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Differenzen um Doping-Aufklärung an Uni Freiburg

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Sportpolitik  

Differenzen um Doping-Aufklärung an Uni Freiburg

19.08.2013, 21:20 Uhr | dpa

Differenzen um Doping-Aufklärung an Uni Freiburg. Letizia Paoli (r) fühlt sich von Rektor Hans-Jochen Schwiewer (l) vor den Kopf gestoßen.

Letizia Paoli (r) fühlt sich von Rektor Hans-Jochen Schwiewer (l) vor den Kopf gestoßen. (Quelle: dpa)

Freiburg (dpa) - Der Streit um die Aufklärung der Doping-Vorgänge an der Universität Freiburg hat an Schärfe zugenommen. Die Leiterin der Untersuchungskommission, Letizia Paoli, fühlt sich erneut von Rektor Hans-Jochen Schiewer vor den Kopf gestoßen.

Auslöser ist eine von dem Hochschul-Chef für den 10. September in Freiburg vorgeschlagene Unterredung. Für die Mehrheit der Kollegen, "aufgrund der Urlaubszeit kenne ich nicht alle Meinungen, ist es eine brüskierende Vorladung", kritisierte Paoli in einem Interview der "Badischen Zeitung".

Diese Einladung erfolge kurzfristig, "um einen schriftlichen Sachstandsbericht über unsere bisherigen Ergebnisse vorzulegen. Hat Rektor Schiewer vergessen, dass es uns aufgrund der Geschäftsordnung strikt untersagt ist, vor der Abnahme unseres Endberichts durch die von ihm persönlich im Oktober 2012 eingesetzte Prüfungskommission irgendwelche Ergebnisse weiter zu geben?"

Die Hochschule entgegnete, dass die bis Ende September anstehende Beantwortung von drei Landtagsanfragen und einer Bundestagsanfrage die Einladung unumgänglich gemacht habe. Nach Bekanntwerden der Studie zum Doping in der Bundesrepublik sei ein Sachstandsbericht der Freiburger Kommission nötig. Der Brief von Rektor Schiewer ist auf den 9. August datiert.

"Die Evaluierungskommission arbeitet im Auftrag des Rektors, um die Sportmedizin in Freiburg und insbesondere die Arbeit der Abteilung für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin zeitlich unbeschränkt in allen Bereichen zu evaluieren; der Rektor kann sich jederzeit über den Sachstand informieren lassen", hieß es in der Mitteilung der Hochschule.

Paoli warf dem Hochschul-Chef zudem erneut vor, die Arbeit des Gremiums behindert zu haben. So habe die Kommission erst nach mehr als einjähriger Verspätung im Oktober 2012 Zugang zu den erhaltenen Abteilungsunterlagen und der gesamten Geschäftskorrespondenz des umstrittenen Professors Joseph Keul im Umfang einiger tausend Blatt bekommen. Schiewer weist den Vorwurf der Verschleppung zurück.

Auslöser der Untersuchungen war die Verstrickung der Universität Freiburg in den Skandal um den Profi-Radrennstall Team Telekom. Ebenfalls umstritten sind die Forschungen des früheren Freiburger Sportarztes Keul und von Professor Armin Klümper.

Paoli übernahm die Leitung der Kommission Ende 2009. Sie hofft, ihre Arbeit in "etwa einem Jahr und im Gesamtumfang von über 1000 Seiten" abschließen zu können. Die Kriminologin betonte: "Die Geschäftsordnung als einzige schriftliche Arbeitsgrundlage sieht keinen fixen Abschlusstermin vor. Dort heißt es lediglich, die Arbeiten sind mit der Vorlage eines Endberichts an den Auftraggeber beendet. Alles andere hat auch keinen Sinn bei einer derart komplexen und schwierigen Materie."

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