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Sportpolitik  

Supermanager Richard Carrion versteht die Finanzwelt

06.09.2013, 10:38 Uhr | dpa

Supermanager Richard Carrion versteht die Finanzwelt. Richard Carrion will IOC-Präsident werden.

Richard Carrion will IOC-Präsident werden. (Quelle: dpa)

Buenos Aires (dpa) - Am meisten versteht Richard Carrion vom Geld, aber er spricht nicht gern darüber. Der IOC-Vorzeigebanker aus Puerto Rico hat genug damit zu tun, seine neu erlernte Rolle als Gegenentwurf zum Favoriten Thomas Bach möglichst effektiv zu verkörpern. Der 60-Jährige positioniert sich als weltmännischer Staatsmann mit einer klaren Vision von einem IOC der Zukunft. Carrion steht zu seinem Beruf als Bankier, will aber nicht darauf reduziert werden.

"Ich höre immer: ein Banker, ein Banker - was soll ich sagen? Die IOC-Mitglieder werden für den stimmen, den sie für den Besten halten. Ich weiß mich in dieser Welt zu bewegen", sagte Carrion. "Ich habe für das IOC in den vergangenen Jahren Verträge in Höhe von mehr als acht Milliarden Dollar ausgehandelt, aber das Wichtigste ist meine Leidenschaft für die olympische Bewegung." Carrion als glühender Verfechter der olympischen Werte? Das passt nicht wirklich, aber es gehört zum Anforderungsprofil eines IOC-Präsidenten. Auch zu Sportfragen mischte sich der Chef der Banco Popular in Puerto Rico zuletzt immer wieder mal ein. Jahrelang hat er zu solchen Themen praktisch geschwiegen.

Jetzt muss er mehr sein als ein ausgewiesener Finanzmann. Und genau das versucht er beim Kampf um das wichtigste Amt im Weltsport auch zu transportieren. Carrion ist bestens gecoacht. Neben dem ehemaligen Sportreporter Enrique Martel hat er James Carville als seinen Helfer engagiert, der Mann hinter Bill Clintons Wahlkampf.

Seit Monaten schon gibt Carrion den offenen, charmanten Weltmann, der dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine erfolgreiche Zukunft verspricht. Früher präsentierte er sich oft als unnahbar und wurde selbst von einigen IOC-Kollegen als arrogant und unfreundlich gerügt. Bei der historischen Darstellungsrunde der sechs Kandidaten Anfang Juli in Lausanne trat Carrion ohne jegliches Manuskript an und demonstrierte souverän unter Druck die nötige Sicherheit im Rampenlicht als potenzieller Nachfolger des scheidenden Präsidenten Jacques Rogge.

Das Vorstandsmitglied der elitären New Yorker Notenbank Federal Reserve hat als Chefverkäufer der TV-Rechte - außer Europa - im Ringe-Orden Karriere gemacht. Carrion, seit 1990 im IOC, ist seit 2002 Direktor der Finanzkommission und damit Rogges wichtigster Geldbeschaffer. Er hat für das IOC unter anderem den Rekord-TV-Deal mit dem US-Giganten NBC über 4,382 Milliarden Dollar für die Spiele 2014 und 2016 ausgehandelt. In den vergangenen zehn Jahren habe die Ringe-Organisation ihre Rücklagen von 100 auf 900 Millionen Dollar erhöht, erklärte der IOC-Bankier, der von 2004 bis 2012 zudem der Exekutive angehörte.

Seine Bewerbung setzt er auf vier Säulen. Er will dem IOC mehr Weltgeltung verschaffen, aufbauend auf dem Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen. Neben der bestehenden olympischen Solidarität möchte er einen weiteren Sondertopf zur Geldverteilung schaffen mit dem unklaren Ziel, den Sport und die Jugend mehr zu fördern. Durch organisatorische Reformen sollen die Kostenexplosion bei Olympischen Spielen kontrolliert und dadurch mehr Bewerberstädte angelockt werden. Und er will viertens durch verbesserte Kommunikation dafür sorgen, dass sich die IOC-Mitglieder mit ihren Fähigkeiten mehr in die Prozesse einbringen. Das Alterslimit stellt er infrage - ein durchsichtiges Manöver bei der Jagd nach Stimmen.

Das IOC wurde in seiner 119-jährigen Geschichte bisher nur einmal von einem Nicht-Europäer angeführt - von 1952 bis 1972 vom Amerikaner Avery Brundage. "Ich bin nicht der Kandidat Lateinamerikas, auch wenn ich aus der Karibik komme" sagte Carrion, der einen US-Pass hat, "diese Wahl dreht sich nicht um Geografie. Unsere Aufgabe ist es, die olympische Bewegung zu vereinen." Er fühle sich bereit für einen "Mann gegen Mann-Wahlkampf", verkündete er Ende Mai mit einem strahlenden Lächeln. Das IOC sei wie eine sportliche Ausgabe der Vereinten Nationen - und er habe die nötige Leadership-Qualität, diese Organisation anzuführen.

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