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Tischtennis-EM 2013: Fans und Zuschauer in Schwechat sind Mangelware

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Tischtennis  

Tote Hose bei Tischtennis-EM: Fans sind Mangelware

09.10.2013, 16:46 Uhr | dpa

Tischtennis-EM 2013: Fans und Zuschauer in Schwechat sind Mangelware. Während die deutsche Nationalspielerin Shan Xiaona jubelt, fällt die Begeisterung der Fans bei WM eher gering aus.

Während die deutsche Nationalspielerin Shan Xiaona jubelt, fällt die Begeisterung der Fans bei WM eher gering aus. Foto: Hans Punz. (Quelle: dpa)

Schwechat (dpa) - Gute Leistungen, tolle Resultate, aber kaum Zuschauer. Bei der Tischtennis-EM bleiben die Sportler wie so häufig unter sich. Das ist in Schwechat nicht anders. Nicht nur die Absagen von Timo Boll und Werner Schlager lähmen das Interesse.

Die Wiener muss man angeblich nicht in Stimmung bringen. Bei der Tischtennis-EM ist das Gegenteil der Fall. Im Wiener Vorort Schwechat bleiben Aktive, Trainer, Schiedsrichter und Funktionäre wie so oft bei Europameisterschaften fast unter sich. An den meisten Tagen verlieren sich kaum mehr als 200 Zuschauer in der Halle. Das desaströse Interesse im Land des 2003-Weltmeisters Werner Schlager hat auch die Ausrichter des Österreichischen Tischtennis-Verbandes (ÖTTV) überrascht.

"Zu den Team-Endspielen am Montag waren die Hälfte der verkauften Dauerkarten-Inhaber gar nicht in der Halle", erklärte ÖTTV-Vize und Turnierdirektor Rudolf Sporrer. Die tote Hose auf den Rängen lässt Schlimmes für die Finanzen befürchten. Doch da signalisierte Sporrer Entwarnung. "Wir haben einen Etat von 1,5 Millionen Euro. Das ist nicht so viel, die Zuschauereinnahmen spielen eine geringe Rolle", sagte der erfahrene Funktionär. "Es besteht keine Bankrott-Gefahr."

Das kann man vom Veranstaltungszentrum Multiversum, in dem die Spiele stattfinden, nicht behaupten. Das Multiversum soll mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen haben. "Da hatten die andere Dinge im Kopf als intensive Werbung für die EM zu betreiben", sagte der frühere Herren-Bundestrainer Richard Prause. Er arbeitet als Cheftrainer an der Werner-Schlager-Akademie (WSA), die im Multiversum untergebracht und Mitausrichter der EM ist. Das Finanzrisiko trägt laut Sporrer aber zu 100 Prozent der ÖTTV.

Die Bedingungen für die Sportler sind sehr ordentlich. Die Haupthalle mit vier Tischen bietet den idealen Rahmen für eine Centre-Court-Atmosphäre, wenn sie denn mit ihren 2400 Plätzen wenigstens mal zu 80 Prozent ausgelastet wäre. Doch selbst die historischen EM-Siege der beiden deutschen Teams wollten, wohlwollend geschätzt, nur rund 400 Zuschauer verfolgen, darunter viele Aktive, Trainer und Betreuer.

Die Absagen der Top-Stars Timo Boll und Werner Schlager, die geringe Plakatierung der EM in Wien und der umstrittene Zeitplan schlagen negativ zu Buche. Von Dienstag bis Donnerstag sind nur Qualifikationsrunden angesetzt, erst dann wird es im Einzel wieder richtig ernst. "Drei Tage Pause gab es noch nie. Am Freitag beginnt doch ein ganz neues Turnier", ätzte Bundestrainer Jörg Roßkopf.

Das deutsche Team hatte überlegt, zwischenzeitlich ins TT-Zentrum nach Düsseldorf zu reisen, verwarf dann aber den Plan. Mit Hilfe von Prause konnte eine Trainingshalle aufgetrieben werden. "Vielleicht freuen sich die Spitzenspieler über die drei Tage Pause", vermutete Ronald Kramer (Niederlande), der neue Präsident der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU).

Offenbar kann oder will die neue ETTU-Führung die hausgemachten Probleme nicht erkennen. "Das Wetter ist sehr schön", sagte Kramer zu der Zuschauermisere. Bei der WM 2011 in Rotterdam sei die Halle auch erst an den letzten drei Tagen voll gewesen. In Österreich sollen nun die einheimischen Top-Spieler Robert Gardos und Liu Jia die Wiener in Stimmung bringen. "Wenn wir am Sonntag noch einen dabei haben, wird es richtig voll", kündigte Sporrer an.

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