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Deutsche Fechter sind im Weltvergleich "reine Amateure"

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Deutsche Fechter sind im Weltvergleich "reine Amateure"

06.08.2013, 10:39 Uhr | dpa

Deutsche Fechter sind im Weltvergleich "reine Amateure". Fechter Nicolas Limbach fühlt sich benachteiligt.

Fechter Nicolas Limbach fühlt sich benachteiligt. (Quelle: dpa)

Budapest (dpa) - Der Kampf, dem Teufelskreis zu entkommen, muss auf Dauer frustrierend sein. Ungenügende WM-Bilanzen wie 2011 im italienischen Catania mit nur einmal Silber und einmal Bronze - und schon droht dem Deutschen Fechter-Bund ein Problem:

Da stehen potenzielle Sponsoren in der Bonner Verbandszentrale nicht unbedingt Schlange und machen die Geldscheine locker. DFeB-Vizepräsident Dieter Lammer sprach es zum Auftakt der Weltmeisterschaften in Budapest klar aus und an: "Unsere Besten sind reine Amateure mit zeitlich limitierter individueller Unterstützung." Lammer muss mit den Schultern zucken, als das Thema WM-Prämien zur Sprache kommt: "Gibt es nicht."

Finanziell ist der Verband nach Lammers Angaben so knapp bemessen, dass man zwar noch den Wettkampfkalender bedienen kann; aber das ist eigentlich schon alles. Mitmachen und auf bessere Zeiten hoffen. Die Athleten müssen selbst schauen, wie sie aus ihrem sportlichen Tun so viel persönliche Faszination und Motivation gewinnen, dass sie Degen oder Florett nicht einfach in die Ecke stellen.

Der frühere Säbel-Weltmeister Nicolas Limbach kennt die leidige Situation zur Genüge: "Du musst dir irgendwann überlegen, dass du auch mal Geld verdienen musst." In Italien oder Russland ist das anders: Dort garantiert der Staat, beispielsweise über Quasi-Beschäftigung bei der Polizei oder der Armee, dass Fechten als Vollzeitjob ausgeübt werden kann. Beendet ein Athlet seine sportliche Laufbahn, sind ihm Arbeitsplatz und Einkommen in der Regel sicher.

Im deutschen Fechten strahlt das Geldproblem in alle Bereiche aus. Sportdirektor Sven Ressel sprach schon im April davon, dass das Förderbudget von rund einer Million Euro im Jahr eigentlich doppelt so hoch sein müsste, um dauerhaft Erfolge generieren und damit auch weitere Geldgeber gewinnen zu können.

Aktuell ist es so: Trainer können kaum attraktiv bezahlt werden, Sportler bekommen keine Erfolgs-Boni - da schaut Lammer schon mal neidisch gen Russland: "Dort haben sie finanziell ein komplett anderes Polster." Wie etwa in Singapur, wohin es den deutschen Nachwuchstrainer Simon Senft zog, weil er dort richtig gutes Geld verdienen kann.

In Fechterkreisen heißt es auch, dass die besten italienischen Trainer, beispielsweise in Russland, für längerfristige Verträge mit siebenstelligen Summen honoriert werden - doch das flüstert man sich in der Budapester Syma-Halle nur ganz leise zu; konkrete Belege für derartige Thesen gibt es nicht.

Wohl aber die eigene Erkenntnis wie bei Limbach, der schon vor Jahren festhielt, dass ein deutscher Top-Fechter mit dem, was er im Sport verdient, schon auskommen kann. "Aber beiseitelegen für später - das geht nicht." Allein die Olympia-Zweite Britta Heidemann dürfte aktuell vom Fechten sorgenfrei leben können.

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