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DDR-Flüchtling Aschenbach: "In Ost und West gedopt"

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Sportpolitik  

DDR-Flüchtling Aschenbach: "In Ost und West gedopt"

07.08.2013, 12:38 Uhr | dpa

DDR-Flüchtling Aschenbach: "In Ost und West gedopt". Der ehemalige Skispringer Hans-Georg Aschenbach spricht offen über seine Dopingkenntnisse.

Der ehemalige Skispringer Hans-Georg Aschenbach spricht offen über seine Dopingkenntnisse. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Der ehemalige Weltklasse-Skispringer Hans-Georg Aschenbach hat angesichts der Studie "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" Klartext gesprochen.

"Wir wissen doch alle, dass in Ost und West gedopt wurde. Fragen Sie doch mal Sprinterin X, die ihren Dopingplan für die Teilnahme an den Spielen in München 1972 erfüllen musste, was sie noch heute darüber denkt, dass eine westdeutsche Athletin mit geringerem Trainingsaufwand ihr nahezu Paroli bieten konnte. Ich war in der medizinischen Kommission des Internationalen Skiverbandes, da ging es nur um wechselseitiges Ausspähen der Leistungssteigerung", sagte der Skisprung-Olympiasieger von 1976 der "Thüringer Allgemeinen".

Der heute in Freiburg lebende Orthopäde hatte 1988 nach seiner Flucht in den Westen als einer der ersten DDR-Sportler offen über flächendeckendes Doping in der DDR berichtet. Der 61-jährige Mediziner hat für das Schweigen vieler ehemaliger BRD-Sportler zum Thema Doping aber auch Verständnis. Er habe früh erfahren, "dass es Dopingnester im Westen gab. Aber ich bin rechtlich gezwungen und habe es medizinisch zu respektieren, wenn diese Athleten im Alter jenseits von 60 Jahren sich bei Aussagen und juristisch nicht leicht zu belegenden Behauptungen dem zu erwartenden Medienhype gesundheitlich nicht gewachsen fühlen. Das werden einige im Osten nicht gerne hören, aber ich bin zuallererst Mediziner und nicht Sportpolitiker." Zugleich spricht sich Aschenbach für ein Anti-Doping-Gesetz aus.

Am Montag war die vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderte Studie der Berliner Humboldt Universität, die in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Universität in Münster die westdeutschen Doping-Praktiken untersucht hatte, veröffentlicht worden.

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