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Turn-WM 2013 in Antwerpen: Nikki Hanley sorgt für Novum in Turnwelt

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Novum im Turnen: Eine Frau bewertet die Männer

30.09.2013, 14:47 Uhr | dpa

Turn-WM 2013 in Antwerpen: Nikki Hanley sorgt für Novum in Turnwelt. Nikki Hanley ist die erste weibliche Kampfrichterin, die männliche Turner bewertet.

Nikki Hanley ist die erste weibliche Kampfrichterin, die männliche Turner bewertet. (Quelle: dpa)

Antwerpen (dpa) - Das hat die Turnwelt noch nicht erlebt. In der 110-jährigen WM-Geschichte schlug am Montag in Antwerpen eine historische Stunde. Erstmals nahm in der Qualifikation der Männer um 10.00 Uhr eine Frau in der Kampfrichterriege Platz.

Die Engländerin Nikki Hanley bewertet neben fünf männlichen Kollegen in den Tagen von Antwerpen die Ausführung (E-Note) der Bodenübungen der Männer und verteilt Abzüge bei nicht präziser Darbietung. Sie durchbricht damit ein über 100 Jahre währendes Tabu, dass Frauen nur die Übungen von Turnerinnen bewerten und Männer-Referees allein die Vorstellungen der Turner. Am Dienstag kommt es in Antwerpen zur "Retourkutsche": Dann wird in dem Kanadier Gordon Bennett erstmals bei einer WM auch ein männlicher Referee Übungen der weltbesten Turnerinnen beurteilen.

"Ich habe mich mein Leben lang mit dem Turnen beschäftigt", berichtete die 39 Jahre alte Britin zu ihrer Premiere. "Zunächst war ich Turnerin, dann fing ich als Trainerin der Mädchen im Woking Gymnastics Club südwestlich von London an, als ich 16 war." Plötzlich ergab sich eine Gelegenheit, in ihrem Verein die Jungen-Riege als Trainerin zu übernehmen. "Und das machte mir riesigen Spaß. Mit 21 Jahren begann ich, mich mit den Wertungen zu beschäftigen und habe mich seitdem immer weiter nach vorn bewegt."

Schnell legte sie nach den ersten Kursen die Prüfungen ab. "Und ich erkannte: Ich war ziemlich gut. Das habe ich genossen", sagte Hanley. Inzwischen erwarb sie im dritten Olympia-Zyklus das Brevet, die oberste Kampfrichter-Lizenz. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London hatte sie schon als Linienrichterin am Boden gearbeitet und auch bei Europameisterschaften, Commonwealth Games und Weltcups gewertet. "Die WM fehlten mir noch", räumte die Teilzeittrainerin augenzwinkernd ein. In der bisherigen Männer-Domäne fühlt sie sich gut aufgehoben. "Am Anfang habe ich ein paar Bemerkungen vernommen. Aber jetzt ist es Normalität geworden. Wir kennen uns inzwischen sehr gut." In Großbritannien gehört sie zur sieben Mitglieder umfassenden Männer-Jury. Diese Gruppe bestimmt die Referees für nationale und internationale Veranstaltungen. Inzwischen hat sich Hanley sogar eine leitende Rolle bei der Entwicklung und Ausbildung von Kampfrichtern erarbeitet.

Mit ihrem Durchbruch in die Männer-Welt des Turnens hofft sie, eine Tür für Kolleginnen aufgestoßen zu haben. "Ich würde mich freuen, wenn ich auch weiter bei internationalen Meisterschaften werten dürfte. Und ich weiß: Es gibt einige Länder mehr mit weiblichen Kampfrichtern bei den Männern. Ich würde mich freuen, sie bald bei Top-Veranstaltungen sehen zu können", meinte sie zuversichtlich nach ihrer WM-Premiere.

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