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ICO-Präsident: Viele Wege führen auf den Olympia-Thron

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Sportpolitik  

Viele Wege führen auf den Olympia-Thron

10.09.2013, 11:02 Uhr | dpa

ICO-Präsident: Viele Wege führen auf den Olympia-Thron. Der ehemalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch ist auch in Buenos Aires allgegenwärtig.

Der ehemalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch ist auch in Buenos Aires allgegenwärtig. (Quelle: dpa)

Buenos Aires (dpa) - Wer nach Extremen sucht im Kampf um die IOC-Präsidentschaft, der muss auf den 16. Juli 1980 in Moskau zurückblicken.

Als dort im Souterrain des "Hauses der Gewerkschaften" der Sieger verkündet wurde, registrierte das der Adlatus von Juan Antonio Samaranch mit dem Lächeln eines Selbstgewissen. Schon eine Stunde zuvor hatte er einen Einblick gewährt in eine mit vielen Kreuzchen versehene Liste von 77 Olympiern. Dahinter verbarg sich die Gewissheit, dass der von Politik und dem damals im Sport mächtigen Adidas-Chef Horst Dassler massiv unterstützte Spanier bereits im ersten Wahlgang den Chefsessel des Weltsports erobern würde.

Der Spanier, der bis 2001 das Internationale Olympische Komitee regierte, ist das Beispiel für die Unbedingtheit beim Erklimmen des Olymps - Willi Daume das ganze Gegenteil. Der deutsche NOK-Präsident hatte seine Kollegen noch bis zum Wahltag im Unklaren darüber gelassen, ob er überhaupt anzutreten gedenke. Im Freien, weil er sich vom sowjetischen Geheimdienst KGB abgehört fühlte, holte er sich noch Stunden vor der entscheidenden Sitzung einen Rat. Die Abstimmung, bei der er unter vier Kandidaten nur von einem halben Dutzend Getreuer Unterstützung fand, wirkte wie eine Bestrafung. Auch dafür, dass er es nicht geschafft hatte, einen Boykott des westdeutschen Teams der Moskau-Spiele zu vermeiden.

Auf Samaranch folgte, wieder in Moskau, Jacques Rogge, wie sein Vorgänger während der Präsidentschaft in den Adelsstand (Marqués und Comte) erhoben. Der Belgier setzte sich unter fünf Kandidaten im zweiten Durchgang mit 59 Stimmen gegen den Südkoreaner Un Yong Kim (23), den Kanadier Richard Pound (22) und den Ungarn Pal Schmitt (6) durch. Mit dem Belgier gewann der Angesehenste und Kompetenteste. Kim musste das IOC später verlassen, ein Gericht in Südkorea hatte ihn der Korruption überführt. Schmitt hingegen darf dem Olympia-Orden noch immer angehören, obwohl ihm in der Heimat ein Gericht den Doktortitel wegen Plagiats aberkannt hatte. Das kostete ihm 2012 das Amt des ungarischen Präsidenten.

Die Ahnenreihe der IOC-Präsidenten wird von dem Griechen Demetrius Vikélas angeführt, ein Mitglied des Gründungskomitees 1894 und eine Art Strohmann von Baron Pierre de Coubertin. Weil das erste Statut vorsah, dass ein Präsident aus dem Land eines olympischen Ausrichters kommen musste, wurde Vikélas zwei Jahre vor den Premiere-Spielen in Athen von dem französischen Gründer ins Amt gebracht. 1896, vier Jahre vor der Olympiade in Paris, übernahm dann Coubertin als 33-Jähriger das Steuer. Und weil er so gut machte, musste erst 1925 ein Nachfolger her - erstmals gekürt in einer "richtigen" Wahl.

Unter fünf Kandidaten setzte sich im zweiten Gang der belgische Baron Henri de Baillet-Latour (49) durch, bei 27 anwesenden Mitgliedern und 13 Olympiern, die Wahlbriefe verschickt hatten. Elf stimmten noch einmal für Coubertin, obwohl der gar nicht mehr kandidiert hatte. Nach Baillet-Latours Tod 1942 übernahm der Schwede Sigfrid Edström als Vizepräsident kommissarisch, abgelöst erst 1952 vom amerikanischen NOK-Präsidenten Avery Brundage, einem Ingenieur und Multimillionär aus Chicago. Mit 30:17 Stimmen bezwang er Lord Burghley aus England.

Der Autokrat machte erst 1972, schon 85-jährig, Platz für Michael Killanin. Der irische Lord, ein Filmemacher und Journalist, hatte in München leichtes Spiel gegen Graf Jean de Beaumont. Als der elegante, stets bestgekleidete Franzose kurz nach der Wahl den Sessions-Saal verließ, um sich eine Strickjacke anzuziehen, da war die Entscheidung schon vor ihrer Verkündung klar.

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