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Volleyballerin Kozuch: So ein Leben ist nicht für jeden

13.09.2013, 11:08 Uhr | dpa

Volleyballerin Kozuch: So ein Leben ist nicht für jeden. Margareta Kozuch will 2016 in Rio de Janeiro dabei sein - doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Margareta Kozuch will 2016 in Rio de Janeiro dabei sein - doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Weiblich, ledig, jung, sucht... Inserate muss Margareta Kozuch keine schalten. Der Manager der momentan vereinslosen Kapitänin der deutschen Volleyballerinnen bekommt für sie genug Angebote. Aber was will sie? Und wo soll es hingehen?

Einmal Brasilien, das wär's. Margareta Kozuch träumt von der Herausforderung am Zuckerhut. "Ich würde mich freuen, einmal in meiner Karriere in Brasilien zu spielen. Ich könnte mich da im Volleyball weiter entwickeln und könnte sehr viel Lebenserfahrung mitnehmen", erzählte die Kapitänin der deutschen Volleyballerinnen, die sich derzeit auf Vereinssuche befindet. "Ich bin ruhig, was das angeht. Ich lebe im Hier und Jetzt."

Das Hier und Jetzt abseits der Nationalmannschaft klingt für die 26-Jährige, eine der besten Außenangreiferinnen der Welt, aber erstmal ernüchternd: Arbeitslosigkeit. Die dreimalige "Volleyballerin des Jahres" hat jedoch die Qual der Wahl. Ihr Manager bekommt genug Angebote für seine begehrte Klientin, auch solche aus Brasilien waren schon einmal darunter. Nur in diesem Sommer war die richtige Offerte noch nicht dabei.

"Ich entscheide mich von Jahr zu Jahr neu", sagte die Hamburgerin mit polnischen Wurzeln, deren Prioritäten sich jedes Jahr ändern können. Entweder überwiegen familiäre Aspekte oder ökonomische.

"Ich habe Freundinnen, die die ganze Saison über nicht bezahlt wurden und am Ende der Saison sehen mussten, wo sie bleiben", beschrieb Kozuch die teils fragwürdige Zahlungsmoral mancher Clubs in Europa. "Das ist nicht angenehm, weil sie ihren Körper in der Halle gegeben haben, weil man auch jedes Mal das Risiko eingeht, sich zu verletzen." Sie selber habe schon ähnliche Erfahrungen machen müssen. "Mental belastet das schon. Freundinnen haben schon überlegt, zwischendurch wo anders zu jobben."

Sassuolo und Novara in Italien, Odinzowo in Russland, Sopot in Polen und zuletzt Busto Arsizio in Italien - so lesen sich die Stationen von Kozuch seit ihrem Abschied aus Hamburg. Bis zu 750 000 Euro lässt sich manch ein Spitzenverein in Aserbaidschan oder der Türkei seine Aushängeschilder kosten. Im Vergleich etwa zum Fußball eine überschaubare Summe, für Volleyballerinnen aber der Jackpot.

Zumindest finanziell. Zwar reise man sehr viel und lerne viele neue Leute kennen, es gebe aber auch die Schattenseiten dieser Wanderjahre, erzählte Kozuch. "Man muss sich auch ständig wieder verabschieden. So ein Leben ist nicht für jeden."

Ihr Leben teilt Kozuch mit Nicolò, einem Mailänder, den sie vor rund drei Jahren in einer italienischen Disco kennengelernt hat. "So richtig klassisch", erzählte Kozuch und musste herzhaft lachen. "Er war auch der einzig richtig Große in der Disco." Fernbeziehungen sind aber nicht einfach. "Da gehört eine Menge Vertrauen dazu", erklärte die Frohnatur. "Es braucht dann auch wieder eine gewisse Zeit, bis man miteinander harmoniert."

Zwischen Kozuch und Bundestrainer Giovanni Guidetti stimmt die Chemie jedenfalls. Der Italiener gerät bei seiner Kapitänin stets ins Schwärmen. "Sie ist ein Vorbild in allem. Sie trainiert jedes Mal 120 Prozent", sagte der Mann aus Modena. "Sie ist aber keine leichte Spielerin, weil sie immer ans Limit geht. Man muss sie eher bremsen, nicht antreiben."

Für welchen Verein sich Kozuch nun entscheidet, ist offen. Hat das Privatleben oberste Priorität? "Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, ein Familienmensch", sagte sie. Oder spielt das Geld die wichtigste Rolle? "Der Verein muss seriös arbeiten", bekräftigte sie. Unter Druck lässt sich Kozuch nicht setzen. "Ich bin jemand, der nichts ausschließt. Ich lasse die Dinge auf mich zukommen."

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