nun auch über die Ansichten des WADA-Präsident John Fahey hinweg, der die in Erfurt praktizierte UV-Blutbestrahlung auch vor 2011 für verboten hält. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass Blutdoping vor 2011 verboten war, vor 2011 und auch danach. So einfach ist das", hatte Fahey unlängst in einem Rundfunk-Interview erklärt. "Nach meinem Verständnis schloss der WADA-Code das Verbot der UV-Blutbestrahlungen, wie es sie in Deutschland gegeben hat, mit ein - vor 2011 und danach", hatte Fahey gesagt.

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