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Tischtennis-EM 2013: Deutsches Doppel-Gold ist finanziell bedeutungslos

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Tischtennis-EM 2013  

Siege sind gut fürs Renommee, egal fürs Portemonnaie

08.10.2013, 17:21 Uhr | dpa

Tischtennis-EM 2013: Deutsches Doppel-Gold ist finanziell bedeutungslos. Dimitrij Ovtcharov in seinem Finalmatch gegen den Griechen Kalinikos Kreanga.

Dimitrij Ovtcharov in seinem Finalmatch gegen den Griechen Kalinikos Kreanga. Foto: Hans Punz. (Quelle: dpa)

Wien/Schwechat (dpa) - Feierbiester sind Deutschlands Tischtennis-Asse nicht. Das Doppel-Gold bei der Tischtennis-EM 2013 in Schwechat wurde als historischer Erfolg registriert, Spieler und Offizielle wollen sich aber am Weltniveau orientieren und messen lassen.

Pizza, Bier und ein paar Baileys: Die gemeinsame Siegesfeier der Golden Girls und Boys des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) fiel im Vergleich zum Anlass ziemlich bescheiden aus. Erstmals in der 55-jährigen EM-Geschichte stellt der Verband beide Mannschafts-Europameister. "Super, das ist ein historischer Tag", erklärte der aufgeräumte DTTB-Präsident Thomas Weikert. "In der Außendarstellung ist das sehr bedeutsam, für die Fördergelder hat es aber leider keine Bedeutung."

Den Aktiven mit der überragenden Han Ying und Leitwolf Dimitrij Ovtcharov an der Spitze steckten die beiden Finalkämpfe noch in den Knochen. Die DTTB-Damen rangen Rumänien in einem fast schon epischen Match nach dreieinhalb Stunden mit 3:1 nieder, die Herren fuhren mit 3:1 gegen Griechenland am späten Montagabend den sechsten EM-Titel in Serie ein. Laut wurde es bei Party nach Mitternacht im Wiener Mannschaftshotel vor allem dann, wenn die Protagonisten im österreichischen Fernsehen bei Interviews zu sehen waren.

Top-Star Timo Boll gehörte per SMS zu den ersten Gratulanten. Europas Rekord-Champion fehlte erstmals wegen Schulterproblemen und Grippe. "Ich glaube, wir haben Europa gezeigt, dass wir auch ohne Timo sehr erfolgreich sind. Wir haben viele gute Spieler und es hat super geklappt. Dennoch wünsche ich mir, dass Timo bald wieder dabei ist", erklärte der Olympia-Dritte Ovtcharov. Der 25-Jährige bildete mit Patrick Baum (26) und der Turnier-Entdeckung Patrick Franziska (21) ein Trio, das das Vertrauen von Bundestrainer Jörg Roßkopf letztlich souverän zurückzahlte.

"Zehn Jahre können wir mit dieser Mannschaft noch locker spielen." So lautete die wohl deprimierende Botschaft von Ovtcharov an die europäische Konkurrenz. Seit 2007 haben die DTTB-Herren alle EM-Turniere gewonnen, ein Ende der Super-Serie ist nicht in Sicht. Da verfällt man schnell in Routine. In Schwechat verzichteten die Spieler auf den obligatorischen Freudentanz. "Man muss auch mal was anderes machen", sagte Erfolgscoach Roßkopf. Die angedeutete Welle mit rund 20 mitgereisten Fans wirkte aber komisch und passte zu der "traurigen Kulisse" (Weikert) in der Halle Multiversum.

Was gut für das Renommee ist, muss nicht zugleich das Portemonnaie füllen. "Für mich als Sportdirektor sind die beiden Titel traumhaft", erklärte Dirk Schimmelpfennig. "Wir orientieren uns aber am Weltniveau. Das Abschneiden bei WM und Olympia ist für unsere finanzielle Unterstützung entscheidend". Mit Blick auf diese Turniere hat der EM-Auftritt eine positive Entwicklung aufgezeigt, vor allem bei den Damen, die nach vielen Pleiten, Pech und Pannen erstmals seit 1998 ganz oben auf dem Siegerpodest standen.

"Ich rechne mit Han Ying bis Rio 2016. Sie hat herausragend gespielt und das europäische Tischtennis-Niveau bereichert", lobte Schimmelpfennig die Matchwinnerin. Die 30 Jahre alte Mutter einer Tochter ist erst seit Sommer Kader-Mitglied und gewann gegen die Rumäninnen Elizabeta Samara und Daniele Dodean jeweils in fünf Sätzen. Der unbändige Siegeswille der zähen Abwehrkünstlerin hat die Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp auf ein neues Level gehoben.

"Es ist wunderbar für eine Trainerin, wenn sich die Spielerinnen ihren Traum verwirklichen", sagte Schöpp, die als Aktive 1996 und 1998 zweimal EM-Gold mit der DTTB-Auswahl gewann. Nicht so wunderbar ist es, dass Han Ying und die deutsche Meisterin Shan Xiaona als gebürtige Chinesinnen nicht bei der WM 2014 in Tokio startberechtigt sind. Sie dürfen nur an EM- und Olympia-Turnieren teilnehmen. "Die Tür ist noch für viele offen", sagte Sportdirektor Schimmelpfennig.

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