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Kanu-WM 2013 in Duisburg soll ein "Fest" für Kanuten werden

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Kanu-WM 2013

Heim-WM als "Fest" - Olympia ist Maßgabe für Kanuten

29.08.2013, 13:47 Uhr | dpa

Heim-WM als "Fest" - Olympia ist Maßgabe für Kanuten. Eine Besucherin der Kanu-WM beobachtet an der Rennstrecke ein Frauen-Kanadier-Duo beim Training.

Eine Besucherin der Kanu-WM beobachtet an der Rennstrecke ein Frauen-Kanadier-Duo beim Training. (Quelle: dpa)

 

Duisburg (dpa) - Die Erwartungen an die deutschen Kanuten sind schon immer hoch gewesen - vor einer Heim-WM aber ist der Druck besonders groß.

Im Jahr eins nach Olympia blieb den erfolgsverwöhnten Assen von London 2012 nicht viel Zeit zum Ausspannen, rasch rückten die Welttitelkämpfe in Duisburg in den Mittelpunkt. Vor heimischem Publikum sollen Titel her. "Die Spannung fällt bei uns eigentlich nie wirklich ab. Es ist unser Anspruch als erfolgreicher Sportverband erneut viele Medaillen zu holen", betonte Verbandspräsident Thomas Konietzko unmittelbar vor dem Startschuss am Donnerstag.

Bereits zum fünften Mal nach 1979, 1987, 1995 und 2007 kommt die Stadt vom Niederrhein zu Weltmeisterschaftsehren - diesmal relativ kurzfristig. Erst vor elf Monaten hatte der ursprünglich vorgesehene Gastgeber Rio de Janeiro zurückgezogen. Und als ein schneller Ersatz gesucht wurde, sprang der Deutsche Kanu-Verband (DKV) gerne ein. Mit einem WM-Fest wolle man jetzt "beweisen, dass der Kanusport ein unverzichtbarer Teil der olympischen Familie ist", sagte Konietzko.

Die deutschen Hoffnungen auf der Heim-Regattastrecke sind riesig, Sportdirektor Jens Kahl hat die WM prompt zum "Meilenstein" für Olympia 2016 ausgerufen. Allein in den zwölf olympischen Disziplinen sollen sechs Medaillen her, davon drei goldene. Exakt so viele also wie bei den Sommerspielen vergangenes Jahr auf dem Dorney Lake bei London. "Aber wir sind uns so unsicher wie selten, ob es reicht", sagte Konietzko in einem dpa-Interview. "Wir haben unseren Sportlern im nacholympischen Jahr die Möglichkeit gegeben, sich auf Ausbildung und Studium zu konzentrieren, die Trainingsumfänge zu reduzieren und die berufliche Karriere voranzubringen."

Weil das bei den meisten der 1500 Teilnehmer aus insgesamt 79 Nationen gleichwohl nicht anders ist, gehören die deutschen Paddler in vielen Disziplinen zu den Favoriten. "So etwas darf nicht als Beschönigung gelten", machte Sportchef Kahl klar. "Unsere Athleten sind top drauf, es gibt keine Krankheiten." Vor allem im Vergleich zur mäßigen EM im Juni in Portugal "haben wir einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht", betonte Kahl. Damals hatten einige Leistungsträger enttäuscht.

Als ausgemachte Goldkandidaten gelten die Olympiasieger Sebastian Brendel (Canadier-Einer über 1000 Meter) sowie das Kajak-Frauenduo Franziska Weber/Tina Dietze. Die beiden DKV-Aushängeschilder haben gleich vier Medaillenchancen: Wie vergangenen Sommer in London treten sie zusammen im K2 über 500 Meter an; dazu auch im K2 über 200 Meter, im Vierer über 500 Meter sowie in der abschließenden Staffel.

In vier Rennen sind allein für Weber und Dietze vier Medaillen möglich. "Die Hoffnungen sind natürlich riesig", sagt die Potsdamerin Weber. Bundestrainer Reiner Kießler betont: "Wir werden beim Fokus auf die Wettkämpfe keinen Unterschied zwischen olympischen und nicht-olympischen Disziplinen machen." Viele Nachwuchskräfte erhalten erstmals bei einem Großereignis Bewährungschancen: Von 31 deutschen Athleten in Duisburg sind gleich 17 Sportler 25 Jahre oder jünger. "Wir werden viele neue Bootsbesatzungen sehen. Wir hoffen, dass alle dem Druck gewachsen sind", bekannte Konietzko.

Das übergreifende Ziel ist es, an den vier Wettkampftagen die erwarteten rund 20 000 Zuschauer begeistern zu können - und in der Medaillenwertung freilich möglichst weit vorne zu landen. Bei der jüngsten Heim-WM 2007 paddelten die Deutschen zu gleich neun Titel und dominierten die Welttitelkämpfe damals gemeinsam mit den Ungarn.

Chefcoach Kießler erhofft sich "eine Riesenwerbung für unseren Sport", für Konietzko ist die Außendarstellung elementar für die Zukunft seiner Sportart. "Wir müssen Gesichter und Helden kreieren, die nachhaltig im Blickpunkt des Publikums bleiben. Dabei müssen unsere Sportler neben großartigen sportlichen Leistungen sich auch als Person gut verkaufen können", betonte er im dpa-Interview.

Bei der jüngsten Evaluierung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) drohte Kanu gar aus dem olympischen Programm zu fliegen, konnte sich erst im letzten Moment retten. Seitdem sei "nichts mehr so wie bisher", betonte der DKV-Chef, der auch im höchsten Gremium seiner Sportart - dem "Board of Directors" des Weltverbandes ICF - sitzt. "Wir müssen dem IOC deutlich machen, dass wir bereit sind, unseren Sport in wichtigen Bereichen zu erneuern. Er muss einfach verständlich, spannend und mehr auf einzelne Athleten fokussiert werden", sagt er. Reformbedürftig sind aus DKV-Sicht vor allem die oft unübersichtlichen 200-Meter-Sprintrennen.

 
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