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Münchner Olympia-Macher stellen neuen Ethikcode vor

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Münchner Olympia-Macher stellen neuen Ethikcode vor

24.10.2013, 16:34 Uhr | dpa

München (dpa) - Mit einem neuen Ethikcode wollen die Münchner Olympia-Macher auf ihrem Weg zu einer möglichen Bewerbung für 2022 die Bürger verstärkt einbinden.

"Wir haben mit dem Dialog begonnen und werden ihn auch fortsetzen", betonte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes. In dem acht Seiten umfassenden Papier sind unter anderem eine "demokratische Einbindung der Bevölkerung" als auch ein "aktiver Dialog" mit allen Interessengruppen festgeschrieben.

"Die Achtung der Umwelt, ökonomische Anforderungen und gesellschaftliche Aspekte sind in einen angemessenen Ausgleich zu bringen", heißt es zudem in dem Ethikcode, der in Zusammenarbeit mit der Antikorruptions-Organisation Transparency Deutschland erstellt worden war. "Der Ethikcode muss jetzt auch umgesetzt werden. Das Papier darf nicht nur Papier in der Schublade bleiben", forderte Sylvia Schenk, Sportbeauftragte von Transparency International.

Am 10. November finden in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden Bürgerentscheide statt. Vier positive Bürgervoten sind Voraussetzung für die Einreichung einer erneuten Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Der bayerische Landtag steht hinter einem Olympia-Anlauf. Der Landtag begrüße und unterstütze eine mögliche Bewerbung, heißt es in einem gemeinsamen Antrag von CSU, SPD und Freien Wählern, der am Donnerstag im Landtag beraten und verabschiedet wurde. Lediglich die Grünen sprachen sich vehement dagegen aus. Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) warb erneut um Zustimmung. Olympia wäre "ein Gewinn für alle", betonte sie. "Wir brauchen jetzt die Menschen in Bayern, die Ja sagen zu Olympia."

Vesper machte klar, dass man aus der gescheiterten Bewerbung für die Winterspiele 2018 gelernt habe. "Unsere Bewerbung soll das Gegenteil von Gigantismus sein. Wir nutzen Vorhandenes. Das Budget wird so gezeichnet sein, dass es Gigantismus widerspricht." Um das zu verdeutlichen, luden die Münchner Olympia-Macher am Donnerstag zu einer Dialogveranstaltung ein, darunter auch Olympia-Kritiker. Insgesamt diskutierten 34 Teilnehmer aus allen Bereichen.

Das Bündnis "NOlympia" verzichtete stattdessen auf eine Teilnahme. "Es hat sich doch nichts im Wesentlichen geändert gegenüber der Bewerbung um die Winterspiele 2018", sagte Sprecher Axel Doering. Der Vertrag, den das IOC mit dem Ausrichter abschließe, sei ein Knebelvertrag. Bis zuletzt könne das IOC alle Richtlinien und Zahlungsvorgaben einseitig ändern. Auch die Haftung für finanzielle Einbußen müsse allein der Ausrichter übernehmen, kritisierte er.

Schenk plädierte dennoch für eine Bewerbung. Falls nicht, "dann würden die Spiele stattdessen eben woanders stattfinden, wo im Zweifel weit weniger Wert auf Transparenz und Nachhaltigkeit gelegt wird", sagte sie. "München könnte ein Vorbild in puncto Transparenz und finanzielle sowie ökologische Nachhaltigkeit sein."

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