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Sebastian Vettel: Siegesserie langweilt die Formel-1-Fans

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"Kehrseite des Erfolgs"  

Vettels Übermacht quält die Konkurrenz

01.10.2013, 14:44 Uhr | dpa, sid

Sebastian Vettel: Siegesserie langweilt die Formel-1-Fans. Der Dominator: Sebastian Vettel ist auf bestem Wege, seinen vierten WM-Titel in Serie einzufahren. (Quelle: dpa)

Der Dominator: Sebastian Vettel ist auf bestem Wege, seinen vierten WM-Titel in Serie einzufahren. (Quelle: dpa)

Die lange Reise nach Südkorea führt Sebastian Vettel zurück ins Zentrum einer unbequemen Debatte. Die jüngste Siegesserie des Formel-1-Weltmeisters hat die Diskussion wiederbelebt, wie viel Dominanz der Sport verträgt. Auf dem Weg zu seinem vierten Titel nacheinander muss sich der Red-Bull-Star plötzlich Pfiffe und Buhrufe gefallen lassen, weil sich so mancher Fan nach mehr Abwechslung und Spannung sehnt. "Die Leute fanden es langweilig, als Michael Schumacher immerzu gewonnen hat. Jetzt ist es dasselbe mit Sebastian. Das ist die Kehrseite des Erfolgs", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Vor dem Grand-Prix-Wochenende in Yeongam stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wann Vettel seinen nächsten WM-Triumph perfekt macht. Der große Nervenkitzel ist raus aus dem Titelrennen. Zuletzt in Singapur gewann der Red-Bull-Pilot mit 32,6 Sekunden Vorsprung - bei keinem seiner nun schon 33 Siege war der 26-Jährige der Konkurrenz weiter voraus. "Wenn andere die Eier in den Pool hängen lassen am frühen Freitag, arbeiten wir immer noch hart für ein starkes Rennen", begründete Vettel seine quälende Überlegenheit im Vergleich zur Konkurrenz.

Anerkennung ist sicher

Eine Aussage, die ihn vor dem 14. Saisonlauf am Sonntag (ab 7.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) kaum beliebter im Fahrerlager gemacht haben dürfte. Niemand lässt sich gern einen Schlendrian vorwerfen, schon gar nicht im Hochgeschwindigkeitsbetrieb Formel 1. Dennoch: Die professionelle Anerkennung für ihre Leistung ist Vettel und Red Bull sicher.

"Er hat einen Mega-Ehrgeiz"

"Natürlich ist es nicht wirklich aufregend, wenn ein Team und ein Fahrer für lange Zeit dominant sind. Aber ich liebe diesen Sport so sehr, weil man sich nicht selbst betrügen kann - es gibt eine Stoppuhr. Und die Stoppuhr sagt, dass sie im Moment den besten Job machen", sagte Mercedes-Manager Wolff.

Auch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, Silberpfeil-Star Lewis Hamilton und mehrere andere Kollegen nahmen Vettel gegen die Frustreaktion der Fans in Schutz. Alle aber hoffen, sich möglichst bald aus dem Klammergriff des Serien-Champions befreien zu können. Die Perfektion des Deutschen erinnert verdächtig an Schumacher, der sich und sein Auto ebenfalls ans Limit trieb. "Vettel hat einen Mega-Ehrgeiz und das färbt auch auf sein Team ab", stellte der dreimalige Weltmeister Niki Lauda fest.

Bergers Prognose

Das Jahr 2013 ist für Vettels Verfolger also abgehakt. Auch Ferrari hat bei 60 Punkten Rückstand für den WM-Zweiten Fernando Alonso die Entwicklung des aktuellen Rennwagens eingestellt. Jetzt ruht die Hoffnung auf der technischen Revolution in der kommenden Saison. Kann das neue Regelwerk Vettel stoppen? "Nächstes Jahr wird nicht unbedingt der beste Rennfahrer zum Champion, sondern das beste Auto holt den Titel", urteilte Chefvermarkter Bernie Ecclestone.

Das allein aber spricht keineswegs für ein Ende von Vettels Übermacht. Neben seiner Steuerkunst kann sich der Heppenheimer schließlich auch 2014 auf das Konstrukteursgenie Adrian Newey bei Red Bull verlassen. Gerhard Berger, einst als Toro-Rosso-Mitbesitzer einer von Vettels Förderern, wagt deshalb eine Prognose: "Der Sebastian sucht kein Duell mehr mit Alonso oder mit Räikkönen. Den interessiert nur noch eines: die Rekorde des Michael Schumacher zu brechen - und ich glaube auch, dass er es schaffen wird."

Minardi äußert Verdacht

Und wenn Erklärungen für Vettels Dominanz nicht mehr ausreichen, muss halt ein fragwürdiger Betrugsverdacht her. Giancarlo Minardi, Gründer des nach ihm benannten einstigen Rennstalls, lässt vor dem Großen Preis von Südkorea seinen Vermutungen freien Lauf. Sein Verdacht: Vettel und Red Bull nutzen ein nicht mehr erlaubtes elektronisches Hilfmittel. Denn in Singapur habe er die Beobachtung gemacht, dass Vettel in bestimmten Kurven deutlich früher habe beschleunigen können als alle Rivalen.

"Was mich dabei am meisten überrascht hat", schreibt der 66-Jährige auf der offiziellen Minardi-Internetseite, "war das Motorengeräusch. Es klang anders als die übrigen Renault-Triebwerke - und ähnlich wie frühere Motoren, als die Traktionskontrolle noch verwendet wurde." Er wolle niemanden beschuldigen, schreibt der Italiener, "aber ich hätte gerne Antworten."

Die Beschleunigungshilfe ist seit 2008 verboten, ihre Verwendung wäre Betrug. Doch Minardi bewegt sich mit seinem Verdacht auf extrem dünnem Eis. Abgesehen davon, dass die gesammelte Konkurrenz derartiges offenbar nicht beobachtet hat, wäre eine illegale Traktionskontrolle nur schwierig umsetzbar. Denn sie läuft über die Motorsteuerung - und die ist ein spezifiziertes Einheitsteil, für jedes Team produziert von McLaren Electronics.

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