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Klarer Favorit  

Ringen darf auf olympischen Verbleib hoffen

06.09.2013, 12:20 Uhr | dpa

Ringen darf auf olympischen Verbleib hoffen. Ringen bleibt möglicherweise doch olympisch. (Quelle: imago/Schreyer)

Ringen bleibt möglicherweise doch olympisch. (Quelle: Schreyer/imago)

Ringen darf sich Hoffnung machen. Die Sportart geht im Dreikampf mit Baseball/Softball und Squash als klarer Favorit in die Abstimmung der 125. IOC-Vollversammlung, die in Buenos Aires über den letzten freien Platz im olympischen Programm für die Spiele 2020 entscheiden.

"Ich bin optimistisch, aber ich mache noch keinen Champagner auf. Einen Kampf müssen wir noch gewinnen", sagte Nenad Lalovic, der Präsident des Ringer Weltverbands FILA. "Wir haben sehr hart gearbeitet und hoffen, dass wir dafür belohnt werden."

"Der Fehler muss korrigiert werden"

Bedroht vom Olympia-Aus und dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit, hat sich der Traditionssport in Rekordtempo neu erfunden. Nur sieben Monate nach der heftig kritisierten Empfehlung der IOC-Exekutive, Ringen von 2020 an den Olympia-Status abzuerkennen, glauben selbst IOC-Granden an eine Revision des eigenen Fehlurteils. "Es war solch ein Fehler, er muss einfach korrigiert werden", sagte IOC-Präsidentschaftskandidat Denis Oswald aus der Schweiz stellvertretend für viele.

Unmittelbar vor dem entscheidenden Votum am Sonntag hat jeder internationale Verband noch einmal 20 Minuten Zeit, sich den stimmberechtigten Olympiern zu präsentieren. Baseball/Softball, das noch immer keine garantierte Zusage der Major League Baseball über die Olympia-Teilnahme aller Superstars hat, war erst 2005 aus dem Programm gewählt worden. Squash erfüllt mit 185 Mitgliedsverbänden zwar den Universalitätsanspruch des IOC, ist aber alles andere als ein innovativer Trendsport. Bei einem Sieg der Ringer bliebe alles beim alten - und die groß angekündigte Reformpolitik von IOC-Präsident Jacques Rogge würde sich auf die Aufnahme von Golf und Rugby bei den Spielen 2016 beschränken.

Allianz von USA, Russland und Iran

Dabei hatte der Ringer-Weltverband jahrelang die IOC-Forderungen nach Modernisierung ignoriert - nach dem erzwungenen Rücktritt des Schweizers Raphael Martinetti als FILA-Präsident Mitte Februar änderte sich dies rasch. Unter der erfolgreichen Führung von Lalovic entwickelte die FILA mit ihren 177 Mitgliedsverbänden eine ungeahnte Wucht. Die Ringer-Nationen USA, Iran und Russland bildeten eine verblüffende Interessengemeinschaft, sogar bei den Vereinten Nationen warben Lalovic und Co. für ihr Anliegen.

Verband ist lernfähig

Mit umfassenden Regeländerungen trieben die Ringer die Neuausrichtung schließlich entscheidend voran. In Zukunft wird in zwei Runden à drei Minuten gekämpft. Aktivität soll belohnt werden, das Wertungssystem wurde vereinfacht, und es gibt zwei Gewichtsklassen mehr für Frauen - auf Kosten der Männer. Auch der FILA-Vorstand öffnet sich für Frauen, eine Vizepräsidentin soll her. "Der Verband hat die Gründe für die Streich-Empfehlung verstanden und gut reagiert", lobte Rogge. Für IOC-Vize Thomas Bach ist Ringen nach den Änderungen sogar "ein neuer Sport".

Lalovic wertete die Komplimente als Bestätigung für den richtigen Kurs. "Das weltweite Interesse an unserem Schicksal ist sehr bewegend und zeigt unseren Stellenwert", sagte der Serbe.

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