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Früherer Diskus-Meister Neu spricht offen über Doping

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Sportpolitik  

Früherer Diskus-Meister Neu spricht offen über Doping

08.08.2013, 11:55 Uhr | dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Der sechsmalige deutsche Diskus-Meister und dreimalige Olympia-Teilnehmer Hein-Direck Neu hat offen über die Doping-Praxis während seiner aktiven Laufbahn gesprochen.

"Praktisch jeder von uns Werfern, der sportlich weiterkommen wollte, hat damals mehr oder weniger regelmäßig zu Anabolika gegriffen oder es zumindest einmal probiert. Einige haben es nicht vertragen und wieder abgesetzt. Ich hatte damit keine Probleme", erklärte der heute 69-Jährige in einem Interview des "Wiesbadener Kurier".

Bezogen habe er die Dopingmittel aus Freiburg. "Zusammen mit unserem damaligen DLV-Trainer Karlheinz Steinmetz sind wir regelmäßig zu Professor Armin Klümper in die Uniklinik nach Freiburg gefahren. Dort sind wir reichlich mit Spritzen, aber auch mit Tabletten versorgt worden. Ich hatte mich damals noch gewundert, dass die Krankenkasse das alles bezahlt", sagte Neu.

Vor allem um konkurrenzfähig zu sein, sei die Einnahme von Anabolika und anderen Mitteln unumgänglich gewesen. "Wenn du die Werfer aus der DDR, vor allem aber aus Amerika gesehen hast, die mit dem Zeug ganz offen umgegangen sind und im Gegensatz zu uns Studenten damals schon unter Profibedingungen trainiert haben, dann blieb dir doch gar keine andere Möglichkeit", betonte der Wiesbadener.

Die Hemmschwelle sei sehr niedrig gewesen. Jeder hätte gewusst, dass die Weltklasseweiten nicht von ungefähr kommen. Daher ist sich Neu auch sicher, dass die verantwortlichen Funktionäre über die Doping-Praxis im Bilde waren. "Keiner wollte natürlich offiziell etwas davon wissen. Da wir Athleten unter uns ganz offen darüber gesprochen haben, kann es aber niemandem verborgen geblieben sein", sagte Neu.

Am 21. Mai 1978 wurde der für den USC Mainz startende Hüne positiv auf Anabolika getestet und gesperrt. "Ich war damals völlig perplex. Das Risiko aufzufallen, war eher gering. Einige Trainer erkundigten sich vor Wettkämpfen darüber, ob es dort Kontrollen gibt. Da hast du dann halt im Zweifelsfall auf einen Start verzichtet", berichtete der später als Sport- und Englischlehrer arbeitende Neu.

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