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Deutsche Volleyballerinnen wollen ins EM-Finale

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Volleyball-EM 2013  

Deutsche Volleyballerinnen wollen ins EM-Finale

12.09.2013, 16:48 Uhr | dpa

Deutsche Volleyballerinnen wollen ins EM-Finale. Margareta Kozuch liebäugelt schon mit dem Titel.

Margareta Kozuch liebäugelt schon mit dem Titel. (Quelle: dpa)

Halle/Westfalen (dpa) - Auf dem Weg zum Date ihrer Träume bei der Heim-EM wollen sich die deutschen Volleyballerinnen auch nicht von einer Panne bei ihrem Berlin-Trip irritieren lassen.

"Die Anreise ist kein Thema", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti, nachdem der Tross des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) wegen eines Getriebeschadens am Zug erst mit rund zwei Stunden Verspätung in der Hauptstadt angekommen war.

"Jeder weiß, dass wir die Möglichkeit haben, eine Gold-Medaille zu gewinnen", betonte der Italiener am Tag nach dem Einzug ins Halbfinale und gewann der holprigen Anreise sofort etwas Positives ab. "Dass wir den Zug benutzt haben, bedeutet, dass wir es in Halle/Westfalen gut gemacht haben." Noch in der Nacht zuvor hatte der Mann aus Modena gehofft, von Verspätungen bei der Bahn verschont zu bleiben. Ursprünglich wollte das deutsche Team noch Mittwochnacht mit dem Bus nach Berlin reisen.

In der Hauptstadt wollen sich die DVV-Frauen endlich belohnen. "Das erste Spiel war wie ein Rendezvous", beschrieb Guidetti den Start in die Heim-EM. Die Spiele danach seien wie ein weiteres Kennenlernen gewesen. Jetzt wollen Kapitänin Margareta Kozuch & Co. zur Sache kommen. Das Finale soll her. Und dann Gold. "Ich hoffe, wir können weiter siegen", sagte Kozuch nach dem 3:0-Arbeitserfolg im Viertelfinale gegen die widerspenstigen Kroatinnen. "Diese Mädels zu stoppen, ist echt schwer", meinte Guidetti über sein Team.

Berlin. Endlich. Auch wenn die deutschen Volleyballerinnen in diesem Sommer kein einziges Mal in der Max-Schmeling-Halle trainieren konnten und deshalb die Bedingungen dort noch nicht kennen. "Wir reden von Berlin seit dem 25. Mai", erinnerte Guidetti nach dem vom Publikum im westfälischen Halle frenetisch bejubelten Halbfinal-Einzug an den Beginn der Mission Gold. Damals hatte der Italiener zum ersten Lehrgang nach Heidelberg geladen. Damals setzte er den Startschuss für ein Vorhaben, das über die Etappe Belgien am Freitag bis ins Endspiel am Samstag in der Max-Schmeling-Halle führen soll.

Belgien? Da war doch was! Mitte Juli gewannen die deutschen Schmetterkünstlerinnen bei ihrer ersten Teilnahme an der Europaliga im Finale gegen Belgien. Knapp mit 3:2. Zuvor hatten beide Teams in dem Turnier jeweils zwei Partien für sich entscheiden können. "Wir hatten in diesem Jahr nur Probleme gegen Belgien. Sie kennen uns gut", sagte Guidetti über den Weltranglisten-39., der sensationell ins Halbfinale vordrang und seinen größten EM-Erfolg feiern darf.

Auf Party-Verderber hat die Mannschaft von Guidetti so gar keine Lust. Die DVV-Auswahl will auch am Samstagabend feiern. Entweder in einem Finale gegen Serbien, so wie vor zwei Jahren, als man den schon sicher geglaubten EM-Titel noch mit 2:3 hergab. Oder gegen WM-Champion Russland, das wie auch Deutschland im Turnierverlauf noch kein Spiel verloren hat. "Nö", sagte denn auch Diagonalangreiferin Saskia Hippe auf die Frage, ob die Schützlinge von Guidetti noch zu stoppen seien. "Wir sind im Flow. Und in Berlin werden wir nochmal doppelt getragen."

Die Euphorie um die deutschen Volleyballerinnen hat auch die Hauptstadt angesteckt. Wie ein DVV-Sprecher sagte, ist das Endspiel in der Max-Schmeling-Halle mit 8500 Karten schon so gut wie ausverkauft. Für die Halbfinals am Tag zuvor seien schon rund 5500 Tickets vergriffen.

Die deutsche Mannschaft lebt von ihrer Geschlossenheit. Immer wieder ist in Gesprächen mit Guidetti und seinen Spielerinnen vom Teamgeist die Rede. "Wir sind nicht größer als die anderen, wir haben nicht mehr Kraft als die anderen", führte der Mann aus Modena aus, aber da sei eben dieses Zusammengehörigkeitsgefühl.

Emotion. Das macht auch diese DVV-Frauen aus, die gegen Kroatien immer wieder ihre Höhen und Tiefen hatten. Und seine Gefühle hält auch der Nationaltrainer nicht zurück. Ob kurz nach Spielschluss, als er den Coach der Südosteuropäer voller Zorn anfauchte, weil dieser Guidetti zunächst den obligatorischen Handschlag versagt hatte. Oder in der Mixed Zone, wenn er seinen Spielerinnen lausbubenhaft Wasser in den Nacken spritzt - und das später zurückgezahlt bekommt.

Oder wenn Guidetti Liebeserklärungen los wird. "Diese Mannschaft ist eine besondere", sagte der 40-Jährige nach dem von "La Ola"-Wellen der Zuschauer begleiteten Viertelfinal-Erfolg. "Ich bin stolz und es ist ein Glück, diese Mannschaft zu trainieren."

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