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Kanu-WM 2013: DKV-Präsident Konietzko will "Helden kreieren"

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Kanu-WM 2013  

Kanupräsident: "Müssen Gesichter und Helden kreieren"

28.08.2013, 15:51 Uhr | dpa

Kanu-WM 2013: DKV-Präsident Konietzko will "Helden kreieren". Thomas Konietzko will mehr Aufmerksamkeit für seinen Sport.

Thomas Konietzko will mehr Aufmerksamkeit für seinen Sport. (Quelle: dpa)

Duisburg (dpa) - Unmittelbar vor Beginn der Kanu-WM 2013 fordert der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), Thomas Konietzko, umfangreiche Reformen in seiner Sportart.

Nur mit weitgehenden Veränderungen könnten die Paddler ihren Platz im olympischen Programm auf Dauer behaupten, betonte der 49-Jährige in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Für eine größere Wahrnehmung sei es wichtig, Gesichter und Helden zu kreieren, die nachhaltig im Blickpunkt des Publikums bleiben.

Frage: Herr Konietzko, die Kanuten wurden bei den Olympischen Spielen in London als erfolgreiche deutsche Sommersportart gefeiert. Werden die Zuschauer auch bei der Heim-WM in Duisburg so verwöhnt?

Antwort : Wir wollen bei der WM in den olympischen Disziplinen so erfolgreich zu sein wie in London. Unser Ziel sind sechs Medaillen, davon drei goldene. In den nicht-olympischen Disziplinen wollen wir natürlich auch vorn mitfahren. Aber wir sind uns so unsicher wie selten, ob es reicht: Wir haben unseren Sportlern im nacholympischen Jahr die Möglichkeit gegeben, sich auf Ausbildung und Studium zu konzentrieren, die Trainingsumfänge zu reduzieren und die berufliche Karriere voranzubringen. Für uns als Randsportart, in der man kein Geld verdienen kann, ist das besonders wichtig, weil wir hier als Verband auch eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Athleten haben.

Frage: Ist es nicht zwangsläufig auch so, dass nach Olympia die Spannung bei den deutschen Spitzenkanuten abfällt?

Antwort: Die Spannung fällt bei uns eigentlich nie wirklich ab. Es ist unser Anspruch als erfolgreicher Sportverband erneut viele Medaillen zu holen. Andererseits ist es so, dass unsere Athleten im Winter und Frühjahr nicht so viel trainieren konnten wie vor Olympia. Außerdem haben wir uns trotz der Heim WM-entschieden, mit Blick auf Olympia 2016 in Rio möglichst viele junge Sportler in das Team zu integrieren. Von 31 deutschen Athleten sind gleich 17 Sportler 25 Jahre oder jünger. Wir werden viele neue Bootsbesatzungen sehen. Wir hoffen, dass alle dem Druck gewachsen sind, vor heimischen Publikum ähnlich erfolgreich zu sein wie 2012 in London.

Frage: Bei Olympia in London hat das Fernsehen immer wieder die Bilder der freudestrahlenden und erfolgreichverwöhnten Kanuten in die Heimat transportiert. Was ist aus dem großen Hype geworden?

Antwort: Wir sind seit 1992 die erfolgreichste olympische Sommersportart. Wir haben jedes Mal gehofft, dass von dem Hype etwas übrig bleibt. Was Presseanfragen anbelangt, sehen wir, dass es auch voran geht. Leider gilt das selten, wenn es darum geht, Sponsoren zu gewinnen. Einzelne Sportler, die besonders erfolgreich waren, haben immerhin schon einige neue gefunden - aber leider meist nur lokale.

Frage: Trotz drei Goldmedaillen in London hat es noch immer kein deutscher Kanute zu großer Aufmerksamkeit über die eigene Sportart hinaus geschafft. Vielen ist immer noch Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer der bekannteste Name, obwohl die lange schon aufgehört hat.

Antwort: Wir müssen Gesichter und Helden kreieren, die nachhaltig im Blickpunkt des Publikums bleiben. Dabei müssen unsere Sportler neben großartigen sportlichen Leistungen sich auch als Person gut verkaufen können. Neben Sebastian Brendel sehe ich auch bei Max Hoff, Tina Dietze und Franziska Weber das Potenzial, sich hervorragend präsentieren zu können und sympathisch für unseren Sport zu werben. Wir müssen vielleicht auch mit der Unterstützung von professionellen Experten diese Gesichter weiterentwickeln, damit sie jedem im Gedächtnis bleiben. Dass jeder erkennt: Das sind erfolgreiche Kanuten - so wie das früher bei Birgit Fischer der Fall war.

Frage: Wie kann man den Kanusport insgesamt interessanter machen? Bei der jüngsten Evaluierung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) drohte Kanu gar aus dem olympischen Programm zu fliegen.

Antwort: Nach der Evaluierung des IOC im Februar war im Kanusport nichts mehr so wie bisher. Viele Verantwortliche machen sich momentan Gedanken, wie wir unseren Sport noch professioneller und besser gestalten können und diskutieren mit denen, die möglichst wenig verändern wollen.

Frage: Sie sitzen selbst auch im höchsten Gremium Ihrer Sportart, dem "Board of Directors" des Weltverbandes ICF. Gibt es dort konkrete Änderungsvorschläge für die Zukunft?

Antwort: Es gibt leider in dieser Diskussion viele nationale Interessen; es ist kompliziert, Kompromisse zu finden. Wir müssen sehen, dass wir in den kommenden Monaten weiterkommen. Im November bei unserer nächsten Boardsitzung in Peru wird es eine breite und sicherlich auch kontroverse Diskussion um das olympische Kanuprogramm für 2020 geben. Und spätestens da müssen wir Entscheidungen über auch aus Sicht unseres Verbandes nötige Änderungen treffen.

Frage : Die nächste Evaluierung des IOC steht 2016 an. Was soll und muss Ihrer Ansicht nach bis dahin passieren?

Antwort: Wir müssen dem IOC deutlich machen, dass wir bereit sind, unseren Sport in wichtigen Bereichen zu erneuern. Er muss einfach verständlich, spannend und mehr auf einzelne Athleten fokussiert werden. Unser deutscher Vorschlag lautet, die Sprintrennen über 200 Meter beispielsweise so zu reformieren, dass die Halbfinals und die Finals als Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Athleten stattfinden. So könnten wir zusätzliche Spannungsbögen bilden und erfolgreichen Athleten eine bessere Bühne bieten.

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