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Sportpolitik  

Deutschland drückt Bach die Daumen

09.09.2013, 16:09 Uhr | dpa

Deutschland drückt Bach die Daumen. Auch Bundesinnenminster Hans-Peter Friedrich drückt Thomas Bach die Daumen.

Auch Bundesinnenminster Hans-Peter Friedrich drückt Thomas Bach die Daumen. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Ob Franz Beckenbauer, Wolfgang Niersbach oder Dirk Nowitzki: Beim erhofften Sprung auf den IOC-Thron kann sich DOSB-Präsident Thomas Bach der Unterstützung der deutschen Sportprominenz gewiss sein.

Auch die Bundesregierung verfolgt die mit Spannung erwartete Wahl in Buenos Aires mit großem Interesse und drückt dem Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim die Daumen. "Die Bundesregierung wünscht Thomas Bach für den 10. September alles Gute. Ein deutscher IOC-Präsident wäre ein Gewinn für den deutschen, aber auch für den internationalen Sport", erklärte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

Für Beckenbauer käme die Wahl Bachs zum Nachfolger des Belgiers Jacques Rogge einem vorgezogenen Geburtstagsgeschenk gleich. "Ich hoffe, dass ich Thomas Bach einen Tag vor meinem Geburtstag gratulieren kann, wenn er als erster Deutscher in das höchste Amt des Sports gewählt ist", sagte der deutsche Fußball-Kaiser in einem Interview der "Bild am Sonntag". Dies wäre "eine große Auszeichnung für uns alle". Beckenbauer wird am Mittwoch 68 Jahre alt.

Bach kann sich der vollen Rückendeckung des deutschen Profifußballs sicher sein. Durchaus erstaunlich, agierten der mächtige Fußball und der Dachverband des deutschen Sports doch nicht immer in Harmonie. Doch das ist vor dem Showdown in Buenos Aires vergessen. Der Deutsche Fußball-Bund sei "der absoluten Überzeugung, dass er mit seiner sportlichen Vita, seiner großen internationalen Reputation und seiner Erfahrung eine ideale Besetzung an der Spitze des IOC wäre und seine Wahl ein Zeichen für die Wertschätzung des deutschen Sports" sei, sagte DFB-Präsident Niersbach voller Überschwang.

Bach hatte den Profifußball Anfang August bei der Generalversammlung in Berlin umgarnt und für seine Solidarität mit den anderen Sportarten gelobt. Das kam an bei den Fußball-Funktionären.

Abseits des Fußballs gibt es allerdings auch kritische Töne zum deutschen Sportfunktionär. "Bei DOSB-Präsident Thomas Bach habe ich das Gefühl, es ging ihm noch nie um etwas anderes, als IOC-Präsident zu werden. Er ist nur damit beschäftigt, den interessieren weder wir noch sein Amt beim Sportbund wirklich", schimpfte Diskus-Olympiasieger Robert Harting.

Auch Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sieht Bachs Ambitionen sehr zurückhaltend. "Thomas Bach hat das Recht sich zu bewerben", sagte die SPD-Politikerin. "Wenn Herr Bach gewählt werden sollte, erwarte ich von ihm Transparenz und endlich glaubwürdige Schritte im Anti-Doping-Kampf, die nicht nur auf dem Papier existieren", forderte Freitag.

Basketball-Superstar Dirk Nowitzki steht dagegen hinter Bach. "Ein Deutscher an der Spitze des IOC, das wäre doch toll und etwas, worauf wir Deutschen alle stolz sein könnten", sagte Nowitzki. DBB-Präsident Ingo Weiss, ein möglicher Nachfolgekandidat Bachs an der DOSB-Spitze, meinte: "Ich glaube, dass Thomas Bach ein guter IOC-Präsident wäre, der neue Akzente, ein klein wenig junge Aspekte ins IOC bringen würde."

Volle Rückendeckung bekommt für Bach auch von "seinen" Fechtern. "Die deutschen Fechter sind stolz auf ihn und drücken Thomas Bach fest die Daumen", gab DFeB-Präsident Gordon Rapp dem Mannschafts-Olympiasieger von 1976 mit auf den Weg. DFeB- Ehrenpräsidentin Erika Dienstl glaubt das Ergebnis der IOC-Abstimmung bereits zu kennen. "Thomas Bach wird Präsident."

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