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Schwimm-WM 2013: Auftritt in Barcelona erinnert an Olympia-Debakel

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WM-Auftritt erinnert an das Olympia-Debakel

30.07.2013, 20:07 Uhr | dpa

Schwimm-WM 2013: Auftritt in Barcelona erinnert an Olympia-Debakel. Nicht zu fassen: Hendrik Feldwehr nach einer neuerlichen Enttäuschung bei der Schwimm-WM. (Quelle: dpa)

Nicht zu fassen: Hendrik Feldwehr nach einer neuerlichen Enttäuschung bei der Schwimm-WM. (Quelle: dpa)

Keine Medaille, keine positive Überraschung und vor allem keine Erklärung. Der WM-Auftritt der deutschen Beckenschwimmer in Barcelona erinnert bislang frappierend an das Olympia-Debakel ohne Edelmetall. "Die Parallelen kann man nicht von der Hand weisen und man muss überlegen, warum ist das immer so?", fragte Chefbundestrainer Henning Lambertz.

Wie vor zwölf Monaten in London trumpft Schmetterling-Ass Steffen Deibler bei der Weltmeisterschaft auf, wie damals ist Britta Steffen dagegen keine Hoffnungsträgerin mehr. Und wie bei den Spielen fehlt auch ein mitreißender Auftritt aus der zweiten Reihe. "Es ist nicht so, dass die Ergebnisse uns große Freude machen", bekannte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow.

Nur staunende Zuschauer

Vielmehr droht die schlechteste Weltmeisterschaft in der Geschichte des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Bei den hochklassigen Finals am Dienstagabend mit dem Fabel-Weltrekord der 16-Jährigen Katie Ledecky (USA) über 1500 m Freistil (15:36,53 Minuten) als Höhepunkt waren Britta Steffen und Co. nur staunende Zuschauer im Palau Sant Jordi.

Rund drei Viertel der Schwimmer sollten ihre Zeit von den deutschen Meisterschaften Ende April in Berlin verbessern - geschafft haben es nach drei Wettkampftagen nur zwei von mehr als einem Dutzend Startern. Deibler, der mit 23,02 Sekunden über 50 Meter Schmetterling gar zum deutschen Rekord schwamm, und Hendrik Feldwehr, der über 100 Meter Brust die Anforderung erfüllte.

"Keine Ahnung, woran es gelegen hat"

Über 50 Meter blieb Feldwehr in 27,59 Sekunden hinter dem Ziel zurück und verfehlte um eine Hundertstelsekunde das Halbfinale. "Das Ziel war ganz klar das Finale. Keine Ahnung, woran es gelegen hat", erklärte der WM-Vierte von 2011. So oder ähnlich klingen die meisten seiner Kollegen im deutschen Team. Zwar mögen manche individuelle Erklärungen, von Nervosität über Trainingsmängel bis hin zu kleineren Erkrankungen, bei gutem Willen nachvollziehbar sein. Aber dass es gleich reihenweise Rückschläge gibt, spricht stark für einen grundlegenden Fehler im System.

Überhaupt keine Chance auf den Einzug in die nächste Runde hatte etwa Alexandra Wenk als 28. über 200 Meter Freistil (2:01,60). Auch die 18-Jährige, die zuvor bereits über 200 Meter Lagen als 22. früh ausgeschieden war, war total bedient. "Ich kann nur die Brille an die Wand klatschen und sagen: Ihr könnt mich alle mal! Aber das bringt auch nichts", sagte Wenk. Auch auf die Freistilschwimmer Sören Meißner und Martin Grodzki blieben hinter den Erwartungen zurück und verpassten über 800 Meter das Finale.

Eine einzige Medaillenoption

"Irgendwo ist da irgendwas, was wir noch nicht wissen, was wir nicht finden. Ich glaube nicht, dass das Trainingsmethodik ist. Es machen nicht auf einmal 25 Trainer, die beteiligt sind, alles verkehrt", sagte Lambertz. Besonders bedenklich ist, dass selbst die im Vergleich zu den Vorjahren entschärften WM-Normen in Barcelona nicht erreicht wurden.

Dass man als deutscher Schwimmer auch schnell sein kann, beweist allerdings Steffen Deibler. Stark über die 50 Meter Schmetterling, Weltjahresbester über 100 Meter Schmetterling. "Steffen hat sich im letzten und im vorletzten Jahr das Vertrauen geholt", lobte auch Lambertz seine einzige "wahrscheinliche Medaillenoption". Die von Verbandspräsidentin Christa Thiel genannte Zielvereinbarung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) von drei bis vier Medaillen der Beckenschwimmer und zehn Endlaufteilnahmen ist wohl nicht zu erreichen.

Mentalität wie von Lurz gefragt

Ein paar Prozente kann vielleicht eine andere Mentalität heraus kitzeln, wie sie etwa Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz in der Teamsitzung hervorhob. "Er hat gesagt, ich gehe da rein und habe das Gefühl, entweder ich gewinne oder ich sterbe. Bevor ich nicht gewinne, muss man mich fast umbringen", verriet Lambertz aus der Ansprache.

"Das ist die Einstellung, die wir brauchen. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Newcomer in diesem Becken das wieder lernen, dass es nicht dieses sich ergeben ist, sondern fighten, fighten, fighten. Bis zum letzten Moment." Und der ist bei der WM in Barcelona erst am Sonntag.

Wie weit die DSV-Schwimmer von der Spitze entfernt sind, zeigten die Finals am Dienstag. Olympiasieger Yannick Agnel (Frankreich) begeisterte mit seinem famosen Start-Ziel-Sieg über 200 m Freistil, die US-Amerikanerin Missy Franklin feierte über 100 m Rücken ihren zweiten von acht möglichen Siegen, Ledecky kürte sich im Alter von 16 Jahren und 135 Tagen in Weltrekordzeit zur jüngsten Weltmeisterin über 1500 m Freistil.

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