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Volleyball-Coach Heynen: "Niemals richtig gearbeitet"

25.09.2013, 12:30 Uhr | dpa

Volleyball-Coach Heynen: "Niemals richtig gearbeitet". Der Belgier Vital Heynen ist der Bundestrainer der deutschen Volleyballer.

Der Belgier Vital Heynen ist der Bundestrainer der deutschen Volleyballer. (Quelle: dpa)

Danzig (dpa) - Seine Deutsch-Kenntnisse verdankt Vital Heynen vor allem dem Fernsehen.

"Zu meiner Jugendzeit gab es hier nur sieben oder acht Kanäle, drei davon waren deutsch", beschrieb der Volleyball-Bundestrainer der Nachrichtenagentur dpa sein Aufwachsen in der belgischen Kleinstadt Maaseik. "Mein Vater war auch Fußball-Trainer, da hat es dazugehört, Samstagnachmittag die ARD-Sportschau zu gucken. Deutsch in der Schule hatte ich nie, deshalb habe ich das meiste aus dem Fernsehen mitgenommen."

Wo oft über die negativen Folgen des TV-Konsums diskutiert wird - Heynen hat er genutzt. Neben Deutsch spricht der 44-Jährige noch Englisch, Französisch und Flämisch. Und besitzt damit eine Qualität, die seinem argentinischen Vorgänger Raúl Lozano abging. Die Kommunikation war nicht dessen Stärke. Sein Ende als Trainer beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV) kam dann nach dem blamablen 15. Platz bei der EM 2011 in Tschechien. In diesem Jahr bei der EM steht das Team im Viertelfinale.

Heynen ist der Gegenentwurf zu Lozano. Seit seinem Antritt im Februar 2012 ist die Kommunikation neben seinen fachlichen Stärken eines seiner wichtigsten Instrumente. Der Vater dreier Kinder setzt als Coach auf Eigenverantwortung und Mannschaftsgeist. Bei Olympia 2012 sprang mit dieser Strategie schon Platz fünf heraus. Eigentlich verfolgt der Belgier aber einen ganzheitlichen Ansatz.

"Als ich als Volleyball-Trainer angefangen habe, wollte ich erstmal nur gewinnen. Dann wollte ich die Spieler besser machen und im letzten Schritt in den vergangenen drei, vier Jahren beschäftige ich mich viel mit dem Menschen hinter dem Sportler", erzählte Heynen. "Ich will, dass sich die Leute selbst entwickeln. Sie sollen nachdenken, selbst entscheiden, selber ihre Schritt tun."

Die Grenzen seines Einflusses kennt der Mann aus Maaseik jedoch, der mit seiner Familie im nahen Aldeneik lebt. "Man muss die Rolle vom Trainer auch nicht überschätzen", sagte Heynen. "Ich versuche, etwas zu ändern. Aber Menschen komplett verändern kann ich nicht."

Sein Kapitän Jochen Schöps, 29 Jahre alt und selber eine Menge herumgekommen auf der Volleyball-Landkarte, braucht keine große Anleitung. Der Diagonalangreifer mag dennoch die Art seines Chefs. "Jeder Trainer hat etwas Besonderes", erzählte der Führungsspieler des polnischen Vereins Resovia Rzeszow. "Vital Heynen ist sehr emotional, trotzdem sehr spaßig. Ihm ist wichtig, dass man auch im Training Spaß hat. Er ist nicht so weit weg von uns Spielern."

Heynen kann sich selbst noch gut daran erinnern, wie es als Spieler war. Und vor allem, wie es als Spieler war, wenn man einen Trainer hatte, mit dem man wenig anfangen konnte. Das verdeutlicht eine Anekdote, die der 150-malige frühere Nationalspieler gerne erzählt, wenn er danach gefragt wird, wie er zum Volleyball kam.

"Als Kind habe ich viel Fußball gespielt, mein Vater war ja Trainer. Mit so elf, zwölf Jahren war ich mit meinem Coach aber nicht einverstanden, so ist es mir in meinem Leben oft gegangen", sagte er schmunzelnd. "Da es in der Stadt nur zwei Sportarten gab, musste ich mich umentscheiden. Dann habe ich Volleyball gemacht."

So beiläufig Heynen amüsieren kann, so hartnäckig ist er in der Sache. Das sorgt auch mal für Unmut. Topangreifer Grozer zum Beispiel musste sich erst daran gewöhnen, dass Heynen kein Verfechter einer "One Man Show" ist. Das Mannschaftsgefüge zählt, die Liebe zum Volleyball zählt. "Ich habe das große Vergnügen, dass ich bis heute niemals richtig gearbeitet habe, weil ich immer das tun durfte, was ich liebe", sagte Heynen. "Erst habe ich Volleyball gespielt, heute rede ich darüber. Dafür bekomme ich jeden Tag Geld."

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