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Sportpolitik  

DDR-Dopingopfer können sich Hilfsfonds West vorstellen

05.08.2013, 14:56 Uhr | dpa

DDR-Dopingopfer können sich Hilfsfonds West vorstellen. Ines Geipel sorgt sich um Dopinggeschädigte Sportler.

Ines Geipel sorgt sich um Dopinggeschädigte Sportler. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nach den Enthüllungen der dunklen Doping-Vergangenheit in der Bundesrepublik haben sich frühere DDR-Doping-Opfer für die Gründung eines Fonds für geschädigte Athleten aus dem Westen ausgesprochen.

"Einen solchen Fonds für den Westen könnte ich mir gut vorstellen. Allerdings müssten wir erst einmal wissen, wie groß der Handlungsbedarf ist", sagte Uwe Trömer, Vorstandsmitglied im Dopingopfer Hilfeverein DOH, der Nachrichtenagentur dpa.

Auch für die frühere DDR-Sprinterin und Anti-Doping-Aktivistin Ines Geipel würde ein Hilfsfonds West Sinn machen. "Wenn es Geschädigte im Westen gibt, muss man Ost und West zusammen denken", sagte die 53-Jährige, die mit zur Einrichtung eines Fonds für DDR-Dopinggeschädigte beitrug. Geipel ist "heilfroh", dass die Dopingstudie vorliegt. "Endlich werden die Fragen an den Sport erneuert", meinte sie und fügte mit Blick auf die Doping-Praktiken in Ost und West: "Die Einheit hat es bereits Anfang der 70er Jahre gegeben." Dass es nach der Wende keinen Bruch gegeben habe, sei sehr traurig.

Trömer, der selbst ein anerkanntes DDR-Doping-Opfer ist, appellierte an die Sportler, deren Gesundheit wegen Dopingmissbrauchs Schaden genommen hat: "Meldet euch bei uns! Geht an die Öffentlichkeit! Es geht auch darum, künftig den Nachwuchs zu schützen." Trömer forderte zudem ehemalige Westsportler auf, "reinen Tisch zu machen. Ich würde es begrüßen, wenn die westlichen Sportler zugeben würden: Okay, wir haben dieses und jenes Mittel genommen." Nach der jüngsten Veröffentlichung über die Doping-Praktiken in der Bundesrepublik "muss die Sportgeschichte Ost und West neu geschrieben werden", meinte Trömer.

Dazu müsste laut Geipel die Vergangenheit lückenlos aufgearbeitet werden. "Wenn so viele Leute involviert waren, stellt sich die Frage: Um welche Sportler und Funktionäre handelt es sich", gab die Buchautorin zu bedenken und hinterfragte auch die Rolle des IOC-Präsidentschaftskandidaten Thomas Bach: "Inwieweit ist zum Beispiel auch Thomas Bach involviert? Wenn keine Namen genannt werden, bleibt alles anonym."

Auch der ehemalige DDR-Weltklassehochspringer Rolf Beilschmidt forderte mehr Transparenz in der Doping-Aufarbeitung. "Mich überrascht das nicht. Unter uns DDR-Athleten war bekannt, dass auch im Westen gedopt wurde", bemerkte der heutige Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen (LSB). "Es gab damals kaum Unrechtsbewusstsein, was Doping angeht. In der Aufarbeitung wurde nach der Wende lange mit zweierlei Maß gemessen."

Die frühere Eisschnellläuferin und Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms empfand die Unterscheidung zwischen Ost und West ebenfalls als "unfair". Man müsse schon sehr naiv sein, um überrascht zu reagieren: "Was, im Westen wurde ähnlich verfahren wie im Osten?" Ines Geipel möchte von einer "Verbarrikadierung Ost und West" nichts wissen. "Fest steht", so die frühere DDR-Top-Athletin: "Der Sport kann auf keinen Fall so weitergedreht werden wie bisher."

Der ehemalige DOSB-Leistungssportdirektor Ulf Tippelt betonte, dass das Staatsdoping in der ehemaligen DDR "im Wesentlichen aus den Stasiunterlagen ermittelt" wurde. Nun gäbe es einen wissenschaftlichen Beleg, dass in der alten BRD "auch staatlich geförderte Dopingforschung betrieben wurde". Der Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen (LSB) machte sich in einem Interview der "Leipziger Volkszeitung" (Montag) daher für eine Aufklärung mit allen Konsequenzen stark.

"Das wird vermutlich dem einen oder anderen nicht gefallen. Verwerflich wäre es, wenn es Leute wären, die nach der deutschen Wiedervereinigung sehr schnell auf das selbstverständlich zu verurteilende Dopingsystem der DDR gezeigt haben", erklärte Tippelt. Gerade bei geschädigten Personen müsse klar sein, wer "aus medizinisch-ethischer Sicht dafür Verantwortung trägt".

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