Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

IOC-Präsidentschaftswahl: Die Herausforderer von Thomas Bach im Überblick

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sportpolitik  

Fünf gegen Thomas Bach: Die Herausforderer

09.09.2013, 11:41 Uhr | dpa

IOC-Präsidentschaftswahl: Die Herausforderer von Thomas Bach im Überblick. Thomas Bach muss sich gegen fünf Konkurrenten behaupten.

Thomas Bach muss sich gegen fünf Konkurrenten behaupten. (Quelle: dpa)

Buenos Aires (dpa) - Ein illustres Quintett fordert den Wahlfavoriten Thomas Bach an diesem Dienstag heraus. Die Nachrichtenagentur dpa stellt die fünf Kandidaten vor: 

Sergej Bubka (49), Ukraine

Sergej Bubka hat bisher fast alle Höhen in seinem Leben genommen. Als Stabhochspringer gewann er bei vier Olympischen Spielen einmal Gold (Seoul 1988), wurde sechsmal Weltmeister und setzte 35 Weltrekorde, von denen die 6,15 Meter in der Halle und 6,14 Meter im Freien noch Gültigkeit haben. Er schaffte dies, berechnend und deshalb besonders einträglich, zentimeterweise. Berechnend war dann auch sein schier unaufhaltsamer Aufstieg als Sportfunktionär und Geschäftsmann. Die 2005 in der Ukraine erkämpfte NOK-Präsidentschaft verschaffte ihm den Eintritt in die Welt der Oligarchen.

Das wiederum machte ihn zu einem Multimillionär. Auch im Internationalen Leichtathletik-Verband strebt er die Präsidentschaft an, mit dem Briten Sebastian Coe als Rivalen. In seiner Bewerbung gibt Bubka wieder einmal alles. Er wolle, "wenn nötig, 24 Stunden am Tag für den Erfolg der olympischen Bewegung arbeiten". Das IOC müsse sich "mehr um die Jugend kümmern. Wenn nicht, verlieren wir eine ganze Generation." Bubka schlägt einen Jugend-Beirat vor, aber auch einen aus Ehrenmitgliedern bestehenden Rat der Alten, um Erfahrungen besser nutzbar zu machen.

Richard Carrion (60), Puerto Rico

Richard Carrion hat als Chefverkäufer der TV-Rechte (außer Europa) im Ringe-Orden Karriere gemacht. Er hält sich zugute, die Reserven des IOC von 100 Millionen auf 900 Millionen Dollar gesteigert zu haben. Der Bankenchef aus Puerto Rico, im März aufgestiegen in das Direktorium der Federal Reserve Bank in New York, hat das Selbstverständnis eines Supermanagers, der dem IOC zu größerer Stärke und Ansehen verhelfen will, mehr Effizienz in der Verwaltung und beim Kostenmanagement Olympischer Spiele inbegriffen.

In seinem an die IOC-Kollegen gerichteten Bewerbungsschreiben auf Hochglanzpapier lässt er sich zum ersten Mal ausführlich zu Fragen des Sports vernehmen - und macht gleich das durchsichtige Angebot, die Altersbegrenzung für IOC-Mitglieder von 70 auf 75 zu erhöhen. Carrion sagt: "Ich höre immer ein Banker, ein Banker - was soll ich sagen? Die IOC-Mitglieder werden für den stimmen, den sie für den Besten halten. Ich weiß mich in dieser Welt zu bewegen." Und wie ist er Mitglied im IOC und zu einem aussichtsreichen Präsidenten-Anwärter geworden? Er hat eine Frau aus Barcelona geheiratet, deren Familie eng befreundet war mit der Familie der Frau des ehemaligen Präsidenten Juan Antonio Samaranch.

Ng Ser Miang (64), Singapur

Aufschlussreich ist ein Augusttag bei den von ihm organisierten ersten Jugendspiele in Singapur. Da sagte Ng Ser Miang bei einem Einladungsessen für seine asiatischen IOC-Kollegen: "Alle Asiaten müssen zusammenhalten. Die Zukunft liegt auf unserem Kontinent. Wir müssen die Vormacht Europas brechen. Asien hat das Recht, künftig den IOC-Präsidenten zu stellen." Der Festlandchinese, der bei seinem intensiven Wahlkampf mehrfach die Welt umrundet hat, setzt auf die Karte Jugend. "3,5 Milliarden Menschen sind unter 25 Jahren. Wenn wir nichts für sie tun, dann hat auch Olympia keine Zukunft."

