Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Kränkelndes Detroit: Leere Stadtkassen, luxuriöse Teams

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Baseball  

Kränkelndes Detroit: Leere Stadtkassen, luxuriöse Teams

01.11.2013, 11:16 Uhr | dpa

Kränkelndes Detroit: Leere Stadtkassen, luxuriöse Teams. Justin Verlander ist der Pitcher der Detroit Tigers.

Justin Verlander ist der Pitcher der Detroit Tigers. Foto: Jeff Kowalsky. (Quelle: dpa)

Detroit (dpa) - Die Stadtkasse ist leer, die einst blühende Metropole pleite. Detroit gilt als das amerikanische Paradebeispiel für den Verfall einer Großstadt.

Das ehemalige Aushängeschild der Auto-Industrie, das in den Fünfzigern die Heimat von 1,8 Millionen Menschen war, zählt derzeit noch 700 000 Einwohner. Den vier Detroiter Profiteams hingegen geht es bestens. Die Lions (NFL), Tigers (MLB), Pistons (NBA) und Red Wings (NHL) kennen das Wort Sparzwang scheinbar nicht.

Tigers-Pitcher Justin Verlander beispielsweise unterschrieb im März für 180 Millionen Dollar einen Sieben-Jahres-Vertrag. Lions-Quarterback Matthew Stafford verlängerte vorzeitig um drei Jahre und lässt sich dies mit 53 Millionen Dollar vergüten. Die Detroit Pistons haben für sich mit Josh Smith und Brandon Jennings zwei eher mittelmäßige Neuzugänge geholt - und beide mit Verträgen für insgesamt 80 Millionen Dollar ausgestattet. "Insolvenz für das kränkelnde Detroit, aber Wohlstand für seine Sport-Teams", lautete kürzlich eine treffende Schlagzeile in der "New York Times".

Seit dem 18. Juli ist "Motown" zahlungsunfähig. Die Schulden belaufen sich auf rund 18,5 Milliarden Dollar - es ist die größte Insolvenz einer Kommune in der US-Geschichte. Doch ausgerechnet jetzt plant Mike Ilitch, Besitzer der Tigers und der Red Wings, eine neue Arena für seine Eishockey-Cracks in Downtown Detroit. Kostenpunkt: 650 Millionen Dollar - 285 Millionen davon sollen Steuergelder sein. Der Antrag sorgte bei vielen Detroitern für Unverständnis. Aufgrund der Insolvenz wurden den 21 000 ehemaligen Angestellten der Stadt gerade die Pensionen gekürzt. Der durchschnittliche Rentenverdienst beträgt jetzt 19 000 Dollar im Jahr. In vielen Stadtvierteln werden nachts aus Kostengründen die Straßenlaternen ausgeschaltet. Und das "Detroit Institute of Art" muss womöglich bald einige Kunstwerke verkaufen.

Wenn es um den Sport geht, scheint es jedoch keinerlei finanzielle Zwänge zu geben. Michigans Gouverneur Rick Snyder ist von Ilitch's Projekt einer neuen Halle begeistert. Snyder glaubt, dass durch den Neubau der 18 000 Plätze umfassenden Arena langfristig die Steuerbasis ansteige und Arbeitsplätze geschaffen werden. Ilitch's Sohn Christopher sieht 8300 neue Jobs für die Stadt und eine "wirtschaftliche Stimulanz sowie positive und langfristige Auswirkungen für unsere Kommune".

Dem widerspricht Victor Matheson, Ökonom am Holy Cross College in Worcester/Massachusetts. "Sport-Stadien sind normalerweise keine guten Werkzeuge für eine wirtschaftliche Entwicklung", so Matheson. Die Frage ist ohnehin, warum Ilitch, dessen Familienvermögen von "Forbes" mit 2,7 Milliarden Dollar angegeben wird, Steuergelder braucht, die Detroit wahrlich in dringendere Projekte investieren könnte.

Zumal es mit dem Comerica-Park der Tigers und dem Ford-Field der Lions bereits zwei Sportstätten in Downtown gibt. Beide wurden mit öffentlichen Mitteln in Höhe von 300 Millionen Dollar finanziert. Es war von "revitalisierenden Projekten" die Rede, von Hotels und Restaurants, die anstelle der verwaisten Straßenzüge treten sollten. Im Ford-Field wurde 2006 der Super Bowl ausgetragen, bis zu 300 Millionen Dollar Gewinn für Detroit galten als sicher. Letztlich blieben jedoch nur 50 Millionen Dollar übrig, ein Viertel der investierten Steuergelder. Und Detroit geht es schlechter denn je.

"Wir sind uns der Situation hier bewusst. Und der Gedanke, einen Titel in die Stadt zu bringen, motiviert uns", sagt Tigers-Catcher Alex Avila. Justin Verlander hat eine Million Dollar an Kriegs-Veteranen gespendet, die aus dem Irak und Afghanistan nach Detroit zurückkamen. 40 Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Tigers indes verfügten in der gerade beendeten MLB-Saison mit 148,4 Millionen Dollar über das fünftgrößte Budget aller 30 Clubs. Gegenüber 2011 war das ein Anstieg um 38 Prozent.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal