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Sportpolitik  

Die richtige Wahl: Deutscher Sport für Bach

05.09.2013, 16:31 Uhr | dpa

Die richtige Wahl: Deutscher Sport für Bach. Thomas Bach erfährt in Deutschland eine breite Unterstützung aus dem Sport.

Thomas Bach erfährt in Deutschland eine breite Unterstützung aus dem Sport. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Für die deutschen Spitzensportfunktionäre ist Thomas Bach der richtige Mann bei der Wahl zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

"Thomas Bach kann Dinge voranbringen und Kompromisse finden", meinte Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes, vor der Abstimmung beim IOC-Kongress in Buenos Aires in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Er kann alles, was ein IOC-Präsident braucht." Auch Basketball-Chef Ingo Weiss stimmt in den Chor derer ein, die dem deutschen Kandidaten zutrauen, "ein guter Präsident zu sein, der neue Akzente ins IOC bringen würde".

Das Daumendrücken für den 59 Jahre alten Tauberbischofsheimer, der sich gegen fünf Mitbewerber durchsetzen muss, ist nicht ganz selbstlos. Weiss würde sich auf "einen kürzeren Draht" ins IOC und "den einen oder anderen Tipp" für den nationalen Sport freuen. "Der deutsche Sport wäre mit einem deutschen Präsidenten in herausragender Position vertreten", sagte Christa Thiel und fügte zuversichtlich an: "Das würde uns alle freuen und bedingt natürlich auch, dass wir uns ein offenes Ohr für unsere Anliegen wünschen dürfen." Die Schwimm-Präsidentin gilt als Kandidatin für die Nachfolge von Bach im Präsidentenamt des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

"Diese Wahl würde für uns einige Wege verkürzen", hofft auch Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes und Sprecher der deutschen Spitzensportverbände. Auch er wird genannt, wenn hinter verschlossenen Türen bereits über die Neubesetzung des Spitzenamtes im DOSB spekuliert wird. Im Falle der Wahl von Bach zum IOC-Präsidenten müsste am 7. Dezember auf der Mitgliederversammlung in Wiesbaden eine neue Nummer eins für den deutschen Sport gekürt werden.

Dass Bach, der schon zehn Jahre IOC-Vizepräsident ist, als Chef des Ringe-Ordens mehr für den deutschen Sport bewegen kann, halten viele nicht für möglich und sinnvoll. "Ein IOC-Präsident muss den Interessen des Weltsports nachgehen. Deshalb wird der deutsche Sport keine wesentlichen Vorteile aus einer Präsidentschaft Bachs ziehen", argumentierte Leichtathletik-Präsident Clemens Prokop. "Und es wäre falsch, wenn er gezielte nationale Interessen verfolgen würde."

Diese Meinung teilen die beiden früheren deutschen IOC-Mitglieder Walther Tröger und Roland Baar. "Ich kann nicht erkennen, dass es irgendeinen großen Vorteil gibt", sagte IOC-Ehrenmitglied Tröger dem "Tagesspiegel". "Viel kann er nicht riskieren, denn wenn er dann Fehler machen würde, würden die ihm sofort um die Ohren gehauen." Auch Baar glaubt nicht an weitreichende positive Auswirkungen für Deutschland durch eine Wahl Bachs. "Das ist so wie in der Politik. Wenn der niedersächsische Ministerpräsident Bundeskanzler wird, vertritt er auch nicht niedersächsische Interessen", sagte der fünffache Ruder-Weltmeister.

Allerdings versprechen sich deutsche Verbandsfürsten von Bach vor allem neue Impulse, Ideen und Reformen für den olympischen Sport. "Ich habe die Erwartung, dass die Vermarktung der Olympischen Spiele nicht weiter eskaliert", sagte Eisschnelllauf-Präsident Gerd Heinze. Zudem erhoffe er sich, dass das olympische Programm in Zukunft für alle Verbände berechenbar bleibt "und nicht jede Funsportart aufgenommen wird, weil dies immer zulasten der klassischen Sportarten geht". Brechtken erhofft sich unter der Ägide Bachs, "dass innerhalb der Sportarten die Vielfalt olympischer Disziplinen größer wird".

Ob die Chancen einer deutschen Olympia-Bewerbung mit einem deutschen IOC-Präsidenten steigen? "Das hätte sicher positive Wirkung für eine deutsche Bewerbung", glaubt Heinze. Schließlich habe Barcelona für 1992 den Zuschlag für die Sommerspiele erhalten. Damals war der in Barcelona geborene Juan Antonio Samaranch IOC-Chef. Keinen Zusammenhang zwischen Spiele-Vergabe und Nationalität des Präsidenten sieht Prokop: "Die Bewerbung München für die Winterspiele 2018 hat es gezeigt: Da werden weder der Präsident noch ein Vizepräsident entscheidend Einfluss ausüben können."

Für Christa Thiel würde eine erfolgreiche Wahl Bachs die Chancen einer deutschen Olympia-Kandidatur nicht schmälern. "Ich sehe keine negativen Einflüsse für eine deutsche Bewerbung, wie das schon gelegentlich vermutet wurde, weil das dann zu viel Zuspruch für unseren deutschen Sport wäre", sagte sie. Entscheidender ist für Basketball-Präsident Weiss eine andere Frage: "Wollen wir Olympia? An allererster Stelle ist das kein Thema, das Bach betrifft. Deutschland muss sich entscheiden."

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