Seine Kollegen lockt er mit der Aussage, sie müssten "gestärkt" und in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden werden, dazu gehört die Überlegung, das Besuchsverbot von Olympia-Bewerbern aufzuheben. Ng hat es im Stadtstaat zu Reichtum gebracht. Als Botschafter für Norwegen hat er Diplomatenstatus. Dem Segeln ist er besonders verbunden. Sein Credo heißt: Das IOC benötige einen "Führer, der weltweit zu Hause ist und die olympische Bewegung mit einer einigenden Vision zusammenhält". Zu seiner Eignung sagt er: "Ich bin stolz, ein Asiate zu sein, doch ich bin gleichzeitig ein Weltbürger."

Denis Oswald (66), Schweiz

Man kann Denis Oswald aus guten Gründen einen Fachmann für Olympismus nennen, und wenn er über die Verteidigung olympischer Werte spricht, dann klingt das nicht hohl. Er wolle Dienst an der Sache leisten, "ich habe etwas zu bieten und offeriere es dem IOC". Er hoffe, dass das, "was ich bin und was ich getan habe mehr zählt als Händeschütteln und Kontaktpflege". Als Sportler gewann Oswald eine olympische Bronzemedaille im Rudern. Seine Karriere als Spitzenfunktionär begann 1989 mit der Präsidentschaft im Welt-Ruderverband. Als Vertreter der Sommersport-Verbände in der Exekutive über zwölf Jahre stellte er nicht selten die Interessen des IOC über die seiner Klientel.

Als Koordinator war er verantwortlich für die Vorbereitung der Sommerspiele in Sydney und Athen. Parallel dazu schaffte es der Jurist zu einer Professur in Neuenburg. Oswald will Olympische Spiele "auf höchstem Niveau organisieren", und das kostensparend, um den Trend nach "immer mehr" zu stoppen. Die Altersbegrenzung soll auf 75 Jahre erhöht und kontrollierter Besuch von Olympia-Bewerbern erlaubt werden. Seine frühere Forderung, die Vollversammlung im Sinne eines "Sportparlaments" mit jeweils 35 Vertretern aus Verbänden, NOKs und Athleten sowie 35 "Unabhängigen" auszubauen, ist in seinem Bewerbungspapier nicht enthalten.

Wu Ching - Kuo (66), Taiwan

"Dr. Wu" hat sich als besonderes Wahlkampfthema ausgedacht, die Amtszeit des IOC-Präsidenten von möglichen zwölf auf acht Jahre zu begrenzen und die Anzahl der persönlichen Mitglieder von 115 auf 130 zu erhöhen. So könnten alle 35 Präsidenten internationaler Verbände mit olympischen Sportarten aufgenommen werden. Auch der Präsident des Internationalen Boxverbandes (AIBA) verdankt seine olympische Karriere Samaranch. Beide vereinte unter anderem die Leidenschaft des Sammelns olympischer Briefmarken, die es im IOC sogar zu einer Kommission gebracht hat.

Auch zum Dank dafür, dass er von der üppigen Kollektion des spanischen Ex-Präsidenten erben konnte, setzte der auch international sehr erfolgreiche Architekt dem früheren IOC-Boss im Frühjahr ein Denkmal in Form eines Museums. Dass dies im chinesischen Tianjin geschah - unter Anwesenheit von zwei Dutzend IOC-Mitgliedern -, hatte eine besondere Bedeutung. Zum ersten Mal hatte es die Regierung der Volksrepublik erlaubt, einem Nichtchinesen im eigenen Land ein solches Bauwerk zu widmen. Was das für Wu selbst bedeutet? Dass China seine Kandidatur unterstützt oder die von Ng Ser Miang - oder beide verhindern will mit dem Ziel, irgendwann einen Landsmann zum ersten asiatischen IOC-Präsidenten zu machen? Letzteres hat die größte Wahrscheinlichkeit.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal