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Gefährliches Kälberblutmittel in Deutschland getestet

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Sportpolitik  

Gefährliches Kälberblutmittel in Deutschland getestet

05.08.2013, 20:40 Uhr | dpa

Berlin (dpa) - Bereits seit Beginn der 80er-Jahre wurde in der Bundesrepublik die umfangreiche Forschung zur Wirkungsweise von Blutdoping vorangetrieben. Dies wurde aus dem am Montag veröffentlichten Abschlussbericht über die Doping-Vergangenheit in der Bundesrepublik deutlich.

Auch die Vor- und Nachteile des aus Kälberblut gewonnenen, umstrittenen Doping-Präparats Actovegin wurde eingehend untersucht. Das gefährliche Mittel sei an Radsportlern und Spielern der Hockey-Nationalmannschaft getestet worden. Das Blutdopingmittel EPO war bereits Ende der 80er-Jahre ein Thema in westdeutschen Gremien.

"Die Unterlagen zeigen, wohin die Reise ging. Man hat sich schon früh auf die direkte Manipulation des Blutes konzentriert", erklärte der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel der dpa. "Über Blutdoping und Epo wurde in Arbeitskreisen diskutiert. Auch das damals in gutem Ruf stehende Actovegin, dass die Sauerstoffversorgung verbessern sollte, war kein Fremdwort. Actovegin wurde inzwischen aus dem Handel genommen, weil es zu gefährlich war und Todesfälle verursacht hat."

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hatte am Montagnachmittag die Studie einer Forschergruppe der Berliner Humboldt-Universität unter dem Titel "Doping in Deutschland 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation" auf die eigene Homepage gestellt.

Bereits 1985 sei Blutdoping "keine neue Erscheinung" gewesen, wird Professor Joseph Keul in der Studie zitiert. Zu einer Konjunktur der
sportmedizinischen Blutforschung sei es bereits nach 1963 gekommen. Auch der "Bundesausschuss zur Förderung des Leistungssports", eine der Vorgängerorganisationen des BISp, unterstützte laut der Wissenschaftler diese Forschungen, beispielsweise eine internationale Studie, an der deutsche Sportmediziner aus Freiburg und Berlin beteiligt waren.

Nach den Listen, die das BISp 1991 zum Thema "Forschungsprojekte – Medikamente" anfertigte, hatte das Institut bereits 1981 das erste Actovegin-Projekt an den Kölner Sportmediziner Wildor Hollmann vergeben, zwei weitere 1983 und 1984. Laut handschriftlicher Notizen hätten die Kölner Sportmediziner dieses Medikament an Radsportlern und Spielern der Hockey-Nationalmannschaft getestet. Hollmann hatte in der Vergangenheit stets erklärt, in seinem Institut sei "niemals Dopingforschung betrieben" worden.

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