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Bundesliga: Hannover 96 erlebt schwarzen Tag gegen 1899 Hoffenheim

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Spielbericht  

Zwei Platzverweise und erste Heimpleite für Hannover

26.10.2013, 17:35 Uhr | sid

Bundesliga: Hannover 96 erlebt schwarzen Tag gegen 1899 Hoffenheim. Hannovers Szabolcs Huszti (li.) holt Hoffenheims Andreas Beck von den Beinen. (Quelle: dpa)

Hannovers Szabolcs Huszti (li.) holt Hoffenheims Andreas Beck von den Beinen. (Quelle: dpa)

Hannover 96 hat auf dem Weg in den Europacup einen herben Rückschlag erlitten. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka unterlag 1899 Hoffenheim in einer verrückten Partie mit 1:4 (0:2) und musste im sechsten Heimspiel die erste Niederlage einstecken. Die lange in doppelter Unterzahl agierenden Niedersachen verloren zum zweiten Mal hintereinander und warten seit nunmehr vier Spielen auf einen Sieg.

Die Tore für die clever spielenden Kraichgauer erzielten Sejad Salihovic (10. Minute/Foulelfmeter), Kai Herdling (18.) und der überragende Roberto Firmino (62. und 64.). Den vorübergehenden Anschlusstreffer für die Hausherren markierte Salif Sane (56.).

Hannovers Torjäger Mame Diouf sicherte sich derweil einen Platz in den Geschichtsbüchern: Sein Platzverweis wegen einer Schwalbe (12.) war die früheste Gelb-Rote Karte der Bundesliga-Historie. Die erste Verwarnung hatte der Startelf-Rückkehrer wegen Meckerns kassiert. Zudem sah 96-Verteidiger Marcelo wegen Schiedsrichterbeleidigung Rot (64.).

Partie mit höchstem Unterhaltungsfaktor

Ungeachtet dieser Turbulenzen feierte Hoffenheim den großen Befreiungsschlag. Acht Tage nach dem Skandalspiel gegen Bayer Leverkusen (1:2) fuhr das Team von Coach Markus Gisdol seinen ersten Dreier seit dem 15. September ein. Zuletzt hatte 1899 in der Liga viermal nicht gewonnen.

Hitzig, ruppig, turbulent - die 45.000 Zuschauer sahen eine Partie mit höchstem Unterhaltungsfaktor und auch einigen überhart geführten Zweikämpfen. 96 machte zunächst Druck und kam schnell zu zwei hochkarätigen Chancen. Doch zunächst scheiterte Szabolcs Huszti nach nur 30 Sekunden aus kurzer Distanz, danach traf der wiedergenesene Diouf nur das Außennetz (7.).

Schiedsrichter rückt in den Mittelpunkt

In der Folge jedoch war es mit Hannovers Herrlichkeit erst einmal vorbei und der junge Schiedsrichter Tobias Stieler rückte in den Blickpunkt. Erst entschied der 32-jährige Hamburger auf Strafstoß für die Gäste, und kurz darauf schickte der Referee Diouf vom Platz.

Beide Entscheidungen riefen zwar heftige Proteste der 96-Bank um Trainer Slomka hervor, waren jedoch vertretbar: Hannovers Verteidiger Christian Schulz hatte Anthony Modeste knapp innerhalb der Strafraumgrenze zu Fall gebracht, und Diouf hatte sich nach einem Trikotzupfer ziemlich theatralisch fallen lassen.

1899 nutzt Hannoveraner Konfusion

Während Slomka und seinen Spielern die Turbulenzen der ersten Viertelstunde fortan deutlich anzumerken waren, nutzten die Gäste die Konfusion bei 96 gnadenlos aus. Nach einer mustergültigen Hereingabe von Außenverteidiger Andreas Beck erwischte Herdling die Kugel perfekt und erhöhte per Kopf zum 2:0. Dabei war der Stürmer nur ins Team gerückt, weil Youngster und U21-Nationalspieler Kevin Volland mit muskulären Problemen nur zusehen konnte.

Im zweiten Abschnitt ließen die Gäste es zunächst gemächlich angehen - und wurden prompt dafür bestraft. Hannover diktierte das Geschehen trotz Unterzahl und kam folgerichtig zum Anschlusstreffer. Sane wuchtete einen Kopfball aus zwölf Metern ins lange Eck. Nur 60 Sekunden später scheiterte der eingewechselte Leonardo Bittencourt mit einer Direktabnahme am glänzend reagierenden Koen Casteels im 1899-Kasten.

Firmino macht's deutlich - Marcelo fliegt

Kurz darauf sorgte Firmino mit seinem Doppelschlag aber für die Entscheidung. Zunächst nutzte er einen Schnitzer von Leon Andreasen, der den Ball im Mittelfeld leichtfertig gegen Eugen Polanski verlor. Danach schob er das Leder aus ähnlicher Position in die Maschen.

Weil sich daraufhin Verteidiger Marcelo zu sehr bei Referee Stieler beschwerte, musste auch er vom Platz. Auffälligste Spieler auf dem Platz waren im Hoffenheimer Team der brasilianische Doppel-Toschütze Firmino und Polanski. Bei Hannover überzeugte einzig Sane.

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