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Leistungssportler: Zwischen Existenzängsten und Goldmedaillen

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Hockeystar studiert Medizin  

Zwischen Existenzängsten und Goldmedaillen

30.09.2013, 13:51 Uhr | t-online.de

Leistungssportler: Zwischen Existenzängsten und Goldmedaillen. Hockey-Nationalspieler Martin Häner in Aktion (Quelle: imago/Thomas Zimmerman)

Hockey-Nationalspieler Martin Häner in Aktion (Quelle: Thomas Zimmerman/imago)

Von Andreas Leiser

Olympiasieger, zweifacher Europameister, Deutscher Meister und englischer Meister - die Liste der sportlichen Erfolge von Hockey-Nationalspieler Martin Häner ist lang. Doch kaum jemand in Deutschland nimmt davon Notiz. Sportarten abseits von König Fußball oder der Formel 1 haben es schwer, sich in der Gesellschaft, den Medien, aber auch bei Sponsoren und Förderern zu positionieren. "Als Hockeyspieler bekommt man vier Wochen Aufmerksamkeit. Das ist vor und während den olympischen Sommerspielen. Danach ist wieder vier Jahre lang Ruhe", sagt Häner.

Deshalb bekommt für Häner und anderen Leistungssportlern eine Frage eine immer größere Bedeutung: Was kommt im Leben nach dem Sport? Häner arbeitet gerade an einer Antwort auf diese Frage. Der 25-Jährige studiert - neben dem Leistungssport - sehr erfolgreich Medizin in Berlin.

Bevorzugt behandelt wird er bei seinem Studium von den Dozenten und Professoren aber nicht. "Wir haben eine Anwesenheitspflicht von 90 Prozent bei den Vorlesungen. Erfülle ich diese Anforderung nicht, darf ich mich nicht zur Prüfung anmelden. Da gibt es keine Ausnahmen für Sportler", sagt Häner während der Veranstaltung Champion des Jahres.

Über die Hälfte der Sportler hat Existenzängste

In einer Anfang 2013 veröffentlichten Studie der Deutschen Sporthilfe gaben rund 63 Prozent von 1154 befragten deutschen Spitzensportlern an, "Existenzängste" zu haben. "Unsere Gesellschaft braucht Leistungssportler, die Helden und Vorbilder für unsere Kinder sind. Diese Sportler haben keine Zeit für ein sechsmonatiges Praktikum in einem Unternehmen. Hier müssen die Konzerne auch einmal flexibel sein und ein vier oder sechswöchiges Praktikum vergeben", fordert deshalb Jörg Adami, Mitglied des Vorstandes der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

Adami hilft den Sportlern mit Bewerbungs- und Mentorenprogrammen den Kontakt zu Unternehmen herzustellen. Das Ziel ist, neben dem Abbau der Existenzängste, auch eine Steigerung des sportlichen Erfolges. "Die Athleten, die eine berufliche Perspektive haben, bringen auch bessere Leistungen im Sport. Ein zweites Standbein ist also nur von Vorteil", sagt Adami.

Olympiasieger und Sparkassenbetriebswirt

Dieses zweite Standbein hat sich Andreas Dittmer bereits aufgebaut. Der dreifache Olympiasieger und mehrfache Weltmeister im Kanu Rennsport setzte dabei vor allem auf persönliche Kontakte, die ihm den Einstieg ins Berufsleben erleichterten. "Es ist wichtig für einen jungen Sportler, seine Kontakte zu pflegen und diese dann später zu nutzen", sagt Dittmer. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn 2008 arbeitet er für den Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Dabei absolvierte er ein berufsbegleitendes Studium zum Sparkassenbetriebswirt.

Auf dem besten Weg zu einem Abschluss ist Hockeyspieler Häner. Erst kürzlich wurde er zum "Sport-Stipendiat des Jahres" gewählt und bekommt jetzt 600 Euro im Monat zusätzliche Unterstützung, um sich ganz auf sein Studium und den Sport zu konzentrieren – gute Vorausetzungen für eine erfolgreiche sportliche Laufbahn und ein Leben nach dem Sport.

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