Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Phantomtor: Torlinien-Technik ist der große Gewinner

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Skandalspiel hat einen Nutznießer  

Torlinien-Technik der große Gewinner des Phantomtors

20.10.2013, 14:42 Uhr | t-online.de, sid

Phantomtor: Torlinien-Technik ist der große Gewinner. Hier passiert es: Der Ball geht durch das Netzt von außen nach innen ins Tor. (Quelle: imago/Avanti)

Hier passiert es: Der Ball geht durch das Netzt von außen nach innen ins Tor. (Quelle: imago/Avanti)

Nichttorschütze Stefan Kießling, Schiedsrichter Felix Brych, Klubverantwortliche, Regelwächter - sie alle haben momentan nicht die angenehmste Zeit. Die Diskussion um das Phantomtor von Sinsheim erfasst ganz Fußball-Deutschland. Einen Gewinner hat die Debatte allerdings bereits. Der Schuss durch das kaputte Netz war die beste PR für die - auch von uns geforderte - Einführung der Torlinien-Technik. "Ein sogenanntes Phantomtor ist bei GoalControl-4D absolut nicht möglich", sagte GoalControl-Geschäftsführer Dirk Broichhausen.

"Unser Torliniensystem überwacht die Torlinie vollständig zwischen beiden Pfosten und der Latte", so Broichhausen zur Funktionsweise seiner Technik: "Nur wenn der Ball durch diesen virtuellen Vorhang von vorne - also nicht durch ein Außennetz von der Seite - ins Tor kommt, wird dem Schiedsrichter dies klar als Treffer an seine Spezialuhr gesendet und dort angezeigt."

Das Nichttor von Kießling zum 2:0 von Bayer bei 1899 Hoffenheim (2:1) hätte GoalControl dem Referee somit als solches angezeigt. Schiedsrichter Felix Brych wäre eine ganze Menge Ärger erspart geblieben.

Hoffenheim legt offiziell Protest ein

1899 fordert eine Wiederholung des skandalösen Spiels gegen Leverkusen.

1899 fordert eine Wiederholung des Spiels gegen Leverkusen.


"Wie lange wollen wir uns die Ignoranz noch antun?"

Für Ex-Meister-Trainer Felix Magath waren die Vorkommnisse Wasser auf seine Mühlen, denn er fordert schon seit langem die Einbeziehung von technischen Hilfsmittel. "Was jedem TV-Zuschauer sofort mehrfach in allen Varianten und Perspektiven angeboten wird, ist dem Schiedsrichterteam nicht gegeben", schrieb Magath auf seiner Facebook-Seite.

"Ein einfacher Blick auf Monitor und Zeitlupe hätte ausgereicht, und allen Beteiligten wäre diese fatale Fehlentscheidung erspart geblieben." Stattdessen plage man sich wieder tagelang mit Debatten über ein Phantomtor. "Wie lange wollen wir uns im Fußball die Ignoranz gegen die Unterstützung von vorhandenen technischen Mitteln eigentlich noch antun?"

Verbände sehen Technik kritisch

Die DFL sieht die Systeme indes als nicht ausgereift an und lehnt eine Einführung der Torlinien-Technik zurzeit ab. Dabei spielt sicherlich auch die unterschiedliche Auffassung des Weltverbandes FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) eine Rolle.

Während die FIFA voll und ganz für technische Hilfsmitteln plädiert, ist UEFA-Präsident Michel Platini ein Verfechter des Einsatzes von Torrichtern. Allerdings konnten diese zusätzlichen Referees bislang kein zufriedenstellendes Ergebnis liefern.

Deutsche Technik mit fünf Millimeter Messtoleranz

Das deutsche System GoalControl ist der offizielle Torlinien-Technik-Partner der FIFA. Beim Confed Cup im Sommer in Brasilien kam das System erstmals bei einem Großereignis zum Einsatz. Auch bei der Weltmeisterschaft 2014 wird es eingesetzt und soll die Schiedsrichter bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützen.

14 Hochgeschwindigkeitskameras, die etwa unter dem Stadiondach angebracht werden, erfassen die Position des Balles in drei Dimensionen - das gesamte Spiel über. Überquert der Ball die Torlinie komplett, empfängt die Uhr des Schiedsrichters in weniger als einer Sekunde ein verschlüsseltes Signal. Nur fünf Millimeter beträgt die Messtoleranz, die FIFA hätte maximal drei Zentimeter erlaubt. GoalControl kann die Position des Balles sogar errechnen, wenn dieser von Spielern verdeckt wird.

Alternative Hawkeye in Niederlande und England

In den Niederlanden und in England wird dagegen auf das Hawkeye, dem Konkurrenten von GoalControl aus Großbritannien, gesetzt. Dieses System wird bereits seit vielen Jahren im Profi-Tennis mit Erfolg eingesetzt.

Ob aber nun Hawkeye oder das heimische System GoalControl - um eine Lösung unter Zuhilfenahme von erprobter Technik werden die verantwortlichen Regelhüter nach dem zweiten Phantomtor der Bundesliga-Geschichte nicht mehr herumkommen.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
Wie soll der DFB in Sachen Phantomtor beim Spiel Hoffenheim gegen Leverkusen entscheiden?
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal