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Doping im Sport: Uwe Seeler und DFB bestreiten Doping bei Fußball-WM 1966

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Doping  

"Freiburg das Paradies, Köln die Hölle"

07.08.2013, 16:05 Uhr | dpa

Doping im Sport: Uwe Seeler und DFB bestreiten Doping bei Fußball-WM 1966. Manfred Ommer hat Doping während seiner aktiven Zeit zugegeben.  (Quelle: dpa)

Manfred Ommer hat Doping während seiner aktiven Zeit zugegeben. (Quelle: dpa)

Nach der Veröffentlichung der Studie "Doping in Deutschland" hat der frühere deutsche Sprint-Meister Manfred Ommer von ausgedehnten Dopingpraktiken berichtet. "Freiburg war das Paradies für die Athleten. Dort bekam man das, was man brauchte. Köln war die Hölle. Dort saß das Institut von Donike (damaliger Doping-Fahnder, Anm. d. Red.), der versuchte, die Dopingsünder zu überführen", sagte der 62-Jährige im ZDF. Kein Mensch sei nach Freiburg für ein Rezept irgendeines Grippemittels gefahren. "Wenn du im Wartezimmer gesessen hast, hast du alles, was Rang und Namen hatte, getroffen, aus allen verschiedenen Sportarten. Jeder wusste, warum man dorthin fährt."

Ommer, der 1977 Doping zugegeben hatte, sprach auch davon, dass er aufgeklärt worden sei, wie er zum richtigen Zeitpunkt die Mittel absetzen musste, um nicht erwischt zu werden. Der frühere Deutsche Meister über 100 und 200 Meter, der von 1986 bis 1994 außerdem Präsident des Bundesligisten FC Homburg war, sprach auch von Doping im Fußball. "Das habe ich schon 1977 gesagt. Natürlich wird auch im Fußball gedopt. Da habe ich überhaupt keine Zweifel. Der DFB hat das zumindest zu der Zeit, als ich Präsident war, recht lasch gehandhabt." Die Studie bezeichnete Ommer als "Knaller". "Man kann sich nicht vorstellen, auf was man dort trifft - wieviel Heuchelei, wieviel Verlogenheit, wieviel Absurdität".

Seeler fordert Namen

Der deutsche Fußball hat die erneut erhobenen Vorwürfe eines Ephedrinmissbrauchs von Nationalspielern bei der WM 1966 zurückgewiesen - und der damalige Hauptdarsteller Uwe Seeler wehrt sich. "Ich halte von Doping gar nichts. Ich habe auch nicht gedopt, ich kenne auch keinen, der gedopt hat", sagte der 76 Jahre alte DFB-Ehrenspielführer.

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Laut Abschlussbericht der Berliner Humboldt Universität belege ein Schreiben des früheren FIFA-Funktionärs Mihailo Andrejevic, "dass drei deutschen Fußballern am Ende des Turniers 'feine Spuren' Ephedrin nachgewiesen wurden." Dabei habe es sich "sportrechtlich um Dopingvergehen" gehandelt. Seeler, der 1966 Kapitän des Vize-Weltmeisters (2:4 n.V. gegen England) war, fordert Beweise: "Ich höre das auch. Wenn, dann muss man Namen nennen, die das gemacht haben."

DFB verweist auf andere Studie

Der DFB verwies auf eine Studie des Jura-Professor Martin Nolte von der Sporthochschule Köln, die der Verband selbst in Auftrag gegeben hatte und die sich intensiv mit dem Thema befasst hat. Diese Studie sei zu dem Ergebnis gekommen, "dass bei der WM 1966 kein Dopingvergehen vorlag", erklärte Mediendirektor Ralf Köttker. "Ich habe in meinem Kreis, in meiner Zeit keinen kennengelernt, der gedopt hat. Wir haben hart gearbeitet, wir sind viel gelaufen und haben nie Probleme gehabt ohne Doping", betonte Seeler.

"Das Thema ist nicht ganz neu", stellte DFB-Vizepräsident Rainer Koch fest. Bereits im Oktober 2011 seien Presseartikel dazu erschienen. "Bis zur Veröffentlichung in den Medien war der Brief dem DFB gänzlich unbekannt", sagte der Vize. Koch verwies darauf, dass der Weltfußball-Verband 1966 "keinen der genannten Spieler wegen Dopings verurteilt oder gesperrt" habe.

Doping für Bierhoff schwer vorstellbar

Für Oliver Bierhoff ist Doping im deutschen Fußball "schwer vorstellbar", sagte der Manager der Nationalmannschaft: "Aber wenn es Zweifel gibt, wenn es Anhaltspunkte gibt, müssen wir dem nachgehen. Und ich weiß, das werden wir auch." Die Anschuldigungen eines Ephedrinmissbrauchs waren bereits im November 2011 bekanntgeworden. Bei dem Endrundenturnier in England hatte der Weltverband FIFA erstmals bei einer WM Dopingkontrollen eingeführt. Laut FIFA waren alle Proben der WM 1966 negativ.

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Auch dem Vorwurf, der Verband habe den Forschern den Zugang zu seinen Archiven verweigert, widersprach Koch. "Der DFB hat im Juli 2010 und dann erneut im Oktober dafür grünes Licht gegeben. Das Archiv stand den Forschern offen. Aber natürlich wurde die Öffnung mit geltenden Datenschutzauflagen verknüpft", sagte Koch. Die Forscher sollten erklären, dass das gesichtete Material nur zu Forschungszwecken verwendet werden dürfe: "Ein Forscher der Uni Münster war damit einverstanden, seine Kollegen aus Berlin nicht."

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