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Sportpolitik  

DOSB will mehr Geld vom Staat - Politik erstaunt

21.10.2013, 16:59 Uhr | dpa

DOSB will mehr Geld vom Staat - Politik erstaunt. Michael Vesper ist der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB.

Michael Vesper ist der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB. Foto: Boris Roessler. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Aus Sorge um die internationale Konkurrenzfähigkeit seiner Spitzenathleten im Wettstreit um Titel und Medaillen setzt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf mehr Geld vom Staat.

"Wir werden nach den Koalitionsverhandlungen sehen, wer in Zukunft Verantwortung für den Sport übernehmen wird, und dann der neuen Bundesregierung und dem neuen Parlament den Finanzbedarf des Spitzensports darstellen", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Eine interne Kommission unter der Leitung von Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimmverbandes, hat nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" einen Mehrbedarf von jährlich 38 Millionen Euro errechnet. Damit stiege der Beitrag der Steuerzahler für die Finanzierung des olympischen Spitzensports von derzeit 113 Millionen Euro auf gut 150 Millionen Euro. Die Gesamtförderung des Sports durch das Bundesinnenministerium (BMI) würde von 130 Millionen Euro im Jahr 2013 auf knapp 170 Millionen Euro ansteigen.

Die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag (SPD), zeigte sich überrascht von dem geplanten Vorstoß. "Es wird Weihnachten. Da werden Wunschzettel geschrieben", sagte Freitag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sie sei erstaunt darüber, "eine solche Zahl in der Zeitung zu lesen. Wir haben keinen realistischen Spielraum zur Erfüllung einer solchen Forderung." Sie forderte eine gründliche Analyse des Systems, wie es nach den Olympischen Spielen 2012 in London vereinbart wurde.

Genau darauf berufe sich der Sport jetzt, betonte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank. Man habe in den vergangenen zwei Jahren die Effizienz der eingesetzten Mittel überprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen: "Wenn wir uns im internationalen Wettbewerb entwickeln wollen und mithalten wollen, dann brauchen wir auch die finanziellen Mittel."

Vesper betonte, man wolle der Politik aber keinesfalls die Pistole auf die Brust setzen. "Der DOSB hat nach den Olympischen Spielen in London eine Bedarfsermittlung zur Leistungssportförderung bei seinen Mitgliedsorganisationen initiiert. Dabei handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls um eine Forderung an die Bundesregierung. Vielmehr ist der sportinterne Diskussionsprozess noch in vollem Gange", sagte der Generaldirektor.

Der scheidende DOSB-Präsident Thomas Bach hatte schon im Vorjahr vom BMI eine Erhöhung der Jahresmittel um 25 Millionen Euro gefordert - allerdings für den gesamten Olympia-Zyklus bis zu den Sommerspielen 2016 in Rio. Um die Zahlen mit Fakten zu unterfüttern, wurde der Bedarf aller Fachverbände abgefragt und vom DOSB überprüft.

Um die Forderungen transparenter zu machen, will der DOSB Hintergründe öffentlich machen. "Wir müssen doch die Gesellschaft mal informieren, wo der Leistungssport steht, was er macht, wie er finanziert wird. Das war doch bisher ein anonymes Thema. Die Bürger sollen wissen, was das kostet", sagte Thomas Schwab. Der Generalsekretär des Bob- und Schlittensportverbandes hatte die neue Kalkulation der Fachverbände initiiert.

Sollte die Politik eine stärkere Förderung ablehnen, befürchtet Leistungssportdirektor Schwank dramatische Konsequenzen. "Manche Verbände müssen schon schauen, ob sie ihre Kader verkleinern, weil sie nicht alle zu den notwendigen 25 Turnieren weltweit schicken können. Dabei ist das nötig, weil die Sportler sonst nicht mal die Chance haben, sich zu qualifizieren", erklärte Schwank.

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