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München 2022: Neuer Schub durch IOC-Chef Bach?

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Sportpolitik  

München 2022: Neuer Schub durch IOC-Chef Bach?

11.09.2013, 17:18 Uhr | dpa

München 2022: Neuer Schub durch IOC-Chef Bach?. Michael Vesper sieht in der Wahl Bachs zum IOC-Präsidenten keine Nachteile für die Münchner Olympia-Pläne.

Michael Vesper sieht in der Wahl Bachs zum IOC-Präsidenten keine Nachteile für die Münchner Olympia-Pläne. (Quelle: dpa)

Buenos Aires (dpa) - Die Wahl von Thomas Bach könnte einer möglichen Münchner Olympia-Bewerbung für 2022 nach Ansicht führender Sportfunktionäre einen neuen Schub versetzen.

"Das vermindert Münchens Chancen auf keinen Fall. Im ungünstigsten Fall wäre sein Einfluss neutral. Man muss sich ja nur mal Barcelona 1992 anschauen", sagte IOC-Mitglied Richard Pound. Damals waren die Sommerspiele an die Heimatstadt von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch vergeben worden. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper zeigte sich sicher, dass Bachs internationaler Aufstieg "keinerlei negative Auswirkungen" auf die angestrebte Kandidatur Münchens hat.

Bach selbst wertete seine Wahl als positives Signal für München. Sein Aufstieg könne gleich in zweierlei Hinsicht positiv wirken, sagte der Jurist in Buenos Aires. "Zum einen ist das Thema Olympia und Olympische Spiele in Deutschland positiv besetzt. Zum anderen werden sich die IOC-Mitglieder im Falle einer Münchner Bewerbung daran erinnern, wie sehr ich mich für München 2018 eingesetzt habe", meinte Bach. Damals war die Münchner Kandidatur nur knapp gescheitert.

Kritiker sind bei der Beurteilung vorsichtiger - und sehen nicht unbedingt Vorteile. "Die Delegierten des IOC werden künftig bei Entscheidungen vermutlich eher darauf achten, dass ein Land nicht zu dominant wird, wenn schon die Führungsposition nach Deutschland geht", urteilte Clemens Prokop, Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, einen Tag nach Bachs Wahl zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). 

Auch das olympia-kritische Bündnis "Nolympia" erkennt keine Vorteile in Bachs Beförderung. "Die Chancen von München sind eher gesunken", sagte Sprecher Axel Doering der Nachrichtenagentur dpa. "Der Herr Bach kann jetzt nicht mehr so offen für die Austragung der Olympischen Spiele in München eintreten", befand er.

Bach war als Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beim Münchner Bewerbungsanlauf für 2018 noch einer der populärsten Werbeträger für ein Ringe-Spektakel in Deutschland. Vesper wies die Aussagen der Kritiker zurück: Nach Bachs Wahl sei "das allgemeine Klima sehr positiv. Alle anderen Einschätzungen sind ein Wunschdenken von Gegnern", kommentierte er.

Offene Unterstützung von Bach für eine mögliche Kandidatur ist mit seiner Wahl am Dienstagabend aber in jedem Fall Vergangenheit. Als neuer IOC-Präsident sei Bach "zur Neutralität verpflichtet, er hat die Interessen des internationalen Gesamtsports zu vertreten", betonte Prokop im Bayerischen Rundfunk. Grundsätzlich komme es bei Olympia-Bewerbungen weiterhin "nicht auf die Kontakte zum Präsidenten, sondern allein auf die Qualität" an. Die bayerische Landeshauptstadt will sich nach ihrem missglückten Versuch für die Winterspiele 2018 nun womöglich um die Austragung für 2022 bemühen.

Allerdings formieren sich allmählich auch namhafte Konkurrenten. Barcelona bereitet sich nach Angaben von Bürgermeister Xavier Trias intensiv auf eine Bewerbung vor, in Oslo hat sich am Dienstag bei einer Volksabstimmung die Mehrheit ebenfalls für eine Kandidatur ausgesprochen. Offiziell beworben hat sich zudem bereits Kasachstans Großstadt Almaty; auch das polnische Krakau und das ukrainische Lwiw haben bereits mehr oder weniger ihr Interesse bekundet.

Vor allem die norwegische Hauptstadt stelle einen "starken Konkurrenten" dar, wie Münchens Oberbürgermeister Christian Ude betonte. Der SPD-Spitzenkandidat für die bayerische Landtagswahl gratulierte Bach freilich zur Wahl, musste aber eingestehen: "Als neuer IOC-Präsident und fairer Sportsmann wird er nun eine mögliche Münchner Bewerbung natürlich nicht mehr vorantreiben können."

Bei der Kandidatur für 2018 habe Bach noch "in exzellenter Art und Weise" die deutschen sportpolitischen Interessen vertreten, sagte Christa Thiel, DOSB-Vizepräsidentin und Chefin des Deutschen Schwimm-Verbandes. "Ich glaube, dass die Parameter jetzt noch besser sind."

Bis zum 14. November müssen die Unterlagen und eine erste Gebühr beim IOC eingereicht werden. Bereits seit Monaten finden regelmäßig Koordinierungssitzungen mit Vertretern der vier vorgesehenen Olympia-Orte München, Garmisch-Partenkirchen, Ruhpolding und Königssee sowie einem DOSB-Repräsentanten statt. Vier Tage vor Bewerbungsfrist (14. November) sind schon jetzt Bürgerentscheide an allen vier vorgesehenen bayerischen Schauplätzen geplant. Am 31. Juli 2015 entscheidet die IOC-Vollversammlung schließlich in Kuala Lumpur über die Vergabe der Spiele.

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