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Hockey-EM 2013: Deutschland ist Doppel-Europameister

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Deutschland ist Europameister

26.08.2013, 09:34 Uhr | sid, dpa

Hockey-EM 2013: Deutschland ist Doppel-Europameister. Oskar Deecke (li.) im Duell mit dem Belgier John-John Domen. (Quelle: dpa)

Oskar Deecke (li.) im Duell mit dem Belgier John-John Domen. (Quelle: dpa)

Deutschlands Hockey-Asse haben mit ihrem ersten Doppeltriumph in der Europameisterschafts-Geschichte ihren Spitzenplatz im Welthockey eindrucksvoll untermauert. Nur ein Jahr nach dem Tiefpunkt mit Olympia-Platz sieben bejubelten die Damen ihren ebenso überraschenden wie verdienten zweiten EM-Titel, während die erfolgsverwöhnten Herren bereits ihr achtes EM-Championat feierten. Die Titelverteidiger von Markus Weise setzten sich im Finale 3:1 (0:0) gegen Gastgeber Belgien verdient durch und eilen weiter von Titel zu Titel.

"Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wir wollten diesen Titel unbedingt, sagte Kapitän Moritz Fürste. Coach Markus Weise war begeistert: "Die Mannschaft ist für eine tolle Teamleistung belohnt worden." Verbandspräsident Stephan Abel war ebenfalls überglücklich. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas schon einmal gegeben hat: Zwei Europameister aus einem Land."

Revanche für Vorrunden-Pleite

Die deutschen Herren mussten gegen die heimstarken Belgier, die ihnen in der Vorrunde eine 1:2-Niederlage verpasst hatten, nach Max Müller (Achillessehnenoperation) in Martin Häner (Handbruch) kurzfristig auch den zweiten Top-Innenverteidiger ersetzen.

Das machte sich im Spiel bemerkbar. Vor 8400 lautstarken Zuschauern im ausverkauften Stadion setzten die Gastgeber von Beginn an voll auf Angriff und drängten das deutsche Team in die Defensive. Das Weise-Team konnte sich aber auf Torhüter Nicolas Jacobi verlassen, der mehrmals glänzend parierte. Für Deutschland vergab Marco Miltkau kurz vor der Pause die beste Chance.

Deutschland dreht Rückstand

Nach dem Seitenwechsel gingen die Belgier durch einen umstrittenen Treffer von Tom Boon (38. Minute) in Führung. Die Deutschen monierten, dass Boon den Ball fälschlicherweise mit der runden Seite ins Tor befördert hatte. Doch der Schiedsrichter gab den Treffer auch nach dem Sichten der Videobilder.

Die deutsche Mannschaft zeigte sich aber nicht geschockt. "Sie hat sich nicht unterkriegen lassen und hat eine Fehlentscheidung überlebt", kommentierte Weise gewohnt offen. Das deutsche Team kam nur drei Minuten später durch Martin Zwicker zum Ausgleich. Wie so oft in der Vergangenheit agierte die DHB-Auswahl unter Druck am stärksten. In der 51. Minute gelang Benjamin Wess das 2:1, dem Mats Grambusch den entscheidenden dritten Treffer folgen ließ.

Ähnlich wie Weise hat Mülders seinem aus Routiniers und Talenten bestehenden Kader eine neue Philosophie eingehaucht - und die Siegermentalität gleich mit. "Was bei den Herren seit Jahren normal ist, wächst bei uns nun als zartes Pflänzchen", sagte Mülders. Und meinte das Sieger-Gen. Mit Erfolg: Im Juni wurde bei der World League das WM-Ticket für 2014 gelöst, nun gab es in Boom als Zugabe den zweiten EM-Titel nach 2007. "Einfach sensationell", äußerte Rekord-Nationalspielerin Natascha Keller über ihre Nachfolgerinnen.

Mit Optimismus in die Zukunft

Mülders machte alles richtig, denn zwei von ihm zurückgeholte Damen spielten sofort tragende Rollen: Abwehrchefin Tina Bachmann wurde zur besten EM-Spielerin gewählt, Stürmerin Eileen Hoffmann war mit vier Toren beste DHB-Schützin. Zudem überzeugten viele Youngster. Top-Rückhalt war aber Kim Platten. Die Torfrau glänzte besonders im Penaltyschießen. Wie im Halbfinale gegen Belgien überstand sie auch im Finale das Shootout ohne Gegentor. Sie wehrte beide Male drei Schüsse ab, je ein Versuch ging daneben. "Kim hat das Sahnehäubchen auf einen sehr schönen Kuchen gesetzt", so Mülders.

Nach dem Schnitt muss er zwar ohne Asse wie Fanny Rinne, Keller, Mandy Haase & Co. auskommen, doch das bietet nachrückenden Talenten Bewährungschancen. Bachmann führt den Aufschwung auf den neuen Geist im Team zurück, das weiterentwickelt werden soll für die WM 2014 und Olympia 2016: "Das zeigt, dass wir nicht auf dem Holzweg sind."

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