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Volleyball-EM 2013: DVV-Männer treten mit Problemen in Polen an

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Auf Wiedergutmachung aus  

Volleyballer mit Sorgen zur EM

18.09.2013, 12:17 Uhr | dpa

Volleyball-EM 2013: DVV-Männer treten mit Problemen in Polen an. Die Hand drauf: Bundestrainer Vital Heynen (links) und Jochen Schöps nach einem Testspielsieg gegen Italien. (Quelle: imago/Conny Kurth)

Die Hand drauf: Bundestrainer Vital Heynen (links) und Jochen Schöps nach einem Testspielsieg gegen Italien. (Quelle: imago/Conny Kurth)

Nach der Silber-Medaille der deutschen Volleyballerinnen starten nun auch die DVV-Männer in ihre EM-Mission. Doch von Projekt Gold kann bei der Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen keine Rede sein. Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) reist mit einigen Problemen im Gepäck zum Turnier in Dänemark und Polen. Das Team will in erster Linie Wiedergutmachung für die Blamage von Tschechien von vor zwei Jahren betreiben - damals sprang nur der vorletzte Platz unter 16 Mannschaften heraus.

Seit Februar 2012 ist Heynen am Ruder. Und vor dem schwierigen Startschuss am Freitag im polnischen Gdingen gegen EM-Favorit Russland weiß der Belgier gar nicht so recht, wo seine Mannschaft steht. "Physisch entwickelt sich die Mannschaft, wir sind aber noch keine echte Mannschaft", beschrieb er die Schwierigkeiten.

"Storming, Norming, Performing" fehlt

Angesichts nur begrenzter Vorbereitungszeit habe sein Team noch nicht richtig zusammenwachsen können. "Storming, Norming, Performing" fehle, betonte Heynen und meinte damit die Phasen des Konflikts, des Übereinkommens und der Leistung, die eine Mannschaft erst so richtig zusammenschweißen würden.

Alte raus, Junge rein

Schon mit Blick auf Olympia 2016 in Rio de Janeiro hat der Coach seine Mannschaft umgebaut. Nach dem verblüffenden fünften Platz bei Olympia 2012 in London hieß es: Alte raus, Junge rein. Insgesamt stehen fünf EM-Debütanten im Kader. "Jeder sucht noch seinen Platz", sagte Heynen. "Das wusste ich zwar schon vorher, trotzdem ist die Entwicklung schwieriger einzuschätzen. Oft habe ich Antworten, heute habe ich noch nicht viele Antworten."

Der Belgier, der viel auf Eigenverantwortung und Teamgeist setzt, konnte mit den letzten beiden Tests gegen Italien aber zufrieden sein. Das erste Duell mit dem Vize-Europameister gewann der DVV mit 3:2, das zweite sogar mit 3:0. Kann die EM also kommen?

Hoffnung auf eine Riesenüberraschung

Als wunder Punkt hat sich der Diagonalangriff erwiesen. Kapitän Jochen Schöps droht wegen einer Bauchmuskelverletzung nicht nur für das Russland-Duell, sondern auch für die weiteren Gruppen-Partien am Samstag gegen den Weltranglisten-Neunten Bulgarien und am Sonntag gegen Tschechien auszufallen. "Ich hoffe, dass ich noch fit werde", sagte Schöps, der seit 2012 in Polen bei Resovia Rzeszow spielt.

Immerhin ist nach seiner Schulteroperation Georg Grozer wieder mit dabei. Doch der 28 Jahre alte Weltklasse-Diagonalangreifer vom russischen Meister Belogorie Belgorod braucht noch Zeit. "Seine vier Monate Pause steckt er nicht so schnell weg", sagte Heynen, der seit Mitte August in Kienbaum nahe Berlin am Feinschliff mit seinem Team arbeitet. "Ich habe Angst, dass es zu viel für ihn wird."

Über Ziele kann Heynen angesichts der vielen Fragezeichen nur bedingt reden. "Es besteht die Möglichkeit, dass es komplett nicht gut läuft", sprach er eine mögliche große Enttäuschung. Im Hinterkopf hat der 43-Jährige aber auch die ganz leise Hoffnung, vielleicht doch eine Riesenüberraschung zu schaffen und erstmals mit den DVV-Männern eine Medaille zu erringen. Mit Blick auf die schwere Vorrunde betonte Heynen: "Solche Spiele sind für die Entwicklung junger Leute gut. Ich liebe diese Herausforderungen."

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