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Trister Kanu-Alltag abseits Showbühnen vor WM

27.08.2013, 11:35 Uhr | dpa

Trister Kanu-Alltag abseits Showbühnen vor WM. Sebastian Brendel ist bei der Heim-Wm ein gefragter Athlet.

Sebastian Brendel ist bei der Heim-Wm ein gefragter Athlet. (Quelle: dpa)

Duisburg (dpa) - Sebastian Brendel ist dieser Tage oft in Duisburg anzutreffen - und zwar gleichzeitig an den verschiedensten Stellen. Der Kanu-Olympiasieger ist das Gesicht der Heim-WM.

Seit Wochen schon sind Litfaßsäulen, Straßenbahnhaltestellen und Hauseingänge voll mit Plakaten von ihm. "Das ist eine Ehre für mich, dass ich da überall rumhänge", flachst der 25-Jährige, "und natürlich eine Anerkennung meiner Leistungen."

Sogar an die Wettkampfstätte selbst hat es Brendel geschafft, "Fahnen mit meinem Gesicht drauf hängen direkt an der Strecke", berichtet er. Mit seiner furiosen Gold-Fahrt bei den Olympischen Spielen in London hat sich das Canadier-Einer-Ass zum sportlichen Aushängeschild des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) entwickelt. Klar, dass die WM-Organisatoren sich das zunutze machen und Brendel zum Werbebotschafter Nummer eins fürs Großereignis umfunktioniert haben.

Dabei hat es auch Brendel keineswegs zu echter Prominenz gebracht. Großer Ruhm ist seit dem Abtritt von Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer mehr als rar in der deutschen Kanuszene - da ändern auch die Erfolge nichts dran. "Ich habe jetzt eine Medaille bei mir im Kleiderschrank, die mir keiner mehr nehmen kann. Ansonsten hat sich wenig verändert - außer, dass ich mich Olympiasieger nennen darf", sagt Brendel.

Die Zahl der Unterstützer und Sponsoren, die seit dem unverhofften Olympiasieg dazukamen, hält sich in Grenzen. Wenn überhaupt, "dann sind bei einigen Sportlern vor allem lokale Sponsoren dazugekommen", erklärt DKV-Präsident Thomas Konietzko. Triste Aussichten also. Die Zahl von Brendels Facebook-Fans liegt bei weniger als 1000 - und damit auch deutlich unter der Marke fast jedes Zweitliga-Fußballers, der beim sozialen Netzwerk seine eigene Seite online stellt.

"Kanu ist eine Randsportart, wir stehen nicht so im Fokus wie andere", weiß Konietzko. Der Olympia-Hype um C1-Pilot Brendel fand ein ebenso rasches Ende wie bei den anderen Goldkanuten aus London: Im K2 der Frauen hatten Tina Dietze und Franziska Weber der Konkurrenz über 500 Meter keine Chance gelassen, bei den Männern waren Kurt Kuschela und Peter Kretschmer im C2 über 1000 Meter die Triumphatoren. Und bei allen setzte der Alltag schnell wieder ein - abseits der großen Bühnen, der Fernsehshows und des Medienrummels.

Schmerzhaft wurde es für die beiden jungen Canadier-Schützlinge. Kretschmer und Kuschela versuchten, das einzigartige Erlebnis zu konservieren, zu feiern und sich feiern zu lassen. Nur, dass sie dabei das Training schleifen ließen. Die beiden setzten im Herbst und Winter Schwerpunkte abseits der Kanustrecke, die Prioritäten verschoben sich. Beide waren gefragt bei Events und dienten als Gäste, mit denen sich Sponsoren und lokale Größen gerne umgaben. "Das Genießen stand klar im Vordergrund", meint Heimcoach Ralph Welke.

Weil sportlich im Frühjahr und Frühsommer nur wenig zusammenlief, dürfen Kuschela und Kretschmer beim Großereignis in Duisburg jetzt nicht über ihre 1000-Meter-Paradestrecke ran. Nach einer enttäuschenden EM in Portugal verloren sie sogar ihren vorgesehenen WM-Startplatz für die nicht-olympische 500-Meter-Strecke - jetzt stehen die beiden einzig noch im Canadier-Vierer am Start. "Das tut mir unwahrscheinlich leid für die beiden Jungs, die uns in London so überrascht haben", sagt Verbandspräsident Konietzko. "Aber das ist eine Erfahrung, die sie machen müssen, an der sie wachsen werden."

